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Schmidt winkt ab: „Eigentlich ist ein Mülleimer-Wort“

Nur drei Punkte aus den letzten zwölf Spielen, kein Dreier – der 1. FC Heidenheim rauscht der 2. Bundesliga entgegen. Trainer Frank Schmidt fordert Eigenmotivation von seinem Team und erklärt, weshalb er mit dem Wort „eigentlich“ nichts anfangen kann.

Heidenheim mit drei Ausfällen in Frankfurt

Wenngleich sich der FCH ziemlich wahrscheinlich wieder Richtung 2. Liga verabschieden wird, so scheint die Liebe der Fans ungebrochen zu sein. Rund 1500 Heidenheimer werden am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) der Partie bei Eintracht Frankfurt beiwohnen, wofür sich FCH-Coach Frank Schmidt bereits im Vorfeld bedankt hat. Die Fans und er, das ist ohnehin ein ganz besonderes Erlebnis.

Weiterhin verzichten muss Schmidt auf die Stuttgart-Leihgabe Leonidas Stergiou, des Weiteren nicht spielen kann Tim Siersleben, der krank ist. Ebenfalls krankheitsbedingt ausfallen wird Christian Conteh, ansonsten hat Schmidt seinen Kader zur Verfügung.

In den verbleibenden Partien gehe es bei seinen Spielern um die Eigenmotivation. „Da ist jeder für sich verantwortlich. Wir müssen den Anstand haben, auch dem Wettbewerb gegenüber, unabhängig von der eigenen Situation. Ohnehin sind es neun Spiele in der Bundesliga“, zählt Schmidt einige Gründe auf, warum man sich in Heidenheim nicht hängen lassen wird. Er möchte nach wie vor bei den Spielern sehen, dass sie für die Sache brennen – und danach stellt er auf. Dazu sei es eine Verpflichtung gegenüber den mitgereisten Fans, dass man alles probieren müsse in Frankfurt.

Schmidt kennt kein Erbarmen bei der Analyse

„Eigentlich ist ein Mülleimer-Wort, das habe ich in der Schule früh gelernt“, sagt Frank Schmidt, angesprochen auf die Leistung seiner Mannschaft, die in Phasen, zuletzt auch gegen Hoffenheim, eine ansprechende Leistung gezeigt habe. „Das ist kein Wort, das eine gute Situation gut beschreibt. Es bedeutet, dass man es nicht gut gemacht hat“, klärt Schmidt auf, warum ihm diese Beschreibung missfällt. Selbst in dieser aktuellen Situation werde er in seinen Analysen mit der Mannschaft nicht nachgiebig. „Das gibt es bei mir nicht. Man muss Dinge aufzeigen, die man hätte besser machen können“, sagt Schmidt. Gegen Hoffenheim seien Fehler passiert, „die nicht zu tolerieren sind und die mich wütend gemacht haben“, schiebt Heidenheims Trainer nach. Und genauso hat er das der Mannschaft mitgeteilt.

Seine Mannschaft müsse in den kommenden Wochen noch einmal ein anderes Gesicht zeigen, nicht direkt umfallen, nur wenn man mal einen Gegentreffer bekommt, sagt er. Es gehe nicht um Leben und Tod, somit müsse auch niemand Angst haben. „Wir müssen einfach mal wieder dahin kommen, dass wir wieder ein Spiel gewinnen“, sagt Schmidt. Die nächste Gelegenheit biete sich in Frankfurt und auch dort werde man wieder alles probieren, um siegreich zurück an die Brenz zu fahren.

Auf Schmidt lässt in Heidenheim niemand etwas kommen

Während und nach dem Hoffenheim-Spiel ist vor allem Trainer Frank Schmidt gefeiert worden. Nicht das erste Mal, aber vielleicht das erste Mal, dass ihm diese Unterstützung hilft in einer Phase, in der er in den vergangenen 18 Jahren noch nie gesteckt hat. Er differenziert zwischen den Fans, nicht das erste Mal. Diejenigen, die den langen und erfolgreichen Weg mitgegangen sind in den vergangenen Jahren, auf die lässt er nichts kommen. Das hat er schon häufiger gesagt. Ihn stören diejenigen, die irgendwann, als der Erfolg da war, auf den Zug aufgesprungen sind. Deren Kritik lässt er nicht an sich heran. „Natürlich kommen auch andere Dinge bei mir an, aber nicht von Menschen, bei denen es mich interessiert. Wir haben hier über Jahre etwas aufgebaut und wir kennen uns logischerweise auch“, sagt er, und diese „Älteren“ wüssten genau, was in Heidenheim stets kommuniziert worden und diese Situation nicht vom Himmel gefallen ist.

Er widerspricht denjenigen, die sagen, dass Schmidt mit der Misere nichts zu tun habe. „Ich habe sehr wohl etwas damit zu tun, ich bin der Trainer“, möchte er sich nicht der Verantwortung entziehen. Das Feingefühl gegen Hoffenheim, als weder langanhaltende Pfiffe noch Beleidigungen kamen, hob Heidenheims Trainer noch einmal hervor. „Das hätten wir sogar akzeptieren müssen, so wie wir uns in dieser Phase präsentiert haben“, räumt er ein.

Die Leistungskurve ging aber dann wieder nach oben. Die Sprechchöre mit seinem Namen hat er wahrgenommen nach der neuerlichen Pleite – und ist zu den Fans gegangen. „Ich habe in dem Moment aber auch an meine Mannschaft gedacht, weil wir ja nicht der 1. FC Frank Schmidt sind“, so Heidenheims Übungsleiter. Für seine Mannschaft, für die jungen Menschen, sei die Situation keine einfache. Und so nahm er diese gleich mit rein in die Sprechchöre: „Die Mannschaft ist immer auch ein Spiegelbild des Trainers.“ Und so werden sie gemeinsam einen neuerlichen Anlauf nehmen, ein Spiel in der Bundesliga zu gewinnen – und wenn es nur für die Fans ist.

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