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Krösche zum Trainerwechsel: „Wir wollen einen positiven Vibe kreieren“

Nach der 1:3-Heimniederlage gegen Bayern Leverkusen sprach Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche über wiederkehrende Fehler und die Erwartungen an den neuen Trainer Albert Riera, der am Montag seine Arbeit beginnt.

Eintracht-Boss spricht über Riera

Die Statistiken sind alarmierend. Eintracht Frankfurt kassierte in dieser Bundesliga-Spielzeit schon 45 Gegentore und damit nur eins weniger als in der gesamten Vorsaison. In fünf Spielen hintereinander musste das Team drei Gegentore schlucken. Das gab es zuvor nur einmal: in der Hinrunde 1976/77 vom achten bis zum zwölften Spieltag. Bereits elf Bundesligaspiele beendete die Eintracht in dieser Saison mit drei oder mehr Gegentoren. Damit wurde der Vereins-Negativrekord aus den Spielzeiten 1984/85 und 2000/01 schon am 20. Spieltag eingestellt.

Unter dem neuen Trainer Albert Riera soll nun alles besser werden. Der für die Trainerentscheidung verantwortliche Sportvorstand Markus Krösche sprach nach der Niederlage gegen Leverkusen in der Mixed Zone des Stadions über …

… die Bewertung des 1:3 gegen Bayer Leverkusen: „Die erste Hälfte haben wir ein bisschen verschlafen. Wir haben zu einfache Gegentore bekommen, waren zu weit auseinander und sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Die zweite Hälfte war deutlich besser, deutlich aggressiver und mit einer anderen Kompaktheit. Nach dem 1:2 waren wir selbst in Unterzahl am Drücker, das 2:2 zu machen. Stattdessen fällt am Ende das 1:3, das passt ein bisschen zu unserer Situation – wie auch der nicht gegebene Elfmeter. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass es einer war.“

… die Gründe für die immer wiederkehrenden Fehler vor den Gegentoren: „Das hat natürlich etwas mit dem Selbstverständnis und Selbstvertrauen zu tun. Wenn wir das Jahr 2026 isoliert betrachten, gab es immer wieder Rückschläge und Nackenschläge. Eine junge Mannschaft verliert dann ihre Selbstsicherheit und macht auch im Entscheidungsverhalten Fehler. Gegen solche Hochkaräter wirst du dann eiskalt bestraft. Durch diesen Entwicklungsprozess müssen jetzt alle durch. Ab Montag geht es mit dem neuen Trainer darum, wieder dieses Selbstverständnis zu bekommen. Was mir wichtig ist: Die Jungs haben in der zweiten Hälfte gekämpft, sich dagegen gestemmt und Leverkusen auch mit einem Mann weniger in den eigenen Sechzehner gedrückt. Diese Art und Weise, diese Aggressivität, muss für die Zukunft der Standard sein.“

„In so einem Strudel wird es auch für die Führungsspieler schwierig.““ (Markus Krösche)

… die Schwäche der Führungsspieler: „Es ist ein bisschen komplex. Auch die erfahrenen Spieler haben eine solche Situation noch nicht erlebt. Wenn du in so einem Strudel bist, wird es auch für sie schwierig. Entscheidend ist, dass wir die Vergangenheit jetzt abhaken. Wir müssen an vielen Themen arbeiten und das, was wir in der zweiten Hälfte gemacht haben, regelmäßig auf den Platz bekommen. Dann werden wir immer auch in der Lage sein, Torchancen herauszuspielen und zu verhindern.“

… Ellyes Skhiris Gelb-Rote-Karte: „In der Situation muss er cleverer sein. Da muss er vielleicht auch mal laufen lassen und versuchen, den Raum zu schließen. In der Situation geht er runter, dann ist es sicherlich auch eine Gelbe und somit Gelb-Rote-Karte.“

… Aurele Amendas Entwicklung: „Er wird immer sicherer. Aurele ist ein junger Spieler, und Sicherheit bekommst du über Spielzeit. Die hat er sich erarbeitet, verdient und jetzt bekommen. Ich finde, er hat eine sehr, sehr gute Entwicklung gemacht.“

… Interimslösung Dennis Schmitt, der alle vier Pflichtspiele verlor: „Ich finde, dass es Dennis, Alex Meier und auch Jan Fießer gut gemacht haben. Die Ergebnisse kamen nicht so, wie wir uns das erhofft hatten. Wir wollten einen neuen Impuls, eine neue Ansprache setzen. Ergebnistechnisch hat das nicht funktioniert, aber das lag sicherlich nicht an den Namen.“

… seine Erwartungen nach dem Trainerwechsel: „Es geht darum, Überzeugung reinzubekommen: in die Gruppe, in unsere eigene Stärke, in die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen. Wir wollen einen positiven Vibe kreieren. Eine Überzeugung, dass jeder einzelne und wir als Mannschaft die Qualität haben, Spiele zu gewinnen und unsere Ziele zu erreichen.“

… die Erwartungshaltung an Riera, in allen Bereichen hart durchzugreifen: „Am Ende geht es genau darum: Wir müssen uns alle überprüfen, auch jeder einzelne Spieler. Für die Spielerseite und das Training ist der Trainer verantwortlich. Er macht sich ein eigenes Bild und trifft dann Entscheidungen. Es geht um Eintracht Frankfurt und darum, dass wir unsere Ziele erreichen. Dafür haben wir noch genug Spiele.“

… den Zeitrahmen, den Riera braucht, um der Mannschaft seine Vorstellungen vom Fußball zu vermitteln: „Seine Ideen sind nicht grundsätzlich anders als in der Vergangenheit. Danach ist ja auch ein Stück weit unser Kader ausgelegt, die einzelnen Fähigkeiten auf den einzelnen Positionen. Von daher ist die Schnittmenge relativ groß. Jetzt geht es darum, gewisse Prinzipien und eine gewisse Struktur reinzubekommen. Wir haben jetzt auch mal die Möglichkeit, auf dem Platz zu trainieren und nicht nur per Video (wie in den englischen Wochen, Anm. d. Red.). Das hilft sicherlich. Ab Montag geht es los. Wir müssen das, was passiert ist, abhaken, nach vorne schauen und die Dinge, die wir nicht so gut gemacht haben, besser machen.“

„“Wenn du eine gewisse Überzeugung hast und ausstrahlst, projiziert sich das auch auf die Mannschaft.““ (Markus Krösche)

… Rieras Emotionalität: „Das hilft bei jedem Trainer. Wenn du eine gewisse Überzeugung hast und ausstrahlst, projiziert sich das natürlich auch auf die Mannschaft. Und darum geht es ja: Dass die Jungs an sich glauben, dass die Mannschaft an sich und den Fußball glaubt. Das wird er reinbringen können.“

… eine mögliche Zeitenwende: „Zeitenwende ist ein großes Wort. Natürlich versuchen wir jetzt alle gemeinsam, dass wir besser und erfolgreicher Fußball spielen. Wir werden daran arbeiten, das Potenzial und die Qualität der Mannschaft wieder auf den Platz zu bekommen – und das jedes Wochenende.“

…die Frage, ob er überlege, auf der Torhüterposition noch etwas zu machen: „Ich werde heute keine Personaldiskussion führen.“

…mögliche Last-minute-Transfers am Deadline Day: „Ich werde heute nicht über irgendwelche Dinge spekulieren oder Prognosen abgeben.“

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