Inmitten der Diskussion um die Schiedsrichterleistungen sind am Mittwoch die Ansetzungen für den 22. Spieltag der 1. und 2. Bundesliga bekannt geworden. Einige interessante Personalentscheidungen sind dabei.
Kirchers Ansetzungen in der Krise
Sascha Stegemann, Daniel Schlager und Robert Schröder leiten auch am 22. Spieltag kein Bundesligaspiel auf dem Feld. Das geht aus den Ansetzungen hervor, die der DFB am Mittwoch veröffentlicht hat. Alle drei Unparteiischen hatten sich am 20. Spieltag eine Fehlentscheidung beim Thema Strafstoß geleistet und waren auch in der Woche darauf nicht eingesetzt worden.
Stegemann ist diesmal mit der Aufgabe als VAR des Krisenduells Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr) betraut, während Schlager und Schröder ganz aussetzen. Beide sind aber unter der Woche im Viertelfinale des DFB-Pokals jeweils als vierter Offizieller (Schlager) beziehungsweise VAR (Schröder) gefordert.
Auch Johann Pfeifer, seit Jahren als VAR-Spezialist im Einsatz, hat am kommenden Wochenende keinen nationalen Auftrag. Der 42-Jährige hatte am vergangenen Samstag beim Elfmeter, der zum 1:0 des 1. FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg führte, nicht korrigierend eingegriffen. Getroffen hatte die Entscheidung Patrick Ittrich, der allerdings am folgenden Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg (4:5 i. E.) eine gute Leistung ablieferte (kicker-Note 2,5).
Damit fehlt VAR Pfeifer erstmals in dieser Saison an einem Wochenende, an dem parallel die Bundesliga und 2. Bundesliga spielt. Es handelt sich laut eines DFB-Sprechers aber nicht um eine Einsatzpause. Pfeifer sei, wie schon länger geplant, im Ausland aktiv. Und zwar als VAR im Team von FIFA-Schiri Harm Osmers bei der brisanten griechischen Partie zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen.
Drei Bundesliga-Schiris in der 2. Liga im Einsatz
Kircher hatte jüngst im kicker-Interview Stellung zur akuten Krise im deutschen Schiedsrichterwesen bezogen und sich auch zu zuletzt unglücklich getimten Auslandseinsätzen deutscher Top-Schiris geäußert. Dabei sagte Kircher auch, dass er etwa den Ärger des FC Augsburg nachvollziehen könne und deshalb Gespräche mit FCA-Verantwortlichen stattgefunden haben. „Was können wir in der Schiri-Führung tun, damit es am nächsten Spieltag und möglichst auch bis zum Ende einer Saison idealerweise nicht mehr vorkommt?“, sagte Kircher.
Als ersten Impuls beorderte er nun an diesem Wochenende mit Felix Zwayer (kicker-Note 2,91) einen seiner Top-Schiedsrichter zur Begegnung des FCA gegen Heidenheim. Zuletzt war Zwayer statt in der Bundesliga in Dubai mit der Pfeife im Einsatz, Sven Jablonski wiederum in Saudi-Arabien. Nun sind beide Champions-League-Schiedsrichter zurück – Jablonski leitet die Partie zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC St. Pauli am Samstagnachmittag.
Überhaupt fällt auf: Kircher versucht mit seinen Nominierungen die Lage zu beruhigen. So sind drei etatmäßige Bundesliga-Unparteiische diesmal für Zweitliga-Begegnungen abgestellt: Tobias Stieler (Nürnberg-Karlsruhe), Tobias Reichel (Kaiserslautern-Fürth) und Robin Braun (Dresden-Elversberg).

