Die Frage nach der Besetzung in der Spitze wurde bei den Freiburgern zuletzt oft mit Igor Matanovic beantwortet. Gegen die Bayern war aber mal wieder Lucas Höler gefragt.
Hölers Jubiläum
Nach der Winterpause begann für Matanovic die beste Phase, seit er beim SC Freiburg ist. Acht Pflichtspieltore hat der 23-Jährige seit Januar erzielt und stand zuletzt fast immer in der Startelf. Der Kroate erhielt meistens den Vorzug vor Höler, teilweise stand er aber auch mit ihm zusammen auf dem Platz.
Gegen den FC Bayern erhielt Höler den Vorzug, und das nicht, weil er besonders gerne gegen die Münchner trifft (am vergangenen Samstag bereits zum fünften Mal in der Liga), und auch nicht weil es sein 300. Pflichtspiel für den Sport-Club war – was erst fünf Spieler vor ihm erreicht haben. Es war wohl vor allem darin begründet, dass er die extrem laufintensive Taktik, die das Trainerteam gewählt hatte, etwas besser umsetzen kann. Und dass Matanovic erst zwei Tage vor dem Spiel von der Länderspielreise zurückkam, dazu noch aus einer anderen Zeitzone (USA).
Schuster lobt Matanovic
„Luci hatte die ganze Trainingswoche, er hat sehr gut umgesetzt, was wir vorbereitet haben, hat gut trainiert, und er hatte viel Energie“, erklärte Julian Schuster. „Er hatte es sich über die letzten Wochen schon verdient.“ Als besonders positiv bezeichnete der SC-Coach, dass Matanovic „selbst Signale gesendet hat“, dass er vielleicht nicht die gleiche Energiereserve hat. „Das zeichnet Persönlichkeiten aus, dass nicht der Egoismus überragt, sondern dass er sagt, dann schicke ich den Kollegen rein“, betonte Schuster.
Und der Gelobte bewies das auch nach der bitteren Last-Minute-Niederlage gegen die Bayern. „Ich muss ein großes Lob an meinen Stürmerkollegen aussprechen“, sagte er von sich aus, „was für ein Spiel er abgeliefert hat, sehr intensiv, und er hat sich auch mit einem Tor belohnt, das hat mich extrem gefreut für ihn.“ Trotz seines Treffers zum zwischenzeitlichen 2:0 für den SC in der 71. Minute musste sich Höler allerdings ärgern, weil er für eine noch höhere Führung hätte sorgen können.
Er vergab zuvor gleich drei Großchancen (28./52./54.). „Ich trauere jeder Chance hinterher, aber ich bin froh, dass ich einfach weitergemacht und wenigstens eins gemacht habe“, sagte der 31-Jährige, der in der letzten Minute der regulären Spielzeit entkräftet ausgewechselt werden musste.
Kurz danach hätte Matanovic nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten Bruno Ogbus eine gute Chance zum 3:1 gehabt. „Die Flanke war unfassbar gut, ich hatte den Ball schon gut anvisiert, dass er perfekt auf meinen Kopf kommt, leider ist Derry noch dazwischen gekommen“, sagte der Stürmer, der Linksaußen Scherhant aber keinen Vorwurf machte. „Das passiert, er will halt auch ein Tor machen, aber die Bayern lassen so etwas nicht so oft zu – und so etwas musst du eiskalt bestrafen.“
Matanovic ist aber davon überzeugt, dass seine Mannschaft trotz der Niederlage gegen die Münchner „viel Positives rausziehen“ kann für das erste Europapokal-Viertelfinale der Vereinsgeschichte gegen Celta Vigo. Über den Tabellensechsten der spanischen Liga hat er sich auch schon kürzlich mit seinen kroatischen Nationalmannschaftskollegen ausgetauscht, „die Celta besser kennen“.
Wer darf in der Europa League ran?
Eine Mannschaft mit hoher Qualität komme am Donnerstag ins Freiburger Stadion, und er rechnet damit, dass es wieder „ein sehr intensives Spiel wird“, aber wenn der SC so auftrete wie gegen die Bayern, „sehr intensiv und unangenehm für den Gegner, können wir Celta Vigo schlagen“.
Bleibt die Frage, ob sich Matanovic dabei wieder von Beginn an beweisen darf, er Höler erneut den Vortritt lassen muss oder es beide in die Startelf schaffen. „Regenerieren, gut vorbereiten und auf ein neues Highlight freuen“, war zumindest der Plan von Höler.

