Wieder einmal stand Union Berlin mit leeren Händen da. Die Art und Weise missfiel Horst Heldt dabei besonders. Christopher Trimmel hatte zudem einen weiteren Erklärungsansatz für den Ärger des Bosses.
Trimmel bemängelt das „Auf und Ab“
15 Spiele, null Siege, nur fünf Remis und zuletzt fünf Zu-null-Niederlagen in München. Für Union Berlin gibt es in der Liga gegen den Rekordmeister weiter nichts zu holen. Dabei hatten die Eisernen in der Hinrunde beim 2:2 dem Favoriten das Leben schwer gemacht und auch im Pokal-Achtelfinale nur knapp mit 2:3 verloren. Das dritte Treffen in dieser Spielzeit geriet aber zu einer einseitigen Geschichte.
Die Münchner hatten beim 4:0 nicht nur die Nase auf der Anzeigetafel vorne, sondern dominierten auch bei den Torschüssen (31:5), den gespielten Pässen (702:244) oder der Laufleistung (121,54 km vs. 113,75 km) – selbst die Alu-Statistik sprach mit 2:0 für die Bayern. Dabei hatten die Eisernen zunächst noch die Null gehalten, ein Doppelschlag entschied die Partie dann im Prinzip schon vor der Pause.
„Zu einfach“: Heldt ärgern vor allem die Gegentore
„Wir waren in allen Belangen unterlegen und deswegen haben wir auch in der Höhe absolut verdient verloren“, resümierte Horst Heldt am Sky-Mikrofon. Auch wenn es gegen den FC Bayern „immer schwierig“ sei, kam der Geschäftsführer Sport zu dem Ergebnis: „So kannst du natürlich nicht auftreten.“
Zwar habe seine Mannschaft „30 Minuten lang gut verteidigt“, aber die beiden Tore vor der Pause und das dritte kurz danach ärgerten den 56-Jährigen sichtlich. „Wir wissen, gegen wen wir spielen, aber die Tore sind zu einfach gewesen. Wir haben Glück gehabt, dass wir hier nur vier bekommen haben. So hast du keine Chance.“
Insgesamt hatte Heldt „eine Menge“ ausgemacht, „was wir heute nicht gut gemacht haben“, ins Detail wollte er aber nicht gehen. „Das macht keinen Sinn“, erklärte Heldt und bat um Verständnis, dass das erst mal intern besprochen werde, machte aber auch klar: „Gegen keinen Gegner kann man so auftreten, wie wir heute aufgetreten sind.“
Trimmel geht ins Detail
Was Heldt nicht öffentlich machen wollte, machte Christopher Trimmel zumindest in Ansätzen. „Nicht mutig genug“ mit dem Ball, seien die Berliner aufgetreten. „Auch bei den Bällen in der ersten Hälfte hinter die Kette auf Olise, müssen wir besser agieren“, monierte der Kapitän. Immer wieder hatten die Bayern mit Diagonalschlägen versucht, die Defensive der Eisernen zu knacken – beim 0:1 mit Erfolg. Olise narrte nach Leon Goretzkas Verlagerung zudem Stanley Nsoki und schlenzte ins lange Eck.
Nach dem Doppelschlag wollte man zur Pause etwas verändern, verriet Trimmel, doch auch in der zweiten Hälfte spielten nur die Münchner, die kurz nach Wiederanpfiff mit dem 3:0 das Spiel entschieden.
Das Auf und Ab als Ärgernis
„Es ist bei uns in der Saison ein komisches Gefühl, weil es ein bisschen ein Auf und Ab ist“, versuchte sich Trimmel zudem noch in einem Erklärungsansatz für Heldts Ärger. „Wir liefern immer wieder gute Spiele, wie zuletzt in Freiburg. Dann sind aber wieder so Spiele dabei wie heute. Da müssen wir einfach konstanter werden, und ich glaube, das ist das, was uns so stört und was auch den Geschäftsführer Sport so stört.“ Auch Steffen Baumgart sah es als „Fakt“ an, „dass wir besser spielen können und auch müssen“, aber „die Bayern waren in allen Belangen überlegen“ – und kam zu dem Fazit: „Ich habe keinen gesehen, der heute aufgegeben hat und trotzdem hat es nicht gereicht.“
Immerhin ist das Polster auf die Abstiegszone noch ordentlich, zudem spielen die Eisernen nach der Länderspielpause mit St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg gegen drei Teams, die alle in der Tabelle hinter den Köpenickern stehen. Dann allerdings zählt es, das weiß auch Trimmel: „Die Antwort auf so ein Spiel ist immer die wichtige und da hoffe ich, dass wir nach der Länderspielpause ein gutes Spiel hinlegen.“

