Nach einem in vielerlei Hinsicht „gelungenen Nachmittag“ atmet Augsburgs Trainer Sandro Wagner auf. Doch was hatte seine Geste beim Schlusspfiff zu bedeuten?
FCA-Trainer erleichtert
Sandro Wagner musste nicht lange überlegen, als er gefragt wurde, was ihm am Samstag besonders gut gefallen hatte. „Der Schlusspfiff“, meinte der Trainer des FC Augsburg nach dem 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg bei DAZN, „hat echt sehr gutgetan.“ Nach zuvor vier Niederlagen am Stück meldete sich der FCA rechtzeitig vor der Länderspielpause zurück, die ansonsten ungemütlich hätte werden können.
„Die Themen sind heute sehr gut aufgegangen“, war Wagner erleichtert und lobte sich damit auch ein wenig selbst: Fünfmal hatte er gegenüber dem ernüchternden 1:2 in Heidenheim gewechselt, gleichzeitig auf Viererkette umgestellt und dabei einige Spieler auf neuen Positionen eingesetzt. Es half, dass einer der Neuen, Innenverteidiger-Youngster Noahkai Banks, schon in der dritten Minute zuschlug und erstmals in der Bundesliga traf.
„Mir hat sehr gut gefallen, wie wir uns in das Spiel reingearbeitet haben, wie wir aktiv waren, wie wir richtig eklig waren gegen den Ball“, analysierte Wagner, der bewusst „viele Zocker“ aufgeboten hatte, „aber unsere Zocker können auch anlaufen“. Mit Startelfrückkehrer Mert Kömür erzielte einer davon das 2:0. „Dass sich unsere zwei Eigengewächse belohnen – irgendwie war das ein gelungener Nachmittag, auch für den Verein. Es waren sehr viele tolle Geschichten.“
Fellhauer? „Der FCA-Spieler, den ich mir vorstelle“
Eine davon schrieb auch der dritte Torschütze: Robin Fellhauer, im Sommer aus Elversberg gekommen und in Heidenheim linker Schienenspieler, übernahm diesmal den rechten Part im Vierermittelfeld. Sollte der Allrounder, der in seinem sechsten Bundesligaspiel die dritte Position bekleidete nicht langsam einen Flexibilitätszuschlag erhalten? „Da müssen wir mit unserem Schatzmeister reden. Auf jeden Fall ist es ein unfassbarer Transfer“, schwärmte Wagner. „Er ist für uns auch ein Stück weit Vorbild, weil er alles annimmt und Lust hat. Fellhauer verkörpere „den FCA-Spieler, den ich mir vorstelle“.
Bewusst hatte der Trainer vor der Partie versucht, den öffentlichen Druck von seinen Spielern fernzuhalten. „Sie können sich unter meinem Deckmantel entfalten, und das habe ich ihnen auch gesagt, ich will alles weghalten von ihnen. Sie sollen genießen und weniger mitlesen und mitdenken. Den Druck habe ich.“
Sichtbar wurde der auch unmittelbar nach dem Abpfiff, als Wagner mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger eine Geste in Richtung Publikum machte. „Es war gar nichts Böses“, erklärte der 37-Jährige seine Botschaft. „Ich mag so was gerne. Es können ja viele reden, mit mir macht das nichts.“

