Beim 2:0 gegen Heidenheim stand Leipzigs neuer Stürmer Romulo im Mittelpunkt. Bei seinem Debüt vor heimischem Publikum traf der 23-Jährige gleich brasilianisch mit der Hacke.
Hackentreffer gegen Heidenheim
Einen „Arbeitssieg“ wollte Leipzig-Trainer Ole Werner beim 2:0 gegen Heidenheim gesehen haben, „aber einen hochverdienten Arbeitssieg“. Eine Woche nach dem Debakel im München, als die Sachsen beim Rekordmeister mit 0:6 unter die Räder kamen und ihre höchste Niederlage in der Bundesliga einstecken mussten, bescherten die Leipziger ihrem neuen Coach eine gelungene Heim-Premiere und rehabilitierten sich vor den eigenen Fans.
„Es war heute ein Schritt nach vorne, was die Intensität angeht“, stellte Werner fest, bemängelte aber auch einiges im RB-Spiel: „Wir haben in der ersten Hälfte den Ball zu langsam gespielt, waren in der Position nicht sauber, haben Räume nicht gut besetzt.“
Dass es in der zweiten Hälfte besser lief, das lag an den neuen Kräften, die Werner nach der Bayern-Pleite gebracht hatte. Ezechiel Banzuzi brachte Physis im Mittelfeld, Antonio Nusa war ein Unruheherd auf dem linken Flügel, Christoph Baumgartner erzielte das 1:0 per Außenrist und war „stellvertretend für unsere neue Intensität“, wie sein Trainer hervorhob.
Romulo überzeugt nicht nur als Wandspieler
Und dann war da noch Romulo. Der Neuzugang aus Izmir ersetzte den zuletzt schwächelnden Lois Openda. Das hatte nichts mit den Transfergerüchten um den Belgier zu tun, wie Werner erklärte. „Wir wollten einen anderen Spielertypen vorne haben, der die Bälle mit dem Rücken zum Tor behauptet.“ Daher die Entscheidung für den bulligen Brasilianer.
„Bei meinem Treffer musste ich improvisieren, das war der brasilianische Weg“ (Romulo)
Diese sollte sich auszahlen, Romulo zeigte nicht nur seine Stärke als Wandspieler. FCH-Keeper Diant Ramaj hatte in der ersten Hälfte mit einer starken Fußabwehr das Premieren-Tor von Romulo noch vereitelt, das holte der 23-Jährige nach dem Seitenwechsel sehenswert nach: Eine Hereingabe von Ridle Baku streichelte Romulo mit der Hacke hinter seinem Rücken vorbei zum 2:0 in die lange Ecke.
„Bei meinem Treffer musste ich improvisieren, das war der brasilianische Weg“, meinte Romulo schmunzelnd. „Ich bin sehr glücklich, dass wir zu Hause gewonnen haben und ich gleich ein Tor erzielen konnte.“ Der Brasilianer gab zu: „Die Liga ist sehr hart. Ich muss mich jede Woche verbessern, um mithalten zu können.“ Dennoch war sein Trainer schon „sehr zufrieden“ mit ihm, auch wenn die Abstimmung mit seinen Kollegen – verständlicherweise – „noch nicht optimal“ gewesen sei.
Werner: „Viele Dinge in Bewegung“
Mit einem Erfolgserlebnis geht Leipzig damit in die Länderspielpause. Nach dem Holperstart darf Werner nun erst einmal durchschnaufen. „Dass noch nicht alles klappt, ist vollkommen klar, wenn so viele Dinge neu und in Bewegung sind“, erklärte der neue RB-Trainer. „Wichtig war, dass wir uns als Team verbessert haben. Die erste Woche war nicht gut, nun war es ein guter Start zu Hause“, pflichtete ihm sein brasilianischer Torschütze bei.

