Mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln am kommenden Samstag kann Sebastian Hoeneß zum zweiterfolgreichsten Trainer der VfB-Geschichte aufsteigen. Vorerst.
Mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln
Zu den beliebtesten Trainern der im September 133-jährigen Klubhistorie des VfB Stuttgart gehört Sebastian Hoeneß längst. Genau genommen bereits kurz nach seiner Amtsübernahme im April 2023, als der 43-Jährige mit seinem nahbaren und unprätentiösen Auftreten schnell die Sympathien der schwäbischen Anhängerschaft für sich gewinnen konnte. Einhergehend – im Zusammenspiel mit Alexander Wehrle, dem Vorstandsvorsitzenden der VfB AG, sowie Sportvorstand Fabian Wohlgemuth – mit einer Befriedung des bis dahin viele Jahre lang unruhigen und in sich zerrütteten Klubs. Und damit nicht genug.
Stuttgart ist wieder wer
Die anschließend sich einstellenden Erfolge wirkten wie emotionale Triggerpunkte. Der erfolgreiche Klassenerhalt in der Relegation gegen den Hamburger SV mit 3:0 und 3:1 im Juni 2023. Die Vizemeisterschaft 2024 nach einer Rekord-Saison, die den VfB erstmals seit 2009/10 wieder in die Champions League führte. Oder der Gewinn des DFB-Pokal 2025 mit dem 4:2-Finalsieg gegen Arminia Bielefeld. Keine Frage: Stuttgart ist wieder wer.
Magath wurde ebenfalls Vizemeister
Jetzt schickt sich Hoeneß an, auch zahlentechnisch zu den erfolgreichsten Trainern der VfB-Geschichte aufzusteigen. Mit dem 1:0 gegen den badischen Rivalen SC Freiburg feierte er im jüngsten Heimspiel seinen 52. Bundesligasieg und zog damit mit Felix Magath gleich. Dessen größter Erfolg war ebenso die Vizemeisterschaft 2003 sowie die Etablierung der „Jungen Wilden“ mit bis heute unvergessenen Jungstars wie Timo Hildebrand, Andreas Hinkel, Aliaksandr Hleb oder Kevin Kuranyi.
Benthaus gewann die erste Meisterschaft des VfB in der Bundesliga
Gewinnen die Schwaben am Samstag gegen den 1. FC Köln, würde Hoeneß mit dem vor ihm platzierten Helmut Benthaus gleichziehen. Dass er seine bisher 52 beziehungsweise anschließend 53 Siege (bei 19 Unentschieden und 26 Niederlagen) in 97 beziehungsweise dann 98 Partien eingefahren hätte, ist die Sahne auf der Bilanz des Coaches. Magath benötigte dagegen 114 Partien zu 52 Erfolgen (bei 34 Remis und 28 Niederlagen) und Benthaus 102 zu 53 (bei 23/26). Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied: Der Schweizer führte den VfB 1984 zu dessen allererster Meisterschaft in der Bundesliga, zum dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte insgesamt.
In dieser Saison wird’s nix mit dem Rekord
Bleibt nur noch Jürgen Sundermann, der mit dem Aufstieg des Traditionsklubs in der Spielzeit 1976/77 den Beinamen „Wundermann“ verliehen bekam. Der emotionsgeladene Blondschopf steht bei 71 Siegen (31 Remis und 41 Niederlagen), benötigte dazu allerdings 143 Bundesligapartien. Mangels dazu ausreichender Spieltage, wird Hoeneß Sundermann in dieser Spielzeit nicht entthronen können. Man merke: in dieser Saison.

