Auf den Conference-League-Sieg gegen Straßburg folgt für Mainz 05 ein Ligaduell mit Tabellennachbar SC Freiburg. Dafür kann Mainz sogar auf Nadiem Amiri hoffen, während Urs Fischer über die Chance auf eine weitere ECL-Qualifikation nur lachen kann.
Amiri-Comeback bahnt sich an
Die Serie des 1. FSV Mainz 05 ist mehr als bemerkenswert. Seit sage und schreibe neun Pflichtspielen sind die 05er ungeschlagen, unter Urs Fischer haben sie ohnehin erst zweimal verloren. Besonders kurios dabei: Vor der Übernahme des Schweizers als Cheftrainer gelangen Mainz nie zwei Siege hintereinander und der Verein dümpelte nach 13 Spieltagen mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz herum.
Nun stehen die Rheinhessen nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel des Conference-League-Viertelfinals gegen Racing Straßburg nicht nur mit einem Bein in einem europäischen Halbfinale, sondern in der Liga auch auf Rang 9, nur vier Punkte hinter dem SC Freiburg. Und genau gegen diesen Tabellennachbarn, der ebenfalls erst am Donnerstag, im Viertelfinale der Europa League gegen Celta Vigo, mit 3:0 gewinnen konnte, ist die Fischer-Elf am Sonntag (19.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wieder in der Bundesliga gefordert.
„Zum Genießen ist leider noch keine Zeit“, sagte Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Wichtig sei nach dem Erfolg in der Conference League nun auch gegen Freiburg „die mentale Komponente hinzubekommen“, immerhin erwarte man mit dem SC „eine sehr geduldige, abgeklärte und erwachsene Mannschaft“.
Fischer: „Wir sind nach wie vor da hinten drin.“
Jetzt ist es nun mal rechnerisch möglich, dass der FSV mit einem Sieg gegen Freiburg plötzlich sogar nochmal die Plätze um die Conference League angreift. Sollte nämlich ein über die Liga für die Europa League oder die Champions League qualifizierter Verein den DFB-Pokal gewinnen, würde dafür Rang 7 reichen – und außer Freiburg stehen alle noch verbliebenen Teams oben drin.
Davon will der Coach aber überhaupt nichts wissen. „Da bin ich ganz weit weg, wirklich“, sagte er sichtlich amüsiert. „Jetzt einen Blick nach vorne zu werfen und das den Jungs auch noch auf den Weg zu geben, das wäre einfach sowas von falsch.“ Stattdessen sieht er sich mit seinem Team sogar noch im Abstiegskampf. „Ich bleibe dabei: Wir sind nach wie vor da hinten drin, das reicht noch nicht. Klar hat sich die Ausgangslage verändert, aber wir sind noch nicht durch.“ Die Jungs dürften zwar „träumen. Man muss Träume haben, um auch Dinge anzugehen. Aber ich glaube, es gibt dann auch eine Grenze, und das wäre ganz sicherlich eine.“
Mainzer Lazarett lichtet sich etwas
Nur auf die gute Form kann sich Fischer natürlich nicht verlassen. Auch das Personal muss mitspielen. So kommt es ziemlich ungelegen, dass mit Jae-Sung Lee weiterhin ein wichtiger Mittelfeldmotor wie bereits gegen Straßburg mit einer Verletzung des linken großen Zehs passen muss.
Doch es gibt auch gute Neuigkeiten aus dem Mainzer Lazarett. Aus dem Spiel gegen Straßburg sind keine weiteren Ausfälle hervorgegangen und mit Anthony Caci, Stefan Bell, Andreas Hanche-Olsen und auch Nadiem Amiri sind einige Langzeitverletzte bereits wieder im Training. „Es gibt Kandidaten von den Trainingsrückkehrern, aber ihr werdet es dann sehen, wenn es einer schafft“, ließ Fischer einen Einsatz aller vier offen. „Wir hatten ein sehr gutes Spielersatztraining, auch mit einer gewissen Intensität.“ Robin Zentner ist derweil noch kein Thema.
Nur zu Amiri äußerte sich der 60-Jährige dann aber doch nochmal genauer. „Es gilt Nadiem schnellstmöglich wieder heranzuführen“, machte er die Bedeutung seines Topscorers, der mit einer hartnäckigen Fußverletzung bereits fünf Ligaspiele verpasste, deutlich und stellte auch Einsatzminuten in Aussicht: „Das Ganze über Trainingseinheiten hinzubekommen, wird eher schwierig, weil wir einfach nicht so viele Einheiten haben. Vielleicht muss man ihn dann auch einfach mal hineinwerfen für 15 bis 20 Minuten. Heute hat das gut ausgesehen und ich hoffe, es gibt dann keine Reaktionen.“

