Für Igor Matanovic war das Auswärtsspiel mit dem SC Freiburg beim FC St. Pauli eine besondere Rückkehr – aufgrund seiner Vergangenheit, und weil er mit seinem Doppelpack zum Matchwinner der Freiburger wurde.
Freiburger spielte 13 Jahre bei St. Pauli
Dass Igor Matanovic der entscheidende Spieler der Partie des SC Freiburg beim FC St. Pauli wurde, darf ruhigen Gewissens der Kategorie „ausgerechnet“ zugeordnet werden: Matanovic ist gebürtiger Hamburger, zum FC St. Pauli kam er 2010 als Siebenjähriger, blieb dort 13 Jahre, in denen er zum Profi reifte.
Am Sonntag kehrte er im Trikot des SC Freiburg zurück ans Millerntor – und wurde zum Matchwinner: Nach schwacher erster Halbzeit und 0:1-Rückstand drehten die Freiburger die Partie dank zweiter Treffer von Matanovic. Der 22-Jährige verzichtete beide Male auf einen Torjubel.
Matanovics Rückkehr: „Ich war als kleiner Bub hier auf der Tribüne“
„Es ist für mich ein besonderes Spiel“, sagte Matanovic nach der Partie bei DAZN. „Ich habe es sehr genossen, hier 13 Jahre lang spielen zu dürfen. Ich war als kleiner Bub hier auf der Tribüne, als Balljunge. Ich habe es extrem genossen, hier heute spielen zu dürfen.“ Die emotionale Achterbahnfahrt begann für den Stürmer bereits vor der Partie: „Als ich vorhin auf den Platz gekommen bin, bevor das alles überhaupt losging, haben die Fans mich wirklich warm empfangen, das weiß ich sehr zu schätzen“, so Matanovic. „Trotzdem trage ich heute das Freiburger Wappen auf der Brust und muss für diesen Verein alles geben. Das habe ich heute gemacht, das haben wir als Team gemacht, auch wenn die erste Halbzeit ausbaufähig war.“
- zur Tabelle
Die Freiburger traten bei St. Pauli mit derselben Startelf wie drei Tage zuvor in der Europa League an. Dass zwischen den beiden Spielen wenig Zeit zur Erholung geblieben war, machte sich im ersten Durchgang durchaus bemerkbar: Freiburg fehlte es an Frische und Ideen. „Wir wollten an unsere Form von Donnerstag anknüpfen. Das haben wir teilweise in der ersten Halbzeit nicht hinbekommen“, sagte Matanovic.
Erster Treffer zwischen „Riesenglück“ und „das Ergebnis von harter Arbeit“
SC-Trainer Julian Schuster brachte zur Pause Cyriaque Irié und Philipp Lienhart in die Partie – und eine insgesamt schwungvollere Freiburger Elf, die sich Chancen erspielte und mit Matanovic einen Vollstrecker in ihren Reihen hatte, auch wenn der mit Blick auf sein erstes Tor bescheiden blieb. „Dass der Ball so kommt, ist natürlich Riesenglück“, so der Doppelpacker, der einen abgefälschten Schuss von Vincenzo Grifo mit dem Oberschenkel ins Tor lenkte. „Trotzdem zeigt auch dieses Tor, dass du da stehen, so etwas erahnen musst. Du machst diesen Weg hundertmal, der Ball landet vielleicht zweimal so. Das ist einfach auch das Ergebnis von harter Arbeit, von viel Geduld.“
Beim zweiten Treffer profitierte Matanovic davon, dass Nikola Vasilj den Ball abprallen ließ. Der Abstauber betonte aber auch: „Es ist wichtig, dass du bei den Abprallern immer nachläufst.“ Wenig später war der erste Auswärtssieg der Freiburger im Jahr 2026 dann amtlich – und Matanovics tor- und siegreiche Rückkehr an alte Wirkungsstätte perfekt.

