Das Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel in Genk will der SC Freiburg abhaken. Der Sport-Club setzt gegen Union Berlin und im Rückspiel gegen die Belgier auf seine Heimstärke – und sendet zudem ein Zeichen der Unterstützung an die Ukraine.
Solidaritäts- und Spendenaktion für die Ukraine im Stadion
Die Mängel im Spiel beim KRC Genk wurden klar benannt. Die Freiburger fanden keine Lösungen gegen das hohe Pressing der Belgier, konnten sich nicht spielerisch lösen und hatten zu viele Ballverluste. „Wir waren in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug, haben in den Zwischenräumen nicht gut genug verteidigt, hatten keine Kontrolle und haben mit dem Ball falsche Entscheidungen getroffen“, fasste SC-Trainer Julian Schuster nach dem 0:1 in Belgien den Abend zusammen.
Hinzu kam, dass auch die Standards zu ungefährlich waren. „Die Ecken, die wir hatten, sind nicht so gekommen, dass wir zu Abschlüssen gekommen sind, das ist uns abgegangen, um noch mehr Druck zu entwickeln“, sagte Patrick Osterhage, der neben Johan Manzambi im Mittelfeld spielte, auch weil Maximilian Eggestein erstmals seit Oktober 2024 wegen einer Rotsperre fehlte. Der 29-Jährige ist „sehr wichtig“ für die Mannschaft, „aber die die Jungs, die auf dem Platz stehen, können es auch besser umsetzen“, wollte Schuster die großen Abstände im Mittelfeld nicht nur darauf zurückführen, dass der gewohnte Organisator fehlte.
Gegen Union Berlin (Sonntag, 17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) kann und wird er aber wieder mit Eggestein planen, und sicherlich auch am Donnerstag, an dem in Sachen Viertelfinale noch alles möglich ist. Ansonsten seien alle gut durch das Spiel gekommen und können auch wieder dabei sein, so der SC-Coach. Das gilt also auch für Niklas Beste, dessen Auge nach einem Schlag ins Gesicht zugeschwollen war. Für die Defensive kommen Philipp Lienhart und Lukas Kübler als Alternativen in Frage, die beide auch schon in Genk auf der Bank saßen.
Der größte Grund für Zuversicht bei den Freiburgern ist aber, dass sie die nächsten beiden Partien im eigenen Stadion bestreiten. „Wir sind eine Heimmacht, wir vertrauen auf unsere Stärke und unsere Fans“, sagte Torwart Noah Atubolu. Zuhause ist der Sport-Club seit 16 Pflichtspielen ungeschlagen. „Wir fühlen uns alle gut und fit, es ist der Endspurt, da müssen wir alle Kräfte nochmal bündeln“, betonte Vincenzo Grifo. „Wir wollen da weitermachen, wo wir gegen Leverkusen aufgehört haben, und sehr selbstbewusst auftreten.“
„Another Love“ im Stadion
Allerdings erwartet den SC am Sonntag eine andere gegnerische Spielweise als zuletzt beim 3:3 gegen die Werkself. Zudem steckt Union Berlin inzwischen im Abstiegskampf. „Sie verspüren durch die jüngsten Ergebnisse einen anderen Druck“, weiß auch Schuster. „Spiele gegen Union sind immer anspruchsvoll, vor allem was das Energetische angeht, da müssen wir mindestens ebenbürtig sein.“ Deswegen müssten seine Spieler wieder mehr Zweikämpfe gewinnen als zuletzt in Genk, und sich so „Stabilität und Sicherheit holen“.
Vor dem Anpfiff wird es ein weiteres Zeichen der Solidarität mit der Ukraine geben, die seit vier Jahren unter dem Angriffskrieg Russlands leidet. Der Kultur.Konvoi ist zum zweiten Mal mit seinem Format „VoiceOn“ im Stadion und es gibt wieder eine Live-Schalte, diesmal zu Sängerin Daria Kudryk in Freiburgs Partnerstadt Lviv. Gemeinsam mit ihr sollen die Zuschauer im Stadion das Lied „Another Love“ von Tom Odell singen.
Initiatoren der Aktion waren erneut Ex-SC-Bundesligaspielerin Carmen Höfflin und Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller. Und auch finanzielle Unterstützung wird es geben: Der SC und die Fangemeinschaft (FG) organisieren eine Pfandbecherspenden-Aktion im Stadion, deren Erlös an das Traumahilfezentrum „Maisternia“ in Lviv geht. Der Sport-Club wird die Summe zunächst verdoppeln, die dann von der Stadt Freiburg nochmal verdoppelt wird.

