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„Nicht zielführend“: FC-Geschäftsführer Türoff kontert Innenminister-Kritik

Nachdem die Innenminister Herbert Reul (NRW) und Armin Schuster (Sachsen) im kicker den Druck beim Thema Stadionsicherheit erhöht hatten, kontert nun Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff die Vorwürfe – und schließt sich einer Forderung des VfB Stuttgart an.

Streit um Stadionverbote

Der Ton war scharf. „Das sind keine Drohungen, das sind logische Konsequenzen“, hatte Sachsens Innenminister Armin Schuster in einem gemeinsamen kicker-Interview mit dem nordrhein-westfälischen Amtskollegen Herbert Reul auf die Frage entgegnet, ob es im Streit um die Sicherheit in deutschen Stadion auch zur Verweigerung von Veranstaltungsgenehmigungen kommen könnte.

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Konkret warfen die beiden CDU-Politiker den Vertretern in der Bund-Länder-offenen Arbeitsgruppe (BLoAG) vor, dringend nötige Reformen beim Thema Stadionsicherheit zu verschleppen. Das könnte, so Reul und Schuster, auch dazu führen, dass zukünftig für die Absicherung von Bundesligaspielen entstehende Polizeikosten auf die Vereine abgewälzt werden.

Auf kicker-Anfrage äußert sich nun der 1. FC Köln in Person von Philipp Türoff, dem Sprecher der Geschäftsführung des Traditionsvereins. „Pauschale Drohungen mit der Umlegung von Polizeikosten oder der Verweigerung von Genehmigungen halten wir nicht für zielführend“, stellt der 49-Jährige klar und betont: „Sie stellen nachweisbar keinen wirksamen Hebel für mehr Sicherheit dar, sondern riskieren, die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden zu untergraben.“

Ein Diskussionspunkt zwischen Klubs und Verbänden einerseits sowie der Politik andererseits waren Details bei der Einführung einer zentralen Fachaufsicht für Stadionverbote. Bislang entscheiden darüber lokale Gremien, zukünftig wird nach Forderung der Politik eine zentrale Fachaufsicht gebildet, die als Korrektiv für die Entscheidungen der lokalen Gremien angerufen werden kann. Offen ist hier, wie hoch die Eingriffsschwelle für die zentrale Fachaufsicht sein wird. Gegen einen zentralisierten Prozess hatte sich bereits der VfB Stuttgart in einem Geheimbrief an DFL und DFB positioniert – und bekommt nun Zustimmung aus dem Rheinland.

„Am Standort Köln pflegen wir einen engen und vertrauensvollen Austausch mit der Polizei, den Sicherheitspartnern, aber auch den Fanorganisationen, auf dessen Basis wir Stadionverbote wirksam aussprechen und ein sicheres Stadionerlebnis beim FC gewährleisten können“, erklärt Türoff und wird deutlich: „Unsere Position ist klar: Die lokalen Stadionverbotskommissionen müssen erhalten bleiben, denn Sicherheit im Stadion ist eine lokale Aufgabe, die Standortkenntnis und oft Fingerspitzengefühl erfordert. Eine rein zentrale Steuerung kann aus unserer Sicht der Komplexität des Einzelfalls nicht gerecht werden.“

Mitte der angebrochenen Woche will die DFL den Entwurf für eine zentrale Fachaufsicht bei den Stadionverboten den Vereinen vorstellen, die Klubs wiederum sollen danach in den Austausch mit den Fans gehen.

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