Der FC Bayern ist perfekt ins neue Jahr gestartet: Drei Spiele, drei Siege, 16:3 Tore. Die defensive Außenbahn, vor allem rechts, bereitet allerdings mindestens bis in den Februar hinein ein paar Sorgen.
Hinten rechts gibt es Sorgen
Zur Halbzeit sah es am vergangenen Samstag nicht wirklich gut aus für den FC Bayern: 0:1 Tore, 2:5 teils hochkarätige Chancen. Ein Grund dafür war die Unterlegenheit auf der defensiven Außenbahn. Hiroki Ito hatte auf seiner linken Seite massive Probleme mit Tempo und Technik von Yan Diomande, auf der Gegenseite erging es Tom Bischof gegen Antonio Nusa nicht viel besser, über seine Seite fiel auch das Gegentor.
Konrad Laimer und Josip Stanisic werden bis in den Februar hinein verletzt fehlen, der genaue Zeitpunkt ihrer Rückkehr ist offen. Das zwingt Trainer Vincent Kompany rechts hinten zur Improvisation, zumal auch Sacha Boey aufgrund einer Krankheit viel Gewicht verloren hat, langsam aufgebaut werden soll, ohnehin aber als Verkaufskandidat gilt. Welche Alternativen hat der Coach?
In Leipzig wählte er Bischof, eigentlich Mittelfeldspieler. Um mehr Minuten zu bekommen, brachte Kompany den 20-Jährigen schon häufig links hinten, rechts war es seine Premiere. Eine mit Anlaufschwierigkeiten, auch weil Lennart Karl vor ihm nicht immer zur Hilfe eilte. Als Joshua Kimmich nach der Halbzeit ins Spiel kam, lief es besser, von der Sechserposition aus unterstützte er Bischof, der sich dann sogar immer wieder ins Angriffsspiel mit einschaltete.
Davies schon fit für 90 Minuten?
Gut möglich bis wahrscheinlich, dass Bischof weiter Übergangsarbeit bis zur Rückkehr von Laimer und Stanisic leistet. Auch ein Wechselspiel mit Kimmich wäre denkbar, bei dem Bischof ins Mittelfeld und der Kapitän der Nationalelf nach rechts rückt. Weitere Alternativen sind Innenverteidiger Min-Jae Kim, weil er das nötige Tempo mitbringt sowie Raphael Guerreiro, dem es aber an diesem mangelt und der seine stärksten Leistungen im Zentrum abgeliefert hat.
Links ist die Situation weniger komplex. Ito ist nach seinen drei Mittelfußbrüchen seit Dezember zurück, ihm muss die nötige Zeit gegeben werden, um in Topform zu kommen. Gegen Toptalent Diomande hätten viele andere Verteidiger auch Probleme bekommen. Dennoch: Ob der Japaner in den entscheidenden Spielen der Champions League gegen internationale Topstars eine sichere Option ist, muss er erst noch nachweisen.
Zum Glück aus Bayern-Sicht gibt es noch Alphonso Davies, den nach seinem Comeback nach Kreuzbandriss ein grippaler Infekt zu Jahresbeginn zurückgeworfen hat. In Leipzig bekam er erstmals wieder Minuten. Die entsprechende Fitness vorausgesetzt, ist er schon bald ein Kandidat für die Startelf und eventuell 90 Minuten. Vielleicht ja schon am Mittwochabend in der Champions League gegen den belgischen Meister Union Saint-Gilloise.

