Die Bayern sind zurück, schlagen im Topspiel starke Hoffenheimer mit 5:1. Alles gut? Der Auftritt am Sonntagabend zeigte trotz 78-minütiger Überzahl, dass Trainer Vincent Kompany an Schwächen arbeiten muss.
Trotz 5:1 im Spitzenspiel
Auf seine Offensive kann sich der FC Bayern verlassen. Nachdem die Produktion in den jüngsten Spielen leicht nachgelassen hatte, schenkte sie Hoffenheim am Sonntag fünf Tore ein und kommt nun allein in der Bundesliga auf unglaubliche 79 Tore nach 21 Spieltagen. Luis Diaz lieferte einen Weltklasse-Auftritt, holte zwei Elfmeter heraus und traf dreimal. Der Kolumbianer symbolisiert die Gier, immer weiterzumachen und nach dem vierten auch das fünfte Tor erzielen zu wollen.
Und Harry Kane versenkte beide Elfmeter und kommt auf 24 Saisontore. Also alles gut nach vorne? Jein. Denn die Münchner gingen teilweise verschwenderisch mit ihren insgesamt 17 Chancen um. Auch Kane, der in der ersten Halbzeit den Ball im Nachschuss am leeren Tor vorbeischoss. Ein seltenes Bild vom Engländer. Gegen Hoffenheim rächte sich dies alles zwar nicht. In einem K.-o.-Spiel wie im Pokal gegen RB Leipzig (Mittwoch, 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) oder in der Champions League kann Effizienz freilich schnell den Unterschied ausmachen.
Kritik auf hohem Niveau, zugegeben. Mehr zu denken geben sollten Kompany die Lücken, die die Bayern in ihrer Defensive anboten. Sieben fast durchgehend hochkarätige Chancen boten sie Hoffenheim in Überzahl an und blieben auch im sechsten Bundesligaspiel 2026 nicht ohne Gegentor. Dieses fiel am Sonntag nach einem kapitalen Fehlpass Manuel Neuers – übrigens dem identischen wie beim 4:1 in der Hinrunde, als Fisnik Asllani den Pfosten traf. Allerdings rettete der Torwart auch zweimal stark gegen Andrej Kramaric und Asllani und verhinderte damit Schlimmeres.
Härtefall Kim – Olise gesperrt
Neben der gegen Hoffenheim mitunter fehlenden Abstimmung im Abwehrzentrum ließ insbesondere Alphonso Davies auf seiner linken Abwehrseite den Gegnern oft viel zu viel Platz. Kompany wird sehr genau überlegen, ob er gegen RB nicht besser neben Josip Stanisic den genesenen Konrad Laimer hinten defensiv bringt. Offensive Power hat er schließlich genug. Für Davies spricht seine Geschwindigkeit, weil auch RB mit sehr viel Tempo kommen wird. Für Laimer und Stanisic die Stabilität.
„Nach dem 1:0 haben wir drei Chancen zugelassen, das sollte uns nicht allzu oft passieren“, kritisierte auch Sportvorstand Max Eberl diese Phase und sagte: „Wir haben 5:1 gewonnen, haben aber noch Luft nach oben.“ Dabei hat Kompany personell die Qual der Wahl und alle Mann des Kaders an Bord. Deshalb fand sich am Sonntag für Innenverteidiger Min-Jae Kim kein Platz auf der Bank. Ein Härtefall, dem weitere folgen könnten.
Nach dem wichtigen Pokalspiel fehlt im Ligaspiel bei Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) allerdings Michael Olise nach seiner fünften Gelben Karte, die er wegen Meckerns sah. Der Franzose präsentierte sich gegen Hoffenheim mit Ausnahme des Assists zum 4:1 nicht in Topform. Für ihn wie das gesamte Team gilt: Es bleiben Hausaufgaben zu erledigen, wenn diese bislang starke Saison mit mehr als der wahrscheinlichen Meisterschaft enden soll.

