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Klartext von Raum: „Direkt aufs Maul gekriegt“

Nach der schlechtesten Saison ihrer neunjährigen Bundesliga-Geschichte ist RB Leipzig mit der höchsten Niederlage dieser Historie desaströs in die neue Spielzeit gestartet. Dieses 0:6 beim FC Bayern ist nicht nur ein Fehlstart, sondern eine schwere Hypothek.

Werner kündigt Krisensitzung an

Viel Optimismus hatten sie in Leipzig vor diesem ersten Bundesliga-Eröffnungsspiel, an dem sie mitwirken durften, an den Tag gelegt. Von einem „guten Gradmesser“ hatte der neue Kapitän David Raum gesprochen, von „großer Vorfreude“ der neue Cheftrainer Ole Werner.

Umso ernüchterter war man nach der auch in dieser Höhe vollauf verdienten 0:6-Packung beim Titelverteidiger. „Nicht nur für mich, auch für die Mannschaft war das eine Katastrophe, der Worst-Case-Fall. Wir haben direkt aufs Maul bekommen“, zog Raum ein schonungsloses Fazit und forderte: „Es darf uns nicht mehr passieren, dass wir so auseinanderfallen.“

„Das ist eine ganz, ganz bittere Pille, das muss man erstmal sacken lassen“, sagte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer und fügte hinzu: „So ein 0:6 aufarbeiten, das dauert ein bisschen.“ Und auch Werner sparte nach seinem vollauf missglückten ersten Bundesligaspiel als RB-Trainer nicht mit klaren Worten: „Man kann sagen, es war eine desaströse Leistung. Wir haben es nicht geschafft, als Mannschaft auf dem Platz zu stehen.“ Diese Kritik hatte er auch unmittelbar nach Schlusspfiff im Kreis an die Spieler gerichtet, für den morgigen Samstag kündigte er die erste Krisensitzung an: „Wichtig ist, dass wir da klar miteinander sprechen.“

Fehlende Abstimmung und keinerlei Zugriff

Keine Frage, dieses 0:6 ist ein Schock für die Leipziger Bosse und die Mannschaft, vor allem das Zustandekommen. „Dass wir auseinanderbrechen, darf so nicht passieren. Wir stehen von einem Berg von Arbeit und müssen als Gruppe schaffen, eine andere Dynamik zu entwickeln“, sagte Werner.

Schon im DFB-Pokalspiel beim SV Sandhausen war mangelnde Kompakt- und Geschlossenheit großes Thema, das der Regionalligist mit zwei Treffern offenlegte. Da fiel die defensive Anfälligkeit ob der vier eigenen Treffer nicht weiter ins Gewicht. Die Bayern indes zogen schonungslos Kapital aus der Tatsache, dass die Leipziger Mittelfeldspieler keinerlei Zugriff bekamen und ihrerseits die Bälle viel zu leicht wieder verloren.

Zudem fehlte es in der Abwehr an Abstimmung, den richtigen Abständen und auch der nötigen Zweikampfhärte. „Wir müssen alle verteidigen und uns alle an die eigene Nase fassen. Am Ende gewinnt man Zweikämpfe über den Willen, über Mentalität“, kritisierte Raum auch die Einstellung in den eigenen Reihen.

Das galt auch und erst recht für Xavi in seinem wohl letzten Auftritt für Leipzig. Der mit dem FC Chelsea kokettierende Niederländer kam in der ersten Halbzeit nur auf 21 Ballberührungen und keine einzige gelungene Aktion, durfte aber im Gegensatz zum gleichfalls schwachen Lois Openda und dem überforderten Yan Diomande auch zur zweiten Halbzeit noch antreten.

Nur rund 15 Minuten nach der Pause war RB halbwegs ebenbürtig, nach dem 0:4 durch Harry Kane aber ging die Mannschaft schonungslos unter. „Wir müssen die Dinge knallhart ansprechen und feststellen, an welchem Punkt wir stehen“, betonte Werner, es gebe „einige Dinge, die es aufzuarbeiten gilt.“ Nach diesem krassen Fehlstart jedenfalls stehen die Leipziger schon im Heimspiel gegen Heidenheim wieder unter enormem Druck.

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