Niko Kovacs Bilanz gegen Mainz 05 ist blitzsauber, die von Borussia Dortmund hat einen Makel. Der Coach lobt sein Gegenüber Urs Fischer – und erklärt, was sein Team gegen Gegner wie Mainz oder zuletzt Wolfsburg beachten muss.
Kovac ohne böse Erinnerungen
Der 27. Mai 2023 war für Niko Kovac kein besonders schöner Arbeitstag. Damals verlor er als Trainer des VfL Wolfsburg am letzten Spieltag zu Hause 1:2 gegen Hertha BSC und verpasste damit eine Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Im Vergleich zum Drama in Dortmund war das allerdings noch vergleichsweise harmlos.
Der BVB, die Geschichte ist auserzählt, verspielte mit einem 2:2 die sicher geglaubte Meisterschaft. Widerspenstiger Gegner damals war Mainz 05, gleichzeitig auch die nächste Aufgabe für Kovac und Co. an diesem Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Während die Rheinhessen in Dortmund auch fast drei Jahre später immer noch unschöne Gefühle auslösen, will der jetzige Coach davon nichts wissen. Kein Wunder: Er empfing den FSV als Trainer siebenmal im eigenen Stadion und gewann immer.
Gewonnen und geschwommen
„Kein Trauma“ habe er festgestellt, erklärte Kovac am Mittwoch und verwies auf den Erfolg in der vergangenen Saison: „Da haben wir gewonnen, und ich hoffe, dass wir das auch am Freitag können.“ Zu Recht verweist der Kroate aber darauf, dass sich sein Team auch damals schwergetan habe: „Das war ein enges Spiel, wir sind zehn, 15, 20 Minuten lang geschwommen.“
Es ist also immer unangenehm, gegen Mainz zu spielen, zumal das Team „ums sportliche Überleben kämpfe“ und Kovac aufführt, dass die Nullfünfer zuletzt in Leipzig und in München „ordentlich was hingelegt“ haben: „Das ist keine Laufkundschaft, sondern eine sehr gut eingestellte Mannschaft“.
Für deren Trainer Urs Fischer hat Kovac ohnehin nur lobende Worte übrig. „Ich freue mich, dass Urs zurück ist. Er hat bei Union Großartiges geleistet, und jetzt sieht man, dass er die Qualitäten auch in Mainz zeigt.“ Das Spielprinzip sei klar: „Sie setzen auf ein 5-3-2 oder ein 5-4-1, auf schnelles Überbrücken, auf Konter, auf tiefe Bälle hinter die Kette.“ Und der Gegner werde einen „zähen Kampf“ liefern, ein „intensives Spiel“, glaubt der BVB-Coach: „Sie laufen viel und arbeiten viel.“
Agieren statt reagieren
Tiefe Bälle hinter die Kette? Da kommen Erinnerungen an die zweite Hälfte des vergangenen Spiels beim VfL Wolfsburg auf, in dem der BVB reihenweise Chancen auf diese Weise zuließ und es nur dem unglücklichen Mohammed Amoura zu verdanken hatte, dass daraus kein Treffer entstand.
Es ist Teil der Dortmunder Spielweise, die letzte Kette hoch stehen zu haben, um die Bälle früh zurückzugewinnen. Falls das nicht klappt, so die Idee, ist der Weg zum Tor für einen gegnerischen Angreifer immer noch ganz weit. Wolfsburg aber habe „wenig in den Fuß gespielt, sondern direkt hinter die Kette“, erklärt Kovac: „Da müssen wir agieren und nicht reagieren, uns rechtzeitig absetzen, uns so ausrichten, dass wir zurücklaufen können. Das sind Millisekunden, die reichen.“ Gegen Mainz könnte es in einzelnen Situationen genau um diese Bruchteile gehen.

