Robert Andrich hat enttäuschende Monate hinter sich. Nun greift er unter Bayers neuem Trainer Erik ten Hag wieder an und will sich einen Stammplatz erarbeiten. Klar ist aber: Er macht sich weiterhin Gedanken.
Sechser spricht über die WM 2026, den Auftakt und Xhaka
Aus Rio de Janeiro berichtet Leon Elspaß
Was Robert Andrich von Erik ten Hag hält, das braucht man ihn im Grunde genommen noch gar nicht zu fragen. Andrich kennt ten Hag ja erst seit Montag, saß mit ihm ein paar Stunden im Flugzeug in Richtung Rio de Janeiro und absolvierte am Dienstag nun die erste Einheit unter der Anleitung des neuen Bayer-Trainers. Ergo muss Andrich selbst erst mal schauen, wie ten Hag so tickt, wie er im Mittelfeld plant und welche Rolle der Niederländer ihm in diesen Planungen einräumt. Klar ist erst mal nur: Andrich strebt 2025/26 nach einer zentralen Rolle.
Denn es ist ja so: Der 30-Jährige hat die WM 2026 als großes Ziel. Spielt er allerdings so wenig wie zuletzt unter Ex-Bayer-Coach Xabi Alonso, bei dem er nur noch eine Nebenrolle besaß, läuft er Gefahr, bei diesem Weltturnier zu fehlen. Das ließ Bundestrainer Julian Nagelsmann auch schon öffentlich durchklingen. Also wartet der seit 2021 bei Bayer unter Vertrag stehende Andrich ab – und versucht, ten Hag in diesen Tagen auf brasilianischem Boden so gut es geht kennenzulernen und zu überzeugen.
Andrich will kämpfen, macht sich aber Gedanken
„Eigentlich fängt jeder bei null an“, sagte Andrich nach der ersten Einheit in Rio de Janeiro am Dienstagnachmittag. „Jeder muss sich zeigen, keiner hat irgendwelche Kredite. Für mich geht es darum, zu zeigen, dass ich besser bin als die anderen auf der Position.“
Es gehe im Fußball nun mal darum, seine Mitstreiter im Konkurrenzkampf „auszustechen. Das hört sich immer so hart an“, erklärte er fast entschuldigend, „aber so ist nun mal das Geschäft“. Zumal das ja nicht heiße, „dass wir nicht trotzdem zusammen für eine geile Zeit kämpfen, arbeiten und Spaß haben. Aber im Grunde muss ich einfach zeigen, dass ich spielen möchte und spielen muss.“ Das sei „Fakt“, so der Sechser, der sich offenbar nach wie vor Gedanken macht.
Andrich geht mit Kampfgeist voran
So erklärte er angesprochen auf Abgangsgerüchte in diesem Sommer, sie beschäftigten ihn nicht. Doch er sagte auch: „Wenn ich irgendwie merken sollte, der Trainer steht nicht auf mich – das wird man ja irgendwann im Laufe der Zeit vielleicht -, oder es passt gar nicht zusammen, dann muss man nachdenken.“ Sein oberstes Ziel aktuell sei es indes, „hier zu sein, mich durchzusetzen, die Nummer eins zu werden in der ersten Elf“, so Andrich. Und im Training sah man ihm die Bereitschaft an.
Gewohnt energisch jagte der 18-malige Nationalspieler hinter jedem Ball in seiner Nähe her, setzte nicht nur einmal zur Grätsche an – und strahlte Kampfgeist und viel positive Energie aus. Andrich, das legten diese Szenen nahe, will sich ganz offensichtlich beweisen.
Xhaka? „Er wird wissen, was das Beste ist“
Ob das auch für Kollege Granit Xhaka gilt? Um den 32-Jährigen gibt es aktuell bekanntlich größere Fragezeichen. Bleibt er? Wechselt er? „Das ist eine Sache zwischen ihm, seinem Management und dem Verein. Am Ende wird er schon wissen, was das Beste für ihn ist“, sagte Andrich. Es sei im Fußball völlig normal, „dass manchmal auch unvorhergesehene Sachen passieren. Ich kann dazu auch nicht viel sagen. Ich bin nicht sein Berater. Ich bin nicht sein Agent. Es kann alles passieren.“

