Der Start verlief verheißungsvoll. Mit dem Debütanten Stefan Posch in der Startelf landete Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg mit dem 3:1 den zweiten Heimsieg nacheinander. Nachdem er bei Como 1907 unzufrieden mit den Einsatzzeiten war, möchte der 28-Jährige durch den Wechsel seine Position in der Nationalmannschaft wahren.
Stammplatz und Klassenerhalt als Ziel
Bei Nationaltrainer Ralf Rangnick ist Stefan Posch eine feste Größe und in den meisten Spielen in der Viererkette hinten rechts gesetzt. Inzwischen kommt der 28-Jährige auf 49 Länderspiele für Österreich. Um seinen Stellenwert nicht zu gefährden, suchte Posch nach mehr Spielpraxis, die er bei Mainz 05 zu finden hofft.
„Meine Spielzeit in Como war begrenzt. Das hat mich mit Blick auf die WM zum Nachdenken gebracht“, umschreibt er die Motivation für sein Bundesliga-Comeback. Beim Serie-A-Klub durfte er nur in 14 von 22 Ligaspielen mitwirken und kam dabei auf weniger als 400 Spielminuten. Nachdem er am vergangenen Mittwoch erstmals mit Mainz trainiert hatte, spielte er am Samstag gegen Wolfsburg gleich durch.
Es war der zweite Mainzer Heimsieg nacheinander, nachdem die Mannschaft in der Liga zu Hause elf Monate lang nicht gewonnen hatte. Dieser fiel deutlich souveräner aus als das 2:1 gegen den 1. FC Heidenheim. Der FSV ließ sich dieses Mal auch durch Rückschläge wie einen nicht verwandelten Elfmeter oder ein frühes Gegentor nicht aus der Spur bringen und hielt den Gegner fast über die gesamte Spielzeit in Schach.
Neuzugang Posch, der vor einer Woche von Como 1907 ausgeliehen wurde, sieht sich in seiner ursprünglichen Einschätzung bestätigt: „Ich war überzeugt, dass die Mannschaft mehr Qualität hat, als es der Tabellenplatz vermuten lässt.“ Auch deshalb scheute der 28-Jährige den Wechsel zu einem Team, das um den Klassenverbleib kämpft, nicht. Der Erfolg gegen Wolfsburg habe gezeigt: „So spielt kein Absteiger.“
Von Mainz ist er zunächst nur bis Saisonende ausgeliehen, eine Kaufoption sicherten sich die Rheinhessen nicht. Vermutlich, weil der Preis zu hoch gewesen wäre. Nach der Saison müsste Posch wieder nach Italien zurück, ob es dazu kommt, ist offen. „Im Fußball kann man sowieso nicht so weit im Voraus planen“, erklärt er mit Blick auf lediglich vier Monate.
„Wir fahren nicht zur WM, um Beifahrer zu sein.“ (Stefan Posch)
Im Sommer steht dann die WM im Fokus, bei der Österreich in der Vorrunde auf Jordanien, Argentinien und Algerien trifft. „Wir fahren nicht dorthin, um Beifahrer zu sein, sondern wollen schon eine Rolle spielen“, betont Posch. Die erneute Anhebung der Teilnehmerzahl sieht er mit gemischten Gefühlen: „Für kleine Länder ist es natürlich besser und okay. Aber noch mehr Teams wären ein bisschen zu viel. Ich glaube, jetzt reicht es.“

