Nach zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge und einer knapp zweiwöchigen Trainingspause will RB Leipzig mit einem sechstägigen Trainingslager schnell wieder in die Spur finden. Die Personallage hat sich mächtig entspannt.
Leipzig startet an der Algarve
Aus Almancil (Portugal) berichtet Oliver Hartmann
Die Vereinsfahne ist bereits am Eingangstor zum Teamquartier gehisst, die Bandenwerbung rund um den Trainingsplatz aufgestellt: Während die Profis von RB Leipzig an Neujahr ihren letzten Urlaubstag der kurzen Winterpause genossen, war in Almancil an der Algarve bereits alles vorbereitet für das anstehende Trainingslager. Am Freitagmorgen um 10 Uhr startet der Bundesliga-Vierte via Charterflug von Leipzig nach Faro, um sich im Süden Portugals bis zum Mittwoch auf den Rückrundenstart am 10. Januar beim FC St. Pauli vorzubereiten.
Nach der Ankunft im Fünf-Sterne-Quartier Conrad Algarve geht es am Nachmittag zum zwei Kilometer entfernten Sportkomplex „The Campus“, wo Trainer Ole Werner zur ersten Übungseinheit im neuen Jahr bittet. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer kennt die Anlage aus seiner Zeit beim VfL Wolfsburg, der dort in den vergangenen Jahren Stammgast war.
„Wir greifen im neuen Jahr an, dann werden hoffentlich auch ein paar Jungs wieder mit dazukommen, und dann werden wir noch besser sein.“ Mit diesen Worten hatte Ole Werner sein Team nach der 1:3-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen, die nach dem 1:3 bei Union Berlin die zweite Bundesliga-Niederlage in Folge bedeutet hatte, im letzten Pflichtspiel 2025 in die Winterpause verabschiedet. Und zumindest die Hoffnung, dass sich die im Dezember arg angespannte Personallage verbessern werde, hat sich erfüllt.
RB reist mit voller Kapelle nach Portugal. Lediglich der aus persönlichen Gründen freigestellte Mittelfeld-Routinier Kevin Kampl und Flügelflitzer Yan Diomande, der mit der Elfenbeinküste im Achtelfinale des Afrika-Cups steht, sind sicher nicht dabei. Fraglich ist, ob der intern nur noch eine untergeordnete Rolle spielende Verteidiger Lukas Klostermann seinen Infekt rechtzeitig auskuriert, um die Reise antreten zu können.
Quintett um Ouedraogo und Nusa zurück
Die zuletzt angeschlagenen Antonio Nusa, Assan Ouedraogo, Romulo, Johan Bakayoko und Ezechiel Banzuzi kehrten bereits nach den Weihnachtsfeiertagen ins RB-Leistungszentrum zurück, um ihre individuellen Aufbaupläne abzuarbeiten. Das Quintett soll nun ins Mannschaftstraining integriert werden, um am Millerntor gegen den FC St. Pauli zumindest eine Option für den Kader zu sein. Lediglich der Langzeit-Verletzte Benjamin Henrichs hat nach dem im Dezember 2024 erlittenen Achillessehnenriss diese Perspektive noch nicht, wird aber ebenfalls im Teamtraining weiter herangeführt.
Erfolglose Suche nach einem Testspiel-Gegner
Inklusive Klostermann hat Werner in Almancil einen 23-köpfigen Kader zur Verfügung, der noch durch einige Nachwuchsspieler ergänzt werden soll. Die Suche nach einem passenden Testspiel-Gegner blieb bislang allerdings erfolglos, sodass Werner wohl ohne eine solche Standortbestimmung ins erste Pflichtspiel 2026 gehen muss.
Hoher Besuch wird hingegen aus dem Fußball-Imperium des Mutterkonzerns erwartet. Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp und Mario Gomez, als Technischer Direktor sein engster Mitarbeiter, haben nach kicker-Informationen ihr Erscheinen angekündigt. Das Duo hatte bereits vor knapp zwei Wochen die Niederlage gegen Leverkusen auf der Leipziger Tribüne verfolgt.

