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Rosenfelder: Wenn der Körper eine potenziell große Karriere bremst

In nicht einmal acht Minuten Einsatzzeit machte Max Rosenfelder beim Freiburger 0:3 bei der TSG Hoffenheim bei zwei Gegentoren keine glückliche Figur – und musste wieder verletzt ausgewechselt werden. Der nächste Rückschlag für den talentierten Innenverteidiger, den sogar schon Julian Nagelsmann nominieren wollte.

Freiburger Top-Talent vor nächstem Ausfall

Auch ein anfänglicher Bankplatz bewahrte Max Rosenfelder beim 0:3 bei der TSG Hoffenheim am Samstag nicht vor einem äußerst bitteren Nachmittag. Sicher auch wegen seiner Verletzungshistorie zählte der Innenverteidiger zu den fünf Profis, die das Freiburger Trainerteam um den an der Seitenlinie im badischen Duell gelb-gesperrt fehlenden Julian Schuster aus der Anfangsformation rotierte.

Rosenfelder hatte beim im Shoot-out gewonnenen Pokalfight bei Hertha BSC am Dienstag 120 Minuten plus Nachspielzeit absolviert und neben ein paar unnötigen (Abspiel-) Fehlern auch mutige Akzente nach vorne gesetzt. Leistungsmäßig hätte es also gute Gründe gegeben, den Abwehrspieler auch vier Tage später wieder starten zu lassen. Aber Schuster und Co. entschieden sich dafür, den 20-jährigen Bruno Ogbus an der Seite von Abwehrchef Matthias Ginter beim vor allem in diesem Jahr so starken Top-Team aus dem Kraichgau ins Rennen zu schicken.

Erst die Gegentore, dann die Verletzung

Freiburg fand von einigen letztlich ungefährlichen eigenen Torschüssen abgesehen, von Beginn an allerdings kaum Zugriff auf einen spielstarken und -freudigen Gegner und „hatte Glück“, es mit 0:0 in die Pause zu schaffen, wie Schuster-Vertreter und Co-Trainer Lars Voßler einräumte, der später treffend von einer „verdienten Niederlage“ sprach.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der SC-Trainerstab aber noch versucht, mit einer Umstellung zum Erfolg zu kommen. Voßler und Co. beendeten das undankbare Startelfdebüt von Sommerzugang Cyriaque Irié, der rechts vorne wie seine Offensivkollegen kaum Akzente setzen konnte, aus taktischen Gründen und stellten mit der Hereinnahme von Rosenfelder auf Dreier-/Fünferkette um, um mehr Stabilität zu erlangen.

Dieser Plan ging aber schon 34 Sekunden später durch die Hoffenheimer Führung Makulatur. Gegenspieler von Torschütze Fisnik Asllani: Rosenfelder, an dem wenig später unglücklich knapp auch der Kopfball von Ozan Kabak (direkter Gegenspieler Patrick Osterhage) zum 2:0 vorbeiflog. Noch bitterer wurde es aber kurz darauf.

„So, wie es aussieht, ist es eine schwere Verletzung.“ (SC-Co-Trainer Lars Voßler bei Sky)

Rosenfelder ging nach einem Laufduell mit Bazoumana Touré, der legitimerweise mit angelegtem Arm seinen Körper einsetzte, zu Boden und konnte sich gar nicht über den vom insgesamt schwachen Schiedsrichter Florian Exner zu seinen Gunsten zurückgenommenen Hoffenheimer Vorteil nach Foul im Mittelfeld freuen. Stattdessen musste Rosenfelder mit bandagiertem rechten Oberschenkel, gestützt vom medizinischen Personal, vom Feld geführt werden.

„Ich weiß noch nichts, aber so, wie es aussieht, ist es eine schwere Verletzung“, sagte Voßler nach Abpfiff bei Sky. Eine MRT-Untersuchung an diesem Montag wird Klarheit schaffen, eine erneute Zwangspause scheint aber unvermeidlich und bedeutet den nächsten Rückschlag für den gebürtigen Freiburger.

Erst Anfang Dezember hatte sich Rosenfelder, ebenfalls im rechten Oberschenkel, einen Muskelfaserriss zugezogen und wochenlang gefehlt. Ende Juni 2025 war es im Halbfinale der U-21-EM eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel gewesen, die Rosenfelder anschließend die Sommer-Vorbereitung, den Saisonstart und sogar noch mehr gekostet hat.

Nagelsmann wollte ihn für die September-Spiele berufen

„Nathaniel Brown, Max Rosenfelder und Nicolas Kühn hätten wir gerne nominiert, sie fehlen aber aufgrund von Verletzungen“, hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Ende August vor den September-Länderspielen verraten. Aktuell ist das Debüt in der A-Nationalmannschaft für das Top-Talent, das nach 40 Drittliga-Einsätzen im Sommer 2023 zu den SC-Profis befördert worden war, aber direkt fast ein Jahr wegen eines Patellaspitzensyndroms ausfiel, allerdings sehr weit weg.

Dabei könnte dieser im Zweikampf wie fußballerisch gute, dazu offensiv mutige und sehr schnelle (Top-Speed 35,91 km/h) Abwehrmann – wie über weite Strecken der Saison 2024/25 bewiesen, am Anfang einer großen Karriere stehen – wenn ihn bisher nicht immer wieder sein Körper ausbremsen würde. Mit kleineren und größeren Zwangspausen. Aber konstante Einsatzfähigkeit ist im Leistungssport eben auch eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Laufbahn. Rosenfelders nächster Rückschlag überlagerte aus Freiburger Sicht jedenfalls die unerfreulich klare Unterlegenheit beim badischen Rivalen.

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