Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Offensiv nur noch Mittelmaß: Bayer geht die Torgefahr ab

Die Leverkusener Inkonstanz schlägt aktuell wieder nach unten aus. Nach enttäuschenden Auftritten bei Union Berlin (0:1) und gegen Piräus (0:0) braucht es eine Antwort. Ganz besonders in der Offensive.

Mainz als gutes Omen?

Nur ein einziger Schuss aufs Tor beim 0:1 in Berlin, nur ein einziger Schuss aufs Tor beim 0:0 gegen Piräus. In der Offensive von Bayer 04 Leverkusen hapert es dieser Tage gewaltig. Die Probleme sind vielschichtig. War es an der Alten Försterei vor allem die fehlende Durchschlagskraft gegen den tiefen Block der Unioner, fehlte gegen Olympiakos die Präzision und Tiefe im eigenen Spiel.

Noch in Berlin schlug Leverkusen 36 Flanken vor das Tor von Frederik Rönnow – so viele, wie seit dem 29. Spieltag 2024/25 nicht. Damals, ebenfalls gegen Union, waren es beim 0:0 41 Flanken. Gegen Olympiakos kam die Werkself gar nicht erst in diese Situationen, flankte nur achtmal, erhielt dafür gegen höher stehende Gegner aber mehr Platz, den sie nicht zu nutzen wusste. Unterschiedliche Baustellen, die vor allem die problematische Inkonstanz der Werkself hervorheben.

Fehlende Energie und Statistiken im Rückgang

„Uns fehlt ein bisschen Energie“, bemängelte Kasper Hjulmand nach der Nullnummer gegen die Griechen. Klar, die Werkself steckt in der wohl intensivsten Phase der Saison, musste in den vergangenen fünf Wochen viermal doppelt ran. Die kreativen Dauerbrenner Aleix Garcia und Alejandro Grimaldo wirken phasenweise überspielt, Verletzungen tun ihr Übriges. Einzig: An der Taktung ändert sich so schnell nichts. Mit dem Nachholspiel in Hamburg und dem Achtelfinale der Champions League stehen die nächsten drei englischen Wochen an.

Und die Probleme begannen nicht erst mit der Niederlage bei Union. In der Hinrunde brachte es Leverkusen in der Bundesliga noch auf 1,8 xGoals sowie 2,1 Treffer pro Spiel, was – bei noch einem ausstehenden Spiel – den zweitbesten Toreschnitt bedeutete. In der Rückrunde sind es nur noch 1,3 xGoals und 1,5 Treffer. Damit bewegt sich die Werkself nur noch im Bundesliga-Mittelfeld (Platz 8). Und das, obwohl von den bisherigen Gegnern nur die TSG Hoffenheim in der Tabelle vor ihnen stand. Gegen den Tabellendritten führten acht Torschüsse, darunter zwei auf das Tor, zu 0,96 xGoals, aber keinem Treffer (0:1).

Werkself kurz vor Rekord

Dabei sorgt Leverkusen für ein Kuriosum: Die elf zurückliegenden Bundesliga-Treffer wurden von elf verschiedenen Torschützen – darunter ein Eigentor von Gladbachs Philipp Sander – erzielt. Der Ligarekord liegt bei zwölf Toren eines Vereins am Stück durch unterschiedliche Torschützen, zuletzt erreicht von Eintracht Frankfurt in der laufenden Saison.

Doch viel lieber als diesen Rekord hätte Leverkusen natürlich die Tore von Patrik Schick genommen, der gegen Union spät zweimal vorbeiköpfte und – abseits der Liga-Statistik – auch im Rückspiel gegen Olympiakos drei Chancen vergab. Dabei schien der Tscheche seine kleine Torflaute seit Jahresbeginn zuletzt abgeschüttelt zu haben, traf er doch erst gegen St. Pauli (4:0) und dann gleich doppelt in Piräus (2:0).

Der zweite Stürmer, Christian Kofane, der aufgrund der Belastungssteuerung auch für Samstag gegen Mainz ein Startelfkandidat ist, wartet da schon deutlich länger auf einen Treffer. Seit dem 29. November beim 1:2 gegen Dortmund, um genau zu sein.

Gegen Mainz trifft Leverkusen quasi immer

Ausgerechnet beim 4:3-Auswärtssieg in der Hinrunde gegen die Mainzer, die am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in Leverkusen gastieren, war der 19-Jährige aber erfolgreich. Die 05er sind für Leverkusens Offensive ohnehin so etwas wie ein Lieblingsgegner. In den jüngsten 17 Duellen in der Liga traf Bayer immer, eine solche Serie weist die Werkself zurzeit gegen keinen anderen Bundesligisten auf. Letztmals torlos blieb die Leverkusen gegen Mainz beim 0:2 am 22. Spieltag 2016/17.

Vielleicht ein gutes Omen, um die Harmlosigkeit schnellstmöglich und bestenfalls nachhaltig wieder abzustellen. Weitere Ausrutscher sollte die Werkself ohnehin tunlichst vermeiden, wenn sie nicht zu den Champions-League-Plätzen abreißen lassen will.

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5