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Meister der Flexibilität: Hjulmands Eloge auf Grimaldo

Linksverteidiger Alejandro Grimaldo als Zehner zu positionieren, war ein Schlüssel für den Leverkusener Aufschwung unter Kasper Hjulmand. Vor dem BVB-Spiel hält der Trainer eine Eloge auf den Spanier, dem am Samstag seine alte neue Rolle winkt.

Bayer-Trainer schwärmt vom Spanier

„Überall“ – eigentlich reicht dieses eine Wort, das Kasper Hjulmand am Freitag bei der Pressekonferenz vor dem Topspiel gegen Borussia Dortmund benutzte, um den Wirkungsbereich von Alejandro Grimaldo zu beschreiben. Fungiert der spanische Nationalspieler in der Idee des früheren dänischen Nationalspielers doch als Linksverteidiger und Zehner in Personalunion und deckt damit für einen gegen den Ball links defensiv eingesetzten Akteur eine bemerkenswerte Bandbreite ab.

„Er ist ein sehr, sehr guter Spieler für die Flexibilität in einer Mannschaft.“ (Kasper Hjulmand)

Hinten verteidigt Grimaldo – mehr mit Auge als mit Schnelligkeit. Fungiert als extrem ball- und passsichere Akteur, wenn es gilt, das gegnerische Gegenpressing auszuhebeln. Spielt mit seinem technisch feinst ausgebildeten linken Fuß präzise Bälle in die Tiefe. Rückt bei Leverkusener Ballbesitz aber ins Mittelfeld vor. Über die Sechs und die Acht bis auf die Zehn. Meist halblinks, aber auch mal halbrechts. Spielt Pässe zwischen die Linien oder empfängt sie dort, um gewandt aufzudrehen. Flankt, wenn er dann doch wieder mal links auftaucht, gefährlich oder schießt fulminant aus der Distanz – nicht nur bei seinen genialen Freistößen. Rundum: Der 30-Jährige ist Verteidiger, Spieleröffner, Schaltstation, Ideengeber und Abschlussspieler in einem.

Grimaldos Vielseitigkeit hat es Kasper Hjulmand angetan. „Er ist ein sehr, sehr guter Spieler für die Flexibilität in einer Mannschaft. Ich mag solche Spieler. Manchmal ist es ein Verteidiger, der im Mittelfeld spielen kann – wir haben mit Grimaldo diese Flexibilität“, schwärmte der Däne einen Tag vor dem BVB-Spiel in einem mehr als zweiminütigen Monolog, in dem er vor allem die Spielintelligenz des Spaniers hervorhob.

„Er nutzt die Freiheit, um die richtige Position einzunehmen, er spürt das Spiel so gut – und die Räume.“ (Kasper Hjulmand)

„Er hat sehr viele Freiheiten. Und er gebraucht diese Freiheit sehr, sehr gut, weil er ein Topspieler ist. Er nutzt sie, um die richtige Position einzunehmen, er spürt das Spiel so gut – und die Räume“, erklärte der 53-Jährige anerkennend. Grimaldo sorge für die Struktur im Spiel, „manchmal außen, manchmal im Mittelfeld, manchmal als Zehner“.

Die Idee dazu, das gibt Hjulmand freimütig zu, hat er sich von seinem Vor-Vorgänger Xabi Alonso abgeschaut. „Ich habe natürlich sehr viele Spiele von der letzten Saison gesehen, mit Flo (Wirtz, Anm. d. Redaktion), als auch manchmal diese Rotation gespielt wurde.“ Wobei damals Wirtz deutlich öfter die halblinke Zehnerposition einnahm als es jetzt Ernest Poku tut. Letzterer, als extremer Sprinter ohnehin für die Flügelposition prädestiniert, agiert viel stärker über außen als Wirtz damals – und Grimaldo dementsprechend meist zentraler. Hjulmand entwickelte die Idee Xabi Alonsos also weiter.

Grimaldo behob das kreative Defizit der ersten Saisonwochen

Ein Schachzug, der sich auszahlt. Und mit dem Hjulmand das kreative Defizit, das in den ersten Saisonwochen auf der Zehnerposition bestanden hatte, inzwischen mehr als aufgefangen hat. Deshalb wird Grimaldo am Samstag gegen den defensiv so stabilen BVB auch wieder auf seine alte neue Position als Zehner zurückkehren, nachdem er aufgrund der Personalnot am Dienstag beim 2:0-Sieg bei Manchester City vorwiegend als Linksverteidiger gefragt war.

Doch die Rolle im Zentrum ist für ihn wie die Mannschaft optimal. „Wenn er die Möglichkeiten hat, da zu spielen, macht er es sehr, sehr gut“, lässt Hjulmand keinen Zweifel an Grimaldos derzeit optimaler Rolle für die Werkself zu, für die der Techniker auch die absolute Führungskraft darstellt.

„Er ist topprofessionell, trainiert sehr hart jeden Tag, übernimmt sehr viel Verantwortung.“ (Kasper Hjulmand)

„Er ist ein Topspieler, nicht nur durch sein Spiel, sondern auch durch seine Persönlichkeit“, beendete Hjulmand seine Eloge, bei der er sich ganz am Ende eher bewusst als aus Versehen wiederholt. „Er ist topprofessionell, er trainiert sehr hart jeden Tag, er übernimmt sehr viel Verantwortung für unsere Mannschaft, er ist ein Führungsspieler für uns“, sagt der Trainer, „und ein Topspieler.“ Was in jedem Satz der Lobeshymne zum Ausdruck kam. Und was am Samstag, wie Hjulmand hofft, auch wieder alle Augenzeugen in der BayArena bestaunen dürfen.

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