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Kahns verwirrender Rat an Musiala

Oliver Kahn findet, Jamal Musiala solle lieber auf eine WM-Teilnahme verzichten. Das wirft Fragen auf.

Bayern-Spielmacher soll auf WM verzichten

Anderthalb Jahre sind inzwischen vergangen, seit Jamal Musiala ein zähes Spiel beim FC St. Pauli zugunsten des FC Bayern entschied, mit einem Traumtor aus über 20 Metern. Damals, im November 2024, spielten beim deutschen Rekordmeister noch Flügelspieler wie Kingsley Coman oder Leroy Sané, Michael Olise wurde erst spät eingewechselt.

Heute heißen die Münchner Leistungsträger in der Offensive eben Olise, Luis Diaz oder auch Serge Gnabry, Harry Kane sowieso. Musiala wäre gerne wieder ein Unterschiedsspieler, befindet sich nach seiner komplizierten Verletzung und deren Folgen aber noch auf der Suche nach Form und Selbstvertrauen.

Am Samstagabend, wenn die Bayern zum ersten Mal seit Musialas Traumtor wieder am Millerntor antreten, wird der Topverdiener eine Rolle spielen können, weil der ersten Garde nach dem 2:1-Sieg bei Real Madrid am Dienstag eine Verschnaufpause winkt.

Musialas verzwickte Situation zwei Monate vor der WM

Für Musiala ist es gewissermaßen eine verzwickte Situation: Auf der einen Seite will er sich zwei Monate vor WM-Beginn endlich wieder in Top-Verfassung bringen, auf der anderen Seite bleiben ihm dafür wohl erst nur jene Bundesliga-Spiele, die aufgrund des Neun-Punkte-Vorsprungs der Münchner natürlich nicht die allerhöchste Bedeutung genießen.

Akute Sorgen müssen sich deshalb weder der Spieler noch der Bundestrainer Julian Nagelsmann machen, klar ist aber auch, dass der Wettlauf gegen die Zeit längst begonnen hat.

„Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten.“ (Oliver Kahn über Jamal Musiala)

Geht es nach Oliver Kahn, sollte Musiala „auf eine Teilnahme bei der WM verzichten“, wie der einstige Welttorhüter bei Sky sagte. „Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein. Jamal muss, wie alle anderen auch, wenn er spielen will, schon bei 100 Prozent sein.“

Und Kahn hat natürlich recht, von 100 Prozent ist Musiala noch weit entfernt. Verwirrend ist sein Ratschlag dennoch, weil er mehrere Fragen aufwirft: Hätte der Spieler Oli Kahn freiwillig auf eine WM verzichtet? Wenn er auch nur die klitzekleinste Chance für sich gesehen hätte, vielleicht während des Turniers noch fit zu werden? Und überhaupt: Welcher Spieler verzichtet schon freiwillig auf ein solches Karriere-Highlight, das möglicherweise kein zweites Mal kommt?

Sollte Kahn, der einstige CEO des FC Bayern, nicht am besten wissen, zu welchen Leistungen Musiala jederzeit im Stande sein kann? Sollte der ehemalige Bayern-Boss seinen ehemaligen Schützling nicht eher den Rücken stärken, anstatt für Schlagzeilen zu sorgen?

Erfolg hat er mit Letzterem auf jeden Fall, Kahns Aussagen machen am Freitag die Runde. Musiala wird auf seine Weise antworten wollen – am Samstag beim FC St. Pauli und dann vielleicht gegen Real Madrid, aber eher als Joker. Die Zeit läuft.

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