Ein 1:1 gegen den Vizemeister und Champions-League-Vertreter Bayer 04 Leverkusen hätten die Gladbacher Beteiligten eventuell im Vorfeld unterschrieben. Die 90 gespielten Minuten hätten allerdings anderes hergegeben. Dementsprechend fiel das Fazit aus.
Polanski spricht von Visitenkarte
In seinem ersten Spiel als Nachfolger von Gerardo Seoane hatte es für Eugen Polanski und sein BMG-Team nach spätem Rettungstreffer von Haris Tabakovic bereits ein 1:1 gegeben – in der BayArena am 21. September 2025 auswärts. Nun, fünf Monate später, hieß es erneut 1:1.
Dieses Mal aber mit gänzlich anderem Spielverlauf. Nach starker erster Hälfte mitsamt verdienter 1:0-Führung für Gladbach war die Werkself schließlich nur mit einem äußerst bitteren Eigentor von Philipp Sander zurück ins Geschäft gekommen, ehe Leverkusen im Anschluss das Spiel kontrolliert hatte und die Borussia nur noch selten zu Entlastungen gekommen war.
Polanski beschrieb die Partie deswegen bei Sky wie folgt: „Wir haben eine echt top erste Hälfte gesehen, mit Sicherheit die beste Hälfte bislang (in seiner Amtszeit; Anm. d. Red.).“ Der Coach der Fohlenelf fügte aber an: „Es ist natürlich echt schade, dass wir dann nicht mit dem 1:0 oder gar mit einem 2:0 in die Pause gehen.“
Möglichkeiten dafür hatte es gegeben – allen voran in Minute 41, als Franck Honorat durchgebrochen war, aber den bestens postierten Tabakovic nicht gefunden hatte. „Das hat Franck mit Sicherheit schon besser gemacht“, wusste Polanski direkt. „Und dass du dann das 1:1 genauso kriegst, das ist schon besonders bitter …“
Polanski und „die künftige Marschroute“
Dass in der Folge auch ein Gegner wie Leverkusen aufdrehen könne, „ist schon auch klar“. Dennoch hätte sich Polanski gerade bei vorhandenen Chancen für den auffälligen und in Zweikämpfen sehr galligen Jens Castrop (59. und 78.) auch noch einen 2:1-Führungstreffer gewünscht. „Du hast schon das Gefühl gehabt, dass für uns noch etwas gehen kann. Das muss künftig die Marschroute sein, dass man da mal den Lucky Punch setzt.“
- Die aktuelle Tabelle
Letztlich überwog aber trotz des Umstands, nun schon seit fünf Bundesliga-Partien ohne Sieg dazustehen und überhaupt nach 21 Spieltagen erst 22 Zähler auf der Habenseite zu haben (schwächster Wert seit 2010/11) auch beim Trainer die Zufriedenheit: „Am Ende ist es ein Punkt, klar. Nicht mehr. Aber wir haben heute im eigenen Stadion schon eine Art Visitenkarte dagelassen.“
Gelbe Karte? „Das nehme ich so hin“
Seine tief in der Nachspielzeit nach abwinkender Geste kassierte Verwarnung von Schiedsrichter Christian Dingert thematisierte Polanski auch noch kurz wie nüchtern: „Die Gelbe Karte ist berechtigt, die mögen einfach diese Handbewegungen nicht. Es ist sein gutes Recht, mir dort die Gelbe Karte zu geben.“ Er glaube aber auch mit Blick auf Dingert, „dass er heute in zwei, drei Situationen voll falsch lag – auch mit dem, was er nach dem Spiel gesagt hat. Wir haben uns aber ausgesprochen. Das nehme ich so hin und muss mich für mein Verhalten entschuldigen.“

