Der erste Titel ist gewonnen: Mit zwei Siegen gegen die Vertretungen des FSV Zwickau und von Dynamo Dresden sicherte sich der VfL Wolfsburg den Volkswagen-Cup 2025. Dem Trainer gefiel dabei unter anderem das Spiel seiner Offensivkräfte.
Simonis erfreut über Konkurrenzkampf im Angriff
Es waren „nur“ jeweils 45 Minuten, die die meisten Akteure im Glutofen GGZ-Arena in Zwickau beim Volkswagen-Cup 2025 zu überstehen hatten. Doch selbst das Blitzturnier, das der VfL Wolfsburg mit zwei sich nahezu komplett unterscheidenden Teams mit zwei 2:0-Siegen gegen Dynamo Dresden und Gastgeber FSV Zwickau gewann, verlangte den Spielern physisch einiges ab. „Es war schwierig bei diesen Temperaturen auf dem Platz“, bestätigte Jonas Wind, „doch für meine ersten 45 Minuten dieser Saison ist es gut gelaufen, das muss ich sagen.“
In vorderster Linie im von Trainer Paul Simonis bevorzugten 4-2-3-1 zeigte der Däne beim Auftritt der nominell stärker besetzten VfL-Ef gegen Dresden sein typisches Bewegungsmuster, ließ sich oft auf die diesmal eigentlich von Vaclav Cerny zugedachte Zehnerposition fallen und band sich ins Kombinationsspiel ein. Höhepunkt: Sein Kopfballtreffer zum 1:0, aufgelegt von rechts durch seinen Landsmann Andreas Skov Olsen. „Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren, er ist ein echter Kumpel von mir. Und er hat einen guten rechten Fuß“, freute sich Wind über die dänische Koproduktion. Ob der Treffer auch ein Zeichen für den anstehenden Konkurrenzkampf im Angriff war?
Nun, Wind traf – und ließ seine Zukunft offen. Der 26-Jährige bediente sich der in solchen Situationen üblichen Floskeln: „Im Moment stehe ich noch ein Jahr lang hier unter Vertrag. Wir müssen schauen, was passiert.“ Kein Geheimnis ist, dass die VfL-Macher lieber Spieler mit langfristigen Verträgen im Kader führen, Kandidaten mit im komendenden Jahr endenden Kontrakten dagegen entweder verlängern – oder verkaufen.
Simonis: „Es wäre gut, wenn die Jungs es mir schwermachen.“
Zumal sich Alternativen auftun. Auch Winds derzeitiger Rivale, Düsseldorf-Rückkehrer Dzenan Pejcinovic, hatte in der zweiten Partie mit einem feinen Steckpass zum 1:0 durch Lovro Majer seinen Highlight-Moment. Und die aktuellen Gerüchte, dass sich der VfL mit dem Ex-Bremer Josh Sargent (Norwich) noch entscheidend auf der Mittelstürmer-Position verstärken will, halten sich – wurden aber freilich am Sonntag von Simonis gepflegt umdribbelt.
„Ich bin glücklich mit Jonas. Wir werden sehen, was passiert. Ich hoffe, er bleibt.“ (Paul Simonis)
Keine Aussage vom Trainer zu dem US-Nationalspieler, dafür aber Freude über die vorhandenen Angreifer. „Ich bin glücklich mit Jonas. Wir arbeiten erst seit eineinhalb Wochen zusammen, aber er hat seine Qualitäten schon gezeigt. Er kann sich den Ball abholen und halten, hat seine Stärken, sich aus der Tiefe heraus nach vorne zu bewegen“, so Simonis. „Wir werden sehen, was passiert. Ich hoffe, er bleibt.“
Positive Worte vom 40-Jährigen auch für Pejcinovic: „Mit Dzenan haben wir noch einen anderen Typ Stürmer. Er ist noch mehr unterwegs. Das ist gut. Für das eine Spiel wird vielleicht Jonas, für ein anderes Dzenan besser passen.“ Er hoffe, dass auf jeder Position einen so starken Konkurrenzkampf zu haben. „Es wäre klasse, wenn die Jungs es mir schwermachen. Dann hätten wir eine qualitativ gute Mannschaft mit verschiedenen Charakteren.“
Sieben Profis nicht im Einsatz
Zum Start ins Trainingslager im Weimarer Land verzichtete Simonis in Zwickau auf die schon seit der vergangenen Woche muskulär angeschlagenen Mohammed Amoura und Vinicius Souza. Der Brasilianer Rogerio war ohnehin erkrankt in Wolfsburg geblieben. Auch Tiago Tomas fehlte nach seinem verlängerten Urlaub nach der U-21-EM mit Portugal noch im Aufgebot.
Kurzfristig mussten nach leichten Trainingsverletzungen Mattias Svanberg und Moritz Jenz beim Volkswagen-Cup passen – nach Angaben des Trainers reine Vorsichtsmaßnahmen. Auch Yannick Gerhardt blieb nach seiner Meniskus-OP ohne Einsatz und beschränkte sich aufs Aufbautraining.

