Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Zetterer: „Ich bin nicht hier, weil mir gesagt wurde, dass ich kein Spiel mache“

Als Nummer 1 von Werder Bremen entschied sich Michael Zetterer zum Wechsel nach Frankfurt. Dort erlebte er einen positiven Start, ehe in Leverkusen der erste Dämpfer folgte. Bezüglich des Konkurrenzkampfs mit Kaua Santos hält sich der Neuzugang weitestgehend bedeckt, untermauert aber seinen Anspruch auf Spielzeit.

Konkurrenzkampf im SGE-Tor

Drei Pflichtspiele hatte Michael Zetterer bereits auf dem Buckel, als er am Montag offiziell auf einer Pressekonferenz bei Eintracht Frankfurt vorgestellt wurde. Der Neuzugang aus Bremen blickte auf „sehr positive Eindrücke“ aus den ersten Wochen und einen guten Start mit zwei Siegen – aber auch einer vermeidbaren Niederlage in Leverkusen. „Klar, das Ergebnis vom letzten Freitag ist nicht sehr positiv, das können wir besser“, resümierte der 30-Jährige.

„… dann habt ihr was zu schreiben“

Gleich zweimal hatte er sich gegen einen Freistoß von Alejandro Grimaldo geschlagen geben müssen. Beim 0:1 prallte der Ball „sehr unglücklich“ vom Pfosten an Zetterers Rücken und ins Tor, in der Nachspielzeit traf der Spanier dann passgenau zum Endstand. „Man bereitet sich vor und weiß natürlich, dass er die Qualität hat, Freistöße dahin zu schießen“, erklärte der Schlussmann. „Aber es wäre genauso blöd, wenn ich noch einen Schritt früher rübergehe und er ihn mir ins Torwarteck schießt. Dann habt ihr was zu schreiben“, richtete sich Zetterer mit einem Lächeln an die Journalisten. „Man kann sich auf dem Niveau auf nichts verlassen.“

Die Partie in Leverkusen war die erste, bei der Zetterers Konkurrent Kaua Santos nach seinem Kreuzbandriss wieder im Kader stand. Mit dem Brasilianer kommt der Ex-Bremer bislang „total super“ zurecht. „Ich habe mich vorab schon informiert, was er für ein Typ ist, weil es für mich sehr wichtig ist, dass man im Torwart-Team ein gutes Verhältnis hat. Nur so wird man besser“, betonte Zetterer und hob dabei auch Frankfurts Nummer 3 Jens Grahl hervor. „Er ist brutal wichtig für das Torwart-Team und hat mich total nett aufgenommen. Jens ist ein super Typ und hat es mir sehr einfach gemacht, im Torwarttraining anzukommen. Er war ein riesiger Pluspunkt für mich in den ersten Tagen“, schwärmte Zetterer. Die gute Atmosphäre unter den Torhütern sei ein Punkt im Gesamtpaket gewesen, das ihn letztlich von dem Wechsel überzeugte.

Zetterer sieht seinen „Auftrag“ nicht auf der Bank

Offen bleibt in Frankfurt die Frage, wie es zwischen den Pfosten weitergeht. „Es wurden intern Sachen besprochen, dabei bleibt es auch, es gibt nichts, was ich verraten kann oder will“, blockierte Zetterer, stellte aber klar: „Ich bin nicht hergekommen, weil mir gesagt wurde, dass ich in dieser Saison kein Spiel machen werde und ich, wenn Kaua fit ist, auf der Bank sitze und da meinen Auftrag habe. So ist es natürlich nicht.“

Ebenso wenig will der Neuzugang die Fußstapfen seines Vorgängers Kevin Trapp füllen. „Ich glaube, was der für diesen Verein geleistet und was für große Spiele er gemacht hat, das steht auf einem ganz anderen Blatt“, sprach Zetterer der SGE-Ikone seinen großen Respekt aus. Ihm gehe es ausschließlich darum, seine Qualitäten, die Frankfurt von einer Verpflichtung überzeugten, auf den Rasen zu bringen.

Ter Stegens Spielstil kommt Zetterers „relativ nah“

Besonders mit dem Ball am Fuß deutete er diese unlängst an. „Es ist sehr modern in Leistungszentren, dass es schon früh feste Positionen für jeden Spieler gibt. Das war bei mir zum Glück noch nicht so. Ich durfte sehr lange draußen spielen und war bei Turnieren mal im Feld, mal im Tor“, erinnerte sich Zetterer an seine Jugendzeit, auf die er seine Spielstärke zurückführt. Im Weltfußball sei vor allem Marc-André ter Stegen ein Spieler, bei dem er sich etwas abschauen könne. „Was er mit dem Fuß macht und die Art und Weise, wie er im Tor steht, ist einfach extrem stark. Sein Stil kommt dem, was ich auf dem Platz zeigen möchte, schon relativ nah“, erklärte die Nummer 23, ohne sich mit dem Nationalkeeper vergleichen zu wollen.

Zu diesem Vergleich wird es auch in der Champions League nach der Verletzung und Degradierung von ter Stegen voraussichtlich nicht kommen, wenn die SGE am 9. Dezember bei den Katalanen gastiert. Zunächst beginnt die Reise in der Königsklasse aber am Donnerstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) mit einem Heimspiel gegen Galatasaray. Auf die lautstarke Unterstützung der Fans dürfen sich an diesem Abend aller Voraussicht nach beide Lager verlassen. „Ich weiß nicht, ob die Galatasaray-Spieler Angst vor unserer Kurve haben, ich habe jedenfalls keine Angst vor einer anderen Kurve zu spielen, ich freue mich drauf“, blickte Zetterer voraus.

Mit „Dellen“ bis in die Königsklasse

„Meine Karriere verlief nicht auf dem klassischen Weg, da waren ein paar Dellen drin. Deshalb bin ich umso dankbarer und wertschätzender dem gegenüber, dass ich nun bei einem Champions-League-Spiel dabei sein darf“, erklärte er. Ob er dann auch aktiv oder nur auf der Bank „dabei“ ist, das wird sich zeigen.

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5