Seit dem Abschied von Matheo Raab zu Union Berlin hat der Hamburger SV ganz offiziell einen neuen Torhüter gesucht, am vergangenen Wochenende am Rande des Tests in Kopenhagen (0:1) dann offen kommuniziert, dass keine klare Nummer 2 kommen soll. Nun scheint genau dieser Kandidat gefunden: Daniel Peretz vom FC Bayern.
Keeper soll vom FCB kommen
Raab hatte Hamburg nach drei Jahren resigniert verlassen, weil er nicht an Routinier und Aufstiegs-Held Daniel Heuer Fernandes vorbeigekommen war. Der 32-jährige Deutsch-Portugiese hatte seinen Platz an den Ex-Kaiserslauterer in der Saison 2023/24 zwar vorübergehend verloren, in der abgelaufenen Spielzeit aber dann seine wohl beste seit dem Wechsel von Darmstadt nach Hamburg 2019 absolviert.
Heuer Fernandes ist Leistungsträger und Wortführer
Heuer Fernandes‘ Anteil am Bundesliga-Aufstieg geht weit über den gehaltenen Elfmeter im entscheidenden Spiel am 33. Spieltag gegen Ulm (6:1) beim Stand von 1:1 hinaus, er ist auch ein absoluter Wortführer in der Kabine, genießt ungemein hohes Ansehen. Umso überraschender war die Ankündigung von Sportdirektor Claus Costa am vergangenen Samstag, dass die Raab-Stelle durch einen Torwart besetzt werden soll, der direkt in eine Konkurrenzsituation zur amtierenden Nummer 1 treten kann. Wackelt nach Sebastian Schonlau, Jonas Meffert und Robert Glatzel mit dem Torwart nun die nächste Säule?
Klar ist: Peretz hat den Anspruch zu spielen. Der Israeli war 2023 für fünf Millionen Euro von Maccabi Tel Aviv zum FC Bayern gewechselt, absolvierte vier Bundesliga-Spiele, ist hinter Manuel Neuer und Jonas Urbig aber lediglich die Nummer 3. In den zurückliegenden Wochen hatte sich der siebenfache A-Nationalkeeper mit seiner Berateragentur intensiv um einen Wechsel bemüht – mit dem Ziel, Spielpraxis zu sammeln. Er wechselt nicht vom Rekordmeister zum Bundesliga-Aufsteiger, um auch dort nur auf der Bank zu sitzen.
In Hamburg war der 25-Jährige schon länger ein Thema, lange Zeit aber schien ein Transfer nicht darstellbar. Nun wird am Sonntag eine Entscheidung erwartet. Tags zuvor spielt der HSV beim österreichischen Meister Sturm Graz, nach der Rückkehr vom knapp einwöchigem Trainingslager in Herzogenaurach und dem abschließenden Test soll die Torwartfrage geklärt sein. Da Peretz‘ Vertrag in München noch bis 2028 läuft, geht es um ein Leihgeschäft. Und angesichts der Ambitionen des potenziellen Neuen zeichnet sich ab, dass die Torwartfrage in Hamburg dann erst richtig entbrennt.

