Bislang hat Malik Tillman noch keine einzige Minute für Bayer 04 gespielt. Nach einer Verletzung kehrt der 23-Jährige am Dienstag ins Training zurück – und ist aufgrund der Personalsituation beim Liga-Start direkt gefragt.
Startelf oder Joker?
Wenn die Profis von Bayer 04 am Dienstag in die erste Bundesligawoche dieser Saison starten, werden zwei Spieler zur Trainingsgruppe gehören, die in dieser Vorbereitung quasi noch gar keine Rolle gespielt haben: Malik Tillman und Jeanuel Belocian.
Belocian könnte ab September zur Option werden
Während der französische Abwehrspieler nach einem im Januar erlittenen Kreuzbandriss erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren wird und planmäßig nach der Länderspielpause im September wieder als Kaderoption zur Verfügung stehen soll, ist Tillmans Fahrplan deutlich kurzfristiger angelegt. Soll der für 35 Millionen Euro Ablöse von der PSV Eindhoven gekommene Mittelfeldspieler doch schon am Samstag beim Liga-Auftakt gegen 1899 Hoffenheim dabei sein.
Ein durchaus ambitioniertes Ziel, verpasste der US-Nationalspieler doch aus zwei verschiedenen Gründen die komplette Vorbereitung. So stieg Tillman wegen seiner Teilnahme mit der Nationalelf am Gold-Cup erst nach dem Trainingslager in Rio de Janeiro verspätet in diese ein, um dann vor seinem geplanten Debüt beim 3:0-Sieg gegen Pisa SC bei der Saisoneröffnung angeschlagen nur zuschauen zu können.
Tillman steht vor absolutem Kaltstart
Seitdem zwang den als Zehner wie als Achter einsetzbaren Akteur eine Faszienverletzung in der Wade dazu, kürzerzutreten. Auch das Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei der SG Sonnenhof Großaspach (4:0) kam für den Rechtsfüßer zu früh. So dass Tillman am Samstag womöglich einen absoluten Kaltstart bei seinem Debüt hinlegen muss.
Würde ein Trainer nämlich im Normalfall in so einer Konstellation nicht daran denken, einen Spieler von Beginn an zu bringen, so wird sich Erik ten Hag zumindest darüber Gedanken machen, ob er Tillman trotz des Handicaps einer fehlenden Vorbereitung quasi von Null auf 100 in die Startelf beordert.
Noch fehlen ten Hag gleichwertige Alternativen
Doch dem Risiko steht eben auch die Situation des weiter im Umbau befindlichen Kaders gegenüber. Gerade in der Offensive wartet ten Hag noch auf entscheidende Verstärkungen, die er wiederholt öffentlich allgemein und speziell für den Bereich hinter der Mittelstürmerposition („Wir brauchen Waffen“) angemahnt hatte. Er habe als solche Tillman, bräuchte aber noch mehr davon.
Gleichwertige Alternativen fehlen noch. Auf den beiden offensiven Halbpositionen hat sich in der Vorbereitung zwar Ibrahim Maza (20, kam von Hertha BSC) für einen Startelfeinsatz empfohlen. Doch der zweite Platz ist noch zu besetzen. Über eine Toplösung verfügt ten Hag dafür aktuell nicht.
Tella ist keine Ideallösung – Adli am Samstag vielleicht schon weg
Nathan Tella, dessen Schnelligkeit der Niederländer auffällig oft auf den beiden Zehnerpositionen und nicht auf der rechten Schiene nutzte, spielte zwar eine ordentliche Vorbereitung. Und bei Amine Adli stellt sich die Frage, ob dieser am Samstag überhaupt noch zum Kader des Vizemeisters gehören wird. Ist dessen Wechsel zum AFC Bournemouth doch ausverhandelt, wird allerdings erst dann vollzogen, wenn Bayer selbst Verstärkung für die Offensive geholt hat.
Wenn Bayer also in dieser Woche noch Monacos Eliesse Ben Seghir (20) für die halblinke Position verpflichten sollte, könnte Adli einerseits am Samstag schon nicht mehr da sein. Andererseits würde Ben Seghir – mit noch weniger Vorlauf als Tillman – wohl nicht direkt in die Startelf rutschen. Sowohl Erik ten Hag als auch Bayers Kader-Konstrukteure um Geschäftsführer Simon Rolfes und Fußball-Direktor Kim Falkenberg stehen diese Woche vor wichtigen und kniffeligen Entscheidungen.

