Weil sein Abwehr-Chef Luka Vuskovic am Freitagabend gelbgesperrt fehlt, muss HSV-Trainer Merlin Polzin seine Dreierkette in Mainz ohnehin umbauen. Zu allem Überfluss bangt er außerdem auch noch um Nicolas Capaldo.
HSV-Kapitän ist angeschlagen, Vuskovic gesperrt
In der vergangenen Woche hatte es den Trainer mit einem Infekt erwischt, jetzt ist der Kapitän dran. Dienstag setzte Nicolas Capaldo komplett aus, am Mittwoch trainierte der Argentinier, separiert von den Kollegen, im Inneren des Volksparkstadions. Der Sommer-Zugang aus Salzburg ist mit seiner enormen Energie und Zweikampfstärke vor allem seit seiner Versetzung in die Dreierkette zum unverzichtbaren Element geworden, und Polzin verrät, dass Capaldo eine Pause in Mainz auch nicht in Betracht zieht.
„Capi selbst sagt, dass er unbedingt spielen will, dass er topfit und bei 100 Prozent ist“, sagt Polzin und lächelt zu seinen Worten fast väterlich. Dass er ihn, gerade in Abwesenheit von Luka Vuskovic nur schwer entbehren kann, steht außer Frage, dennoch erklärt er: „Ich habe letzte Woche ja selbst erst wieder gemerkt, wie es sich anfühlt. Ich werde ihn mir deshalb nochmal genau anschauen.“ Das wird beim Abschlusstraining am Donnerstag geschehen.
Drei Kandidaten für die Vuskovic-Rolle
Von Capaldos tatsächlichem Fitnesszustand wird abhängen, wie großflächig der Umbau in der Abwehrzentrale ausfallen wird, und klar ist: Müsste der 27-Jährige passen, fiele eine Alternative für die Vuskovic-Rolle weg: Warmed Omari. Der Nationalspieler von den Komoren, bis zu seiner Sprunggelenk-Operation im Herbst rechts in der Dreierkette gesetzt, gilt als ein möglicher Ersatzkandidat für den gesperrten Abwehr-Chef, müsste dann aber rechts Capaldo ersetzen.
Grundsätzlich aber teilt Polzin den Optimismus seines Kapitäns und setzt auf dessen vollständige Genesung und Verfügbarkeit. Für die Rolle in der Mitte spricht er von „unterschiedlichen Kandidaten“ und nennt namentlich Omari, Daniel Elfadli und Jordan Torunarigha. Aber was spricht eigentlich für wen?
Elfadli hat die zentrale Rolle in der Dreierkette sowohl bei seinem Ex-Klub Magdeburg als auch zu Saisonbeginn vor der Vuskovic-Leihe ausgefüllt, Polzin sagt: „Er kommt sehr über die Variabilität, schafft es immer wieder durch das Spielen und Gehen, Räume aufzuziehen.“ Bei Omari und Torunarigha sieht der Coach Vorteile im Passspiel und im Kopfballspiel. Ein bedeutsames Argument angesichts der Lufthoheit von Vuskovic.
Wahrscheinlich ist, dass Omari nach zuvor langer Zwangspause und angesichts des Restrisikos bei Capaldo der Defensiv-Joker bleibt und Elfadli wieder in die Startelf rückt, nachdem er in der Vorwoche seinen Platz, links in der Dreierkette, an Torunarigha verloren hatte. Nur die Positionierung ist offen: Erhält der Ex-Herthaner aufgrund seiner Kopfballstärke den Vorzug in der Mitte, würde Elfadli, mit 1,88 Metern drei Zentimeter kleiner, wieder links verteidigen.

