In der Europa League hat der SC Freiburg die Ligaphase vor dem VfB Stuttgart abgeschlossen, in der Bundesliga steht der baden-württembergische Konkurrent vor dem direkten Duell aber deutlich besser da.
Freiburg: Höler wieder einsatzfähig, Kübler nicht
Neun Punkte trennen den Sport-Club auf Platz sieben vom Fünften Stuttgart. „Sie haben sich im Laufe der Saison sehr stabilisiert, und die Mannschaft sich gefunden hat“, sagte SC-Trainer Julian Schuster vor dem Duell in der Landeshauptstadt bei seinem Ex-Verein (Sonntag, 15.30 Uhr). „Das wird die nächste herausfordernde und reizvolle Aufgabe bei einer Mannschaft mit viel Qualität“, fügte er hinzu.
Dass die Freiburger direkt im Achtelfinale der Europa League stehen und die Stuttgarter in die Play-offs müssen, hat für das Spiel an diesem Wochenende genauso wenig Relevanz wie die SC-Niederlage in Lille und der VfB-Sieg gegen Bern am Donnerstagabend, meint Verteidiger Matthias Ginter: „Das ist ein anderer Wettbewerb, das kann man nicht vergleichen. In Stuttgart ist es immer schwierig, aber keiner ist im Vor- oder Nachteil.“ Zumal beide nur eine kurze Vorbereitungszeit auf das Derby haben.
Im Hinspiel konnte seine Mannschaft einen wichtigen Sieg gegen die Schwaben erringen. Nachdem die Freiburger die beiden Auftaktspiele in der Liga gegen Augsburg und in Köln verloren hatten, lagen sie durch ein Tor des Ex-Freiburgers Ermedin Demirovic auch am dritten Spieltag im Heimspiel gegen den VfB zunächst zurück, drehten die Partie aber noch in ein 3:1, durch einen Doppelpack von Igor Matanovic und ein Tor von Derry Scherhant. „Da haben wir es gut gemacht, das wollen wir bestätigen“, sagte Philipp Treu vor dem Rückspiel, in dem er ein „brisantes Duell“ erwartet.
Von seinen Kollegen hat sich der 25-Jährige schon erzählen lassen, dass es in Stuttgart für sie zuletzt „nicht so gut lief“, deshalb „wollen wir da ein anderes Gesicht zeigen und sie ärgern“. Mit 0:4 und 0:5 unterlagen die Freiburger in den vergangenen beiden Saisons dem VfB unter Sebastian Hoeneß, die drei vorherigen Auswärtsspiele unter dessen Vorgänger Pellegrino Matarazzo hatten die Badener hingegen gewonnen. Das Hinspiel in dieser Saison hat Treu nur von der Bank aus erlebt. Nachdem er im Sommer vom FC St. Pauli zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt ist, hat er sich inzwischen zum Stammspieler entwickelt, allerdings auf unterschiedlichen Positionen: als Rechts- und als Linksverteidiger und als Rechtsaußen.
Kübler und Lienhart fehlen
In Stuttgart dürfte Treu wieder als rechter Verteidiger gefragt sein, da Lukas Kübler nach seiner Knieverletzung aus dem Köln-Spiel – wie auch Philipp Lienhart (Bauchmuskelverletzung) – weiter ausfallen wird. Max Rosenfelder, der aus Belastungssteuerungsgründen nicht mit nach Lille gereist ist, wird wieder in den Kader und vermutlich auch in die Startelf zurückkehren, obwohl Bruno Ogbus neben Ginter in Frankreich ein gutes Spiel gemacht und viel wegverteidigt hat. In der Offensive ist Lucas Höler (nach überstandenem Infekt) wieder eine Alternative. In vorderster Linie ist aber mit Hinspiel-Matchwinner Matanovic (vier Pflichtspieltore im Januar) zu rechnen, der in Lille für den glücklosen Junior Adamu nur eingewechselt wurde.
Schuster: Lehrgeld für Irié
Einen unglücklichen Einsatz hatte am Donnerstagabend auch der kurz vor Schluss ins Spiel gekommene Cyriaque Irié, der in der Nachspielzeit den letztlich entscheidenden Elfmeter verursachte. In der Woche zuvor hatte der wuchtige Offensivspieler mit spektakulären Defensivaktionen noch dazu beigetragen, den knappen 1:0-Sieg im Europapokal gegen Tel Aviv mit über die Zeit zu bringen. Irié habe „Lehrgeld“ gezahlt, sagte Schuster, aber das Team werde ihn wieder aufbauen. Insgesamt sei es beim LOSC „ein Spiel mit einem großen Lernfeld“ gewesen „für die nächsten Aufgaben, die wir haben“. Trotzdem ist sich der SC-Coach sicher, dass seine Mannschaft in Stuttgart „mit breiter Brust auftreten“ wird. „Wir müssen uns bestätigt fühlen für das Gesamte, das wir erreicht haben.“

