Die Mitglieder des 1. FC Köln wählen am Samstag ein neues Präsidium. Zur Wahl stehen erstmals drei Kandidaten-Teams. Mitgliederrats-Chef Fabian Schwab übte vor der Wahl vernichtende Kritik am scheidenden Präsidium.
Erstmals drei Kandidaten-Teams
Ab 11 Uhr steigt im Rhein-Energie-Stadion die jährliche Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. Dabei wird auch ein neues Präsidium gewählt: Erstmals treten dabei drei Kandidaten-Teams an: Immobilienmanager Jörn Stobbe, Anwalt Jörg Alvermann und Sportwissenschaftler Ulf Sobek sind das vom Mitgliederrat nominierte Trio. Außerdem können die Mitglieder über Unternehmer Wilke Stroman, den bisherigen Vize-Präsidenten Carsten Wettich und Ex-FC-Spielerin Tugba Tekkal sowie das Gespann aus Politiker Sven-Georg Adenauer, Metzgermeister Martin Hollweck und Unternehmensberater Thorsten Kiesewetter abstimmen.
„Moralisch verwerfliche“ Social-Media-Kampagne
Nachdem Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff bereits solide Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt hatte, übte Mitgliederrats-Chef Fabian Schwab in seiner Rede heftige Kritik am scheidenden Vorstand. Die Nicht-Entlastung durch die Mitglieder auf der Versammlung im vergangenen Jahr habe zu „Enttäuschung und Befindlichkeiten“ beim alten Vorstand geführt, die Kritik an der Nicht-Entlastung sei dagegen „vermessen“.
Ganz grundsätzlich stellte Schwab dem scheidenden Vorstand aus Werner Wolf, Carsten Wettich und Eckhard Sauren ein vernichtendes Zeugnis für die vergangenen drei Jahre aus. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand sei „schwierig, schleppend und wenig konstruktiv“ gewesen, Berichtstermine an den Mitgliederrat seien einseitig verschoben worden und die Social-Media-Kampagne mit dem Aufruf zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung sei „moralisch verwerflich“ gewesen.
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Schwab kritisierte auch die Vertragsverlängerung im Herbst vergangenen Jahres mit dem im vergangenen Mai entlassenen Sport-Geschäftsführer Christian Keller: „Das muss rückwirkend kritisch betrachtet werden.“ Grundsätzlich sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Mitgliederrat und Vorstand „nicht möglich gewesen“.
Kritik musste Schwab, der seit einem Jahr Vorsitzender des Mitgliederrats ist, aber auch einstecken: Für die Ankündigung, auch weiterhin keine hybride Mitgliederversammlung abhalten zu wollen, kassierte Schwab einige Pfiffe.
Erstmals findet die Wahl aufgrund des Andrangs dabei im Kölner Stadion statt: Vor Ort waren bei Beginn am Vormittag etwa 4800 Mitglieder, bei Schwabs Rede waren es bereits 5500. Wie viele insgesamt erscheinen, ist offen: Weil die Veranstaltung wegen der vielen Reden und Aussprachen bis in die späten Abendstunden dauern könnte, dürften einige Fans erst später zur Abstimmung über das Präsidium dazustoßen.
Bisheriger Vorstand tritt nicht wieder an
Das bisherige Vorstandstrio aus Präsident Werner Wolf und seinen Stellvertretern Eckhard Sauren und Carsten Wettich hatte bereits Anfang des Jahres bekanntgegeben, nach zwei Amtszeiten in dieser Konstellation nicht mehr anzutreten.
Das Präsidium des 1. FC Köln wird für einen Zeitraum von drei Jahren gewählt. Antreten dürfen neben dem vom Mitgliederrat nominierten Team auch Trios, die Unterschriften von mindestens drei Prozent der Mitglieder vorweisen können.

