Der 1. FC Heidenheim empfängt am Samstag Bayer Leverkusen. Erneut ein ungleiches Duell, was aber nichts Neues ist für den designierten Absteiger. Neu ist indes, dass sich Trainer Frank Schmidt dazu entschlossen hat, auch beim Bundesliga-Abstieg Trainer zu bleiben und zumindest seinen bis 2027 laufenden Vertrag zu erfüllen.
Schmidt bleibt FCH-Trainer
Nein, das 0:6 aus dem Hinspiel hat Heidenheims Trainer Frank Schmidt nicht vergessen. „Das waren Schmerzen, die man schwierig ertragen konnte. Ich bin jemand, der in der Gegenwart lebt, aber das habe ich nicht vergessen. So hoch habe ich in meinem Leben nicht verloren. Im Tennis vielleicht mal.“ Natürlich wolle man ein Wort wie „Revanche“ gegen einen Champions-League-Teilnehmer nicht in den Mund nehmen, sich aber definitiv deutlich steigern im Vergleich zum Hinspiel.
Unter der Woche hatte er sich auch die Partie der Leverkusener bei Arsenal London (0:2) angeschaut. „Wir würden auch gerne so umschalten wie Arsenal, aber so weit sind wir noch nicht“, scherzte Heidenheims Trainer, um ernsthaft anzufügen: „Die großen Schlüsse aus dieser Partie konnten wir nicht ziehen.“
Schmidt glaubt daran, dass ein Sieg gegen Leverkusen möglich ist
Die Situation ist bekannt in Heidenheim, Schmidt selbst redet da seit Wochen nichts mehr schön, der Gang in die 2. Liga wird sich nicht mehr verhindern lassen. Nichtsdestotrotz ärgere es ihn, dass man in diesem Jahr immer noch kein Spiel gewonnen habe. „Wir möchten immer das nächste Spiel nutzen, um mehr als zu überraschen, wenn man sich die letzten Wochen einmal anschaut und dann sieht, gegen wen wir morgen spielen. Dennoch ist es möglich“, sagt Schmidt.
Hennes Behrens ist voll eingeschlagen beim FCH und erntet sogar öffentliches Lob vom Trainer. „Er ist ein toller Mensch und ein toller Spieler.“ Man dürfe nicht vergessen, dass er nicht als gestandener Bundesligaprofi zum FCH gekommen war. Danach lehnte er sich dann sogar noch etwas weiter aus dem Fenster: „Ich hätte nichts dagegen, wenn er im nächsten Jahr immer noch bei uns spielen würde.“ Behrens ist von der TSG Hoffenheim ausgeliehen, hier dürfte man somit noch einmal vorstellig werden bei den Sinsheimern.
Motivation ist zu Schmidt zurückgekehrt
Ein wenig schaut Schmidt bereits in Richtung kommende Saison. „Wir werden wieder kreativ sein müssen“, selbst nach drei Jahren Bundesliga, ist er überzeugt. Die letzten Monate waren für keinen leicht beim FCH. „Da gab es die Jahre davor schönere Momente. Mein Antrieb ist es jetzt, im nächsten Jahr wieder mehr Spiele zu gewinnen, ich will wieder Erfolge mit allen zusammen haben und das motiviert mich“, sagt Heidenheims Übungsleiter fast schon gelöst, der im Rahmen der Pressekonferenz sagte, dass er auch im nächsten Jahr Trainer in Heidenheim bleiben werde. Darauf hatten die Fans lange warten müssen.
„Ich möchte nur eins im nächsten Jahr: Spieler, die das hier zu 100 Prozent wollen. Das ist kein Gefängnis hier. Wer das nicht will, muss sich anders orientieren. Ich möchte eine Mannschaft haben in den letzten Spielen der Saison, aber auch im nächsten Jahr, in der sich jeder zerreißt und jeder bereit ist, für eine Aufbruchstimmung zu sorgen“, lautet die Devise von Schmidt. Schlussmann Diant Ramaj ist vom BVB nur ausgeliehen und dürfte beim Abstieg wieder zurückgehen.
Es ist anzunehmen, dass Frank Feller die neue Nummer eins werden wird beim FCH, was Schmidt nicht verneinte. Möglicherweise schaut er also bei den restlichen Spielen über die Saison hinaus und gibt Feller noch ein paar Spiele. Eine vertragliche Vereinbarung, dass Ramaj spielen müsse, gebe es nicht, was Schmidt ohnehin nicht tangiert hätte: „Verträge interessieren mich nicht. Es geht nach Leistung, nach der Idee am Spieltag. Grundsätzlich soll Diant Ramaj spielen, weil er unsere Nummer eins ist, trotz allem kann es schon sein, dass wir schauen, Frank das eine oder andere Spiel zu geben“, räumt Schmidt ein. Dies sei zunächst aber nur eine Überlegung, keine Entscheidung.

