In der zweiten Hälfte der Partie beim VfB Stuttgart nahm Kölns Trainer Lukas Kwasniok ungewohnt offensive Veränderungen vor. Das begründete der 44-Jährige mit dem unbedingten Siegeswillen.
Bei Kölns Niederlage in Stuttgart
So mancher Beobachter dürfte sich in der 68. Minute der Partie VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln die Augen gerieben haben. Mit Cenk Özkacar und Joel Schmied gingen gleich beide Innenverteidiger der Geißböcke vom Feld, dafür kamen mit Said El Mala und Luca Waldschmidt zwei Angreifer in die Partie. Ein ungewohnter Wechsel, denn eigentlich tastet Kwasniok die Abwehrreihen gern möglichst wenig an.
Und zunächst ging sein Plan auch auf: Waldschmidt leitete den Ausgleichstreffer mit einer guten Balleroberung ein, doch wenig später nutzten die Hausherren die Abstimmungsprobleme im Zentrum und stellten per Doppelschlag auf 3:1-Endstand.
Der Wechsel wirkt und kostet die Stabilität
„Wir lagen zurück und dann wollte ich ein Tor erzielen“, erklärte Kwasniok seine Wechsel-Offensive und gab eine Selbstverständlichkeit zum Besten: „Das ist leichter, wenn du ein paar Offensivspieler auf dem Feld hast.“ Seine taktische Erklärung: Die ursprünglich als Schienenspieler aufgestellten Kristoffer Lund und Sebastian Sebulonsen seien nach dem Doppelwechsel links und rechts neben den zurückgerückten Eric Martel gefallen, sodass eine Dreierkette entstand. In der Tat hatten beide Außenverteidiger in dieser Saison bereits immer wieder in der letzten Reihe verteidigt – und das durchaus solide.
Mit den beiden „sehr offensiven Schienenspielern“ Jakub Kaminski und Jan Thielmann vor der Dreierkette sowie Ache, El Mala und Waldschmidt wollte Kwasniok so auf den Ausgleich drängen. „Hintenraus war einfach All-in angesagt“, erklärte der 44-Jährige im Nachgang angesichts der Situation in Rückstand, „da willst du Fußballqualität auf dem Feld haben und dafür musst du jemanden opfern. Das war nicht spieltaktischer Natur, sondern da ging es einfach darum, andere Spielertypen auf dem Feld zu haben.“
Eine Maßnahme, die wirkte – aber letztlich auch die Stabilität kostete, den Ausgleich ins Ziel zu bringen. Denn nach dem erneuten Rückstand löste Kwasniok auch das defensive Mittelfeld auf, nahm Martel und Tom Krauß für Fynn Schenten und Florian Kainz vom Feld. Zu viel Chaos, das die Schwaben eiskalt zum finalen Treffer nutzten – und den FC letztlich als Verlierer vom Feld gehen ließ.

