Erneut kassierte der 1. FSV Mainz 05 beim 3:4 gegen Bayer Leverkusen am Samstag vier Gegentore. Neben zu vielen groben Fehlern fehlte bei den Rheinhessen auch ein wenig Spielglück. Besonders eine Szene brachte Mainz zum Hadern.
Nebel und Tapsoba im Fokus
„Das tut natürlich auch weh, denn wenn wir in so einer Situation den Ausgleich machen…“, spielte Niko Bungert nach dem turbulenten Spiel bei Sky auf eine Szene in der 21. Minute an, in der Mainz mit einem möglichen Elfmeter-Tor Mitte der ersten Hälfte das 1:1 hätte erzielen können. „Das war ein klares Foulspiel, Tapsoba springt mit beiden Beinen gegen Paul (Nebel; Anm. d. Red.) rein, er trifft null den Ball“, bekräftigte der Sportdirektor des FSV.
Tatsächlich waren die beiden Akteure in der entsprechenden Situation nahe der Torauslinie im Leverkusener Strafraum jeweils energisch und schon halb am Boden zum Ball gegangen. Doch getroffen hatte diesen in erster Linie der Mainzer, während Tapsoba einen Tick zu spät kam und dann äußerst unsanft in den Offensivakteur rauschte, der anschließend behandelt wurde. Ein Foulspiel.
Sportdirektor bemängelt fehlenden VAR-Check
Das Unparteiischen-Gespann um Referee Florian Exner und VAR Katrin Rafalski prüfte anschließend zwar hinsichtlich eines Strafstoßes, aber offenkundig nicht wegen des Foul-, sondern Handspiels, weil Tapsoba im Nachgang der Szene mit Nebel den Ball an die Hand bekommen hatte.
Dass der Check keinen Handelfmeter zur Folge hatte, konnte auch Bungert gut nachvollziehen; nicht aber, dass ein Foul des Abwehrspielers nicht geprüft wurde: „Sie haben alle Zeit der Welt, sich das noch einmal 20 Sekunden anzusehen, es stehen ihnen zig Winkel zur Verfügung“, bemängelte Bungert, der anfügte: „Noch mehr Gegenwind zu bekommen in einer Phase, in der es eh nicht läuft, ist natürlich bitter.“
Bungert: „Das reicht nicht in dieser Liga“
Ausgleichende Gerechtigkeit? In der zweiten Hälfte bekam Mainz schließlich selbst einen Elfmeter zugesprochen, bei dem auf den Video-Bildern zumindest nicht eindeutig erkennbar war, ob Ibrahim Maza den Mainzer Phillipp Mwene tatsächlich gefoult hatte – allerdings auch nicht das Gegenteil.
Bungert wollte die Szene mit Nebel und Tapsoba ohnehin nicht für die Niederlage verantwortlich machen. „Wir müssen auch den Finger in die Wunde legen. Wir haben in der eigenen Hälfte zu viele Fehler gemacht, das reicht dann nicht in dieser Liga. Die Tore sind geschenkt“, erklärte er in klaren Worten.
Und so bleibt vorerst vor allem das Prinzip Hoffnung: „Der Wille ist der Mannschaft nicht abzusprechen. Wir werden den Kopf nicht hängen lassen“, sagt Bungert, der schon am Donnerstag (21 Uhr) in der Conference League gegen Mostar ein Erfolgserlebnis anpeilt.

