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Schuster schwärmt: „Als Fan würde ich mir ein Grifo-Trikot kaufen“

Mit Abstand führt Vincenzo Grifo als offensiver Mittelfeldspieler die Freiburger Torschützenliste an – aktuell und sehr bald auch historisch gesehen. Eine weitere besondere Marke hat der Italiener, von dem sein Trainer schwärmt, gegen den HSV schon geknackt.

10, 100 und vor nächstem großen Rekord

Vincenzo Grifo hat in seiner Karriere schon einiges an Material geliefert, das auch bei YouTube laufen könnte unter dem Titel: „Wie schieße ich den perfekten Elfmeter?“ Zum Beispiel sein erster verwandelter Strafstoß Anfang Dezember im DFB-Pokal beim 2:0 gegen Darmstadt. Mit richtig Dampf oben links in den Winkel – keine Chance für den Keeper.

Bei seinem zweiten Versuch in dieser Partie wollte es Grifo ähnlich wuchtig-überzeugend machen, scheiterte aber an der Latte. Es ist sein einziger Fehlschuss aus elf Metern in dieser Saison, nachdem der Spezialist vergangene Saison erstmals in seiner Karriere eine echte Elfer-Seuche hatte. In der Bundesliga 2024/25 vergab der frühere italienische Nationalspieler alle drei Versuche, traf nur im Pokal einmal.

Mit Kuntz und Matthäus gleichgezogen

Insgesamt steht Grifo bei 42 Elfmetertoren (bei 51 Versuchen) in seiner Profikarriere auf Klub- und Nationalteamebene und 30 (35) in der Bundesliga. Damit zog er mit Lothar Matthäus und Stefan Kuntz gleich, die auf ebenso viele verwandelte Strafstöße kommen. Nur neun Profis schossen noch mehr Elfmeter-Tore im Oberhaus. An der Spitze steht Manfred Kaltz mit 53 Treffern.

Am Samstag hatte Grifo beim Ausgleich zum 1:1 gegen den HSV allerdings etwas Glück. Eher untypisch landete der Ball unplatziert zwischen der Mitte und dem linken Eck, Daniel Heuer Fernandes war noch mit der Hand am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.

„Heuer Fernandes ist ein guter Torwart, ahnt oft die richtige Ecke. Ich dachte, dass er vielleicht in die andere Ecke springt, in die ich in Wolfsburg gegen Grabara geschossen habe. Und diesmal wollte ich mit dem Schneefall und dem rutschigen Boden nicht so viel Risiko gehen und nicht ganz so hoch schießen. Aber wichtig ist, dass ein gewisser Zug drauf ist und manchmal braucht man auch ein bisschen Glück“, kommentierte Grifo sein wettbewerbsübergreifend schon zehntes Saisontor.

Petersen? „Er hat sicher schon gezittert“

Eine beeindruckende Zahl für den linken Mittelfeldspieler nach erst 25 Saisoneinsätzen. Die vergangene Saison beendete er mit zehn Treffern in 37 Spielen. Damit führt Grifo mit Abstand die aktuelle interne Torschützenliste an, vor Derry Scherhant (5), Johan Manzambi und Igor Matanovic (beide 4).

Und Grifo wusste nach dem 2:1-Sieg gegen den HSV nicht nur, dass er die persönliche Marke von 100 Bundesliga-Siegen erreicht hat („eine tolle Zahl“), sondern auch, dass ein deutlich bedeutsamer Rekord nun in greifbarer Nähe für ihn ist. „Ein Tor noch, dann ziehen wir gleich mit 105 Toren“, sagte er über den Freiburger Rekordtorschützen Nils Petersen, den er zuletzt schon als besten Freiburger Schützen in der Bundesliga-Historie (70 Tore) abgelöst hatte und fügte breit grinsend hinzu: „Er hat sicher schon gezittert.“

„Wenn ich ein Fan wäre, würde ich mir ein Trikot von Vince kaufen. Es ist wichtig, solche Persönlichkeiten im Verein zu haben.“ (Julian Schuster)

Mit einem Doppelpack am Mittwochabend in Leipzig wäre Grifo auf Anhieb alleiniger Rekordhalter. Wie er sich das erträumt, verriet er auch noch mit seinem typisch schelmischen Schmunzeln: „Ein Freistoß und ein Elfmeter.“

Gegen den HSV war auf den Dauer-Top-Scorer auch sonst mal wieder Verlass in Sachen offensiver Effektivität. Eine frühe Top-Chance von Lukas Kübler, der die Latte traf, leitete Grifo mit einem öffnenden Pass in den Lauf von Yuito Suzuki ein. Und vor der für den SC schmeichelhaften Elfer-Entscheidung war es auch sein Pass auf Lucas Höler, der diese Szene erst ermöglichte.

„Wenn ich ein Fan wäre, würde ich mir ein Trikot von Vince kaufen“, geriet Trainer Julian Schuster, der noch einige Jahre mit Grifo zusammenspielte, ins Schwärmen: „Es ist wichtig, solche Persönlichkeiten im Verein zu haben.“

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