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Kapitän Raum schwer angefressen: „Wir müssen mehr Drecksack sein“

RB Leipzig hat es wieder getan – und einen Sieg nach eigener Führung hergeschenkt. Gerade David Raum stank das gewaltig, der Kapitän der Sachsen äußerte sich sichtlich verärgert zum abermaligen Scheitern seines Teams.

Leipzig und die verschenkten Punkte

18 Punkte mehr könnte RB Leipzig theoretisch haben. Das würde im Bundesliga-Tableau aktuell Platz 2 mit lediglich einem Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München (60 Punkte) bedeuten. Würde.

Die Wahrheit aber ist, dass die Sachsen auch an diesem Samstag trotz klarer Überlegenheit zu Beginn beim Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund nicht als Sieger vom Feld gingen. Doppelpacker Christoph Baumgartner, der mit seinem Doppelpack zwischenzeitlich das verdiente 2:0 hergestellt hatte und sich nach Spielschluss bei Sky ausführlich äußerte, sprach dabei das Offensichtliche an: „Einstellungstechnisch kann ich den Jungs gar nichts vorwerfen. Dennoch gibt es natürlich Dinge, die wir besser machen können und müssen. Auch mal cleverer sein in manchen Aktionen, auch mal nicht den Abschluss nehmen, sondern den Ball halten.“

Der schon bei zehn Toren und acht Vorlagen stehende Österreicher ergänzte noch: „Wenn du 18 Punkte nach eigener Führung vergibst, dann kann es schon sein, dass ein gewisses Nachdenken bei dem ein oder anderen einsetzt. Wir dürfen aber jetzt nicht nach Ausreden suchen und müssen eher dahinkommen, dass wir an solchen Tagen auch mal das 3:0 noch erzielen. Dann ist das Spiel auch vorbei.“ Baumgartner erinnerte dabei an die Meistersaison von Bayer 04 Leverkusen 2023/24, als die komplett ungeschlagene Werkself „ich weiß nicht wie viele Spiele in der letzten Minute entschieden hat“.

„Zu grün hinter den Ohren“

Ins selbe Horn blies sein Trainer Ole Werner: „Wir müssen bessere Entscheidungen treffen. Wie etwa kurz vor dem Dortmunder Tor, dem eine vielversprechende Situation von uns vorausgeht und wir Richtung Eckfahne gehen, Zeit oder einen Freistoß herausholen müssen. Wir gehen aber nochmals aufs Tor in einer Situation, die nicht sehr vielversprechend ist.“

Insgsamt könne er seiner Mannschaft über die 90 Minuten keine Vorwürfe machen, nur: „Es reicht nicht für drei Punkte, weil du einfach am Ende des Tages zu grün hinter den Ohren bist.“ Hier wolle Werner auch mal eine Entwicklung bei einigen seiner Spieler sehen, „weil unser Anspruch muss sein, aus solchen Spielen mehr zu holen. Das reicht dann einfach nicht, um einen Schritt nach vorn zu machen. Da wiederholen sich ein paar Muster.“

  • Die aktuelle Tabelle

Das erkannte auch David Raum. Der Kapitän wandelte diese Enttäuschung nach abermals verspielter Führung in richtig erkennbaren Frust um. Sichtlich angefressen präsentierte sich der deutsche Nationalspieler am Mikrofon und sprach das erkennbare Defizit weitaus deutlicher als Baumgartner oder Coach Werner an.

„Ich bin schwer enttäuscht, richtig wütend und sauer, wie wir das Spiel wieder herschenken“, holte der RB-Kapitän aus. Gerade gen Ende von Spielen wie dieses Mal gegen Dortmund sei das aus seiner Sicht für einen Klub mit Ansprüchen wie in Leipzig „einfach zu wenig. Es ist ja nicht das erste Mal. Klar, ein Standardtor kannst du immer kriegen. Wir sind aber oft hintenraus nicht reif genug. Wir müssen da mehr Drecksack sein, wir müssen unser Ego hinten anstellen. Jeder muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen, jeder muss für die Mannschaft mitziehen. Da muss sich auch jeder hinterfragen. Denn wenn wir so wie heute am Ende spielen, sind unsere Ziele gefährdet.“ Das blieb vor allem hängen, weil RB Leipzig durch den verpassten Dreier eben keinen Angriff auf die Champions-League-Ränge schaffte.

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