Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Kompany über Karl: „Seine Mitspieler haben ihn aufgezogen, das war lustig“

Auf die jüngsten Aussagen von Lennart Karl hat nun auch Trainer Vincent Kompany reagiert – mit einer Eloge.

Loblied auf Bayerns Shootingstar

Allzu hohe Wellen schlägt der Fanclub-Besuch von Lennart Karl am vergangenen Sonntag rund um den FC Bayern nicht mehr, Thema wurde er sechs Tage später doch nochmal kurz. Aber das auch nur, weil Trainer Vincent Kompany eine ziemlich bemerkenswerte Antwort auf die Frage gab, wie er mit dem berüchtigten Real-Madrid-Traum seines Shootingstars umgegangen ist.

Kompany räusperte sich kurz, erklärte dann, wie er das ab und zu mal macht, dass er lieber auf Englisch sprechen werde. „Das ist einfacher.“ Und hielt anschließend eine 184-sekündige Eloge auf seinen jüngsten Leistungsträger und dessen Umgang mit einer zumindest kurz mal heiklen Thematik.

„Wenn du jemanden hast“, setzte Kompany also an, „der in den Sturm gerät“, wie das schließlich allen Profis und Ex-Profis mal passiert sei oder passieren könne, „ist es wichtig, das ‚bigger picture‘ zu betrachten“. Das größere Bild, den Kontext.

„Wenn er schlecht trainiert, nicht gut spielt oder nicht mit 100 Prozent spielt, bekommt er ein Problem mit mir.“ (Vincent Kompany über Lennart Karl)

Deshalb erklärte Kompany den für ihn wichtigen Kontext: „Was macht der 17-jährige Lennart Karl jeden Tag? Er trainiert sehr, sehr hart, trainiert gut. Wie viele 17-jährige Menschen machen das? Er macht das. Er arbeitet sehr hart fürs Team, defensiv, nicht nur im Angriff. Alles, was er jeden Tag abliefert“, im Training, in den Teammeetings, „ist auf einem sehr hohen Level. Dann geht er raus, schießt in Salzburg zwei Tore, hat einen Assist … Okay, er hat vielleicht einen kleinen Kommunikationsfehler gemacht, aber meiner Meinung nach fokussiert er sich immer noch auf die richtigen Dinge.“

Die Minuten und Startelfeinsätze, die Bayerns Top-Talent in der ersten Jahreshälfte regelmäßig gesammelt hat, „hat er nicht bekommen, weil er im Training ein paar schöne Tore geschossen hat“, versicherte Kompany. „Er hat die Spielzeit bekommen, weil er hart fürs Team arbeitet und verstanden hat, was er für das Team machen muss. Und seine Qualitäten kann jeder sehen.“ In der Bundesliga, in der Champions League, in Testspielen bei Minusgraden.

Und dass Karl – vermutlich angestupst von der Aufregung in den berüchtigten sozialen Netzwerken – gleich am Folgetag seines Fanclub-Besuchs bei Sportvorstand Max Eberl und Christoph Freund im Büro aufkreuzte, spreche laut Kompany ebenso für sich. „Ich habe versucht, die einzige Person zu sein, die mit ihm nicht darüber spricht. Max, Christoph, TikTok, Instagram, Bild, kicker, Sky … Jeder hat eine Meinung, deshalb dachte ich, ich bin der Einzige, der nicht mit ihm darüber spricht. Seine Teamkollegen haben ihn ein bisschen aufgezogen, das war lustig.“

Unangenehm wäre es für Karl nur dann geworden, wenn eine Antwort auf dem Platz ausgeblieben wäre. „Wenn er schlecht trainiert, nicht gut spielt oder nicht mit 100 Prozent spielt, bekommt er ein Problem mit mir. Aber er hat das Gegenteil getan. Er hat sehr gut trainiert, sehr gut gespielt, sehr hart gearbeitet. Es ist okay für mich.“

Und dann waren drei Minuten und vier Sekunden vergangen. Viel mehr Zeit hatte Kompany bei seiner einzigen Begegnung als Spieler mit dem kommenden Gegner Wolfsburg übrigens nicht gebraucht, um als Einwechselspieler mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen. Wie sein damaliger Trainer Huub Stevens dann wohl auf einen Traum von Real Madrid reagiert hätte?

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5