Geht noch etwas in der Liga? Bayer versucht, optimistisch zu bleiben. Klar ist aber: Die Chance ist gering. Immerhin die personelle Situation gibt Anlass zu Optimismus.
Wirtz schiebt eine Extra-Schicht
Immerhin an der Personalsituation gibt es derzeit nicht viel zu bekritteln. Bis auf die langzeitverletzten Martin Terrier, Jeanuel Belocian und Mario Hermoso stehen aktuell alle Bayer-Profis zur Verfügung, nur Nathan Tella übte am Mittwochvormittag individuell, nachdem er gegen Union (0:0) am vergangenen Samstag über Schwindel geklagt hatte, ausgewechselt und im Krankenhaus untersucht worden war.
Er fühle sich gut, erklärte Tella nun nach seinem Einzeltraining auf dem Rasen, ließ aber offen, ob es für einen Einsatz beim FC St. Pauli am Sonntag reicht. „Es liegt am Trainer und am medizinischen Team“, sagte der Angreifer, der noch aufs grüne Licht wartet, um wieder ins Mannschafstraining einzusteigen.
Wirtz findet in den Rhythmus und schiebt eine Extra-Schicht
Ansonsten sieht es personell gut aus. Auch bei Florian Wirtz, der gegen Union wie Edmond Tapsoba nach längerer Zeit sein Comeback gefeiert und am Dienstag mit Tapsoba, Victor Boniface und Arthur noch eine Extra-Schicht absolviert hatte. Top für Bayer: Der Unterschiedsspieler nimmt nach fünfwöchiger Zwangspause immer mehr Rhythmus auf.
Allein: Alles gut ist dieser Tage natürlich trotzdem nicht, im Gegenteil. Einerseits sind da die enttäuschenden Pflichtspielauftritte in den vergangenen Wochen, in denen sich Bayer oftmals müde, uninspiriert und so gar nicht wie ein Spitzenteam präsentiert hatte. Andererseits ist da die Lage in der Liga, die deutlich besser sein könnte, hätte der noch amtierende Double-Sieger sich nicht die Ausrutscher gegen Bremen (0:2) und gegen die Eisernen geleistet.
So trennen die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso nach wie vor sechs Punkte und ein um 25 Treffer schlechteres Torverhältnis von Tabellenführer FC Bayern – wohlgemerkt fünf Spieltage vor Schluss. Der Glaube an den Meistertitel war dementsprechend schon mal deutlich stärker ausgeprägt unterm Bayer-Kreuz.
Tella will optimistisch und fokussiert bleiben
Das zeigen nun auch Tellas Aussagen: „Wir müssen immer eine positive Einstellung haben und daran glauben, dass wir eine Chance haben“, erläuterte er. „Sechs Punkte sind im Fußball nicht viel. Wir können uns nur auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Also versuchen wir, positiv zu sein.“ Sie versuchen es – derzeit ist es schließlich nicht ganz so leicht.
Dass es die Themen Xabi Alonso und Florian Wirtz gibt – bleiben sie oder gehen sie im Sommer? -, kommt da noch erschwerend hinzu. Wobei Tella bekräftigte: „Wir denken nicht wirklich darüber nach. Wir denken nur daran, dass wir noch fünf Spiele haben, wollen die Saison bestmöglich beenden. Und hoffentlich schaffen wir es bis ganz nach oben“, so der 25-Jährige. Wohl wissend, dass die Chance gering ist. Der Glaube war schon mal größer.

