Bei der Nullnummer zwischen Gladbach und RB Leipzig stand gleich zweimal der VAR in kniffligen Situationen im Fokus. Während sich beide Seiten beim zurückgenommenen Elfmeter einig waren, sorgte eine Abseitsentscheidung für Diskussionen.
Einigkeit über zurückgenommenen Elfmeter
So richtig glücklich war keiner mit dem Punkt. „Wir wollen immer gewinnen“, ärgerte sich Leipzigs Willi Orban. Gladbachs Trainer Eugen Polanski war zwar stolz auf die defensive Stabilität seines Teams, gab aber bei Sky Sport zu, dass seine Mannschaft „nicht zufrieden ist über das Ergebnis“. Dass das 0:0 zwischen den Fohlen und Leipzig den Spielverlauf dennoch korrekt wiedergab, da waren sich beide Seiten auch einig.
Zwar wiesen die Daten am Ende 20:7 Torschüsse für die Gäste aus Sachsen auf, darunter auch einen Pfostenknaller von David Raum. Doch auf der anderen Seite wurden die Gladbacher durch den VAR um einen Treffer sowie um einen Strafstoß und so womöglich um erneute drei Punkte gebracht. Auch wenn beide Entscheidungen korrekt waren, waren sie nach Abpfiff in aller Munde.
Gladbacher fair beim Elfmeter
Wenig Diskussionen gab es dabei um den zweiten Eingriff aus Köln durch den VAR Daniel Siebert. Nach einem Kontakt von Orban gegen Shuto Machino hatte Schiedsrichter Timo Gerach mit etwas Zögern auf den Punkt gezeigt. Doch beim Videostudium erkannten die Unparteiischen schnell, dass Orban den Ball gespielt hatte und korrigierten ihre Fehlentscheidung.
„Das ist ein Elfmeter, den will ich nicht gegen mich kriegen. Also muss ich das gleich beurteilen.“ (Eugen Polanski)
Schon auf dem Feld hat ihm Orban zugerufen: „Wenn das ein Foul ist, dann hör‘ ich auf mit dem Fußball“, berichtete Raum. Der vermeintliche Übeltäter erklärte danach selbst: „Ich spiele deutlich den Ball und der Stürmer versucht etwas zu ziehen, was nicht zu ziehen ist. Die Bilder sprechen für sich.“
Dafür erhielt er die Zustimmung der Gladbacher: „Es ist sehr richtig, dass der VAR da eingreift. Das ist ein Elfmeter, den will ich nicht gegen mich kriegen. Also muss ich das gleich beurteilen“, erwies sich Fohlen-Trainer Polanski als fairer Sportsmann. „Er spielt klar den Ball“, fügte Florian Neuhaus hinzu.
Polanski schimpft: „Killt den Sport“
Kontroverser wurde es, als es um das aberkannte Tor von Franck Honorat ging. Die TV-Bilder zeigten, dass der Franzose beim Zuspiel von Rocco Reitz mit der Fußspitze wenige Millimeter in er verbotenen Zone stand. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, aber, wie Neuhaus lapidar feststellte: „Es ist sehr knapp, aber halbautomatisch. Wird schon stimmen.“
Sein Trainer wollte da nicht ganz mitgehen. „Ich hab‘ die Abseitslinie gesehen, aber die kann mir keiner erklären“, echauffierte sich Polanski im Interview. Vor allem zweifelte der Gladbach-Coach daran, dass hier der exakte, für die Abseitsentscheidung relevante Moment der Ballabgabe genau erkannt wurde. „Ich will mich nicht aufregen. Am Ende werden sie es schon wissen, ob es Abseits ist“, beruhigte sich Polanski schnell. „Aber es killt halt den Sport, die Entscheidung dauert zu lange. Wahrscheinlich Marketing für die Zuschauer, die sich dann eine Stadion-Wurst holen sollen“, witzelte der 39-Jährige.
„Ist natürlich überragend von mir, dass ich warte und ihn ins Abseits stelle.“ (David Raum mit einem Lachen)
Zu Späßen war nach dem Spiel auch RB-Kapitän Raum aufgelegt. Er hatte vor dem vermeintlichen Tor das Laufduell gegen Honorat verloren. Und feixte danach: „Ist natürlich überragend von mir, dass ich warte und ihn ins Abseits stelle.“ Um lachend hinzuzufügen: „Ich hab‘ mein Ohr extra noch angelegt.“
Am Ende kehrte auch in diese Diskussion Einigkeit ein. „Dass es so knapp ist, ist sau unglücklich für uns. Aber Abseits ist faktisch, Abseits ist Abseits“, meinte Gladbachs Tim Kleindienst. RB-Trainer Ole Werner fügte hinzu: „Dafür haben wir die Technik. Die kannst du gut finden oder nicht. Aber sie ist für alle gleich.“

