Die Rolle von Nicolas Jackson beim FC Bayern ist aussichtslos. Harry Kane ist vor ihm gesetzt, spielt, wenn er fit ist. Beim 4:1 gegen Mönchengladbach bewies der Stürmer aus dem Senegal, dass er dem FC Bayern helfen kann.
An drei Toren beteiligt
Vincent Kompany holte in der Pressekonferenz nach dem Spiel zu einem Plädoyer aus. Ganz nach dem Vorbild Pep Guardiolas, der ab und an ebenfalls mahnende Worte an die Reporter richtete. Kompanys aus seiner Sicht verständlicher Ansatz: Statt Fragen zum Sieg und der guten Leistung gehe es ihm zu oft um einzelne Spieler. In diesem Fall über den zuletzt von ihm wenig berücksichtigten Nicolas Jackson.
„Wenn die Ergebnisse gut sind und die meisten Sachen laufen, habe ich bemerkt, dass man immer ein oder zwei Spieler ohne Grund rauspicken muss. Der Junge hat nichts Falsches gemacht, super trainiert, ist als Sieger vom Afrika-Cup gekommen“, fing Kompany an und legte nach: „Letztes Jahr war es oft Serge Gnabry oder auch Kingsley Coman, jetzt Jackson. Was er heute geleistet hat, so trainiert er, Jacko hat sehr gut gespielt.“
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Anschließend erklärte er noch einmal die Position des Leihspielers vom FC Chelsea im Kader. „Es ist ein bisschen schwierig, wenn Harry Kane auf deiner Position spielt oder Luis Diaz. Ich freue mich für Jacko, aber es war nichts Besonderes. Er hat sein Können gezeigt, hoffentlich bald wieder.“
Eberl verweist auf die gute Quote
Tatsächlich nahm Jackson in Vertretung des angeschlagenen Harry Kane maßgeblich Einfluss auf das 4:1 gegen Mönchengladbach. Das 2:0 leitete der 24-Jährige mit dem vorletzten Pass zu Luis Diaz an. In der zweiten Hälfte holte er den Elfmeter zum 3:0 heraus, zudem die Rote Karte gegen Rocco Reitz. Und das 4:0 erzielte Jackson selbst, schloss trocken eine Hereingabe von Lennart Karl ab.
Sportdirektor Max Eberl verwies auf die Quote des Stürmers und meinte: „Er hilft uns in den Momenten, in denen wir ihn brauchen.“ Tatsächlich kommt Jackson auf 23 Pflichtspieleinsätze für den FC Bayern, die meisten davon jedoch sehr kurz, wie nur acht benotete Partien belegen. Dafür muss ein Spieler mindestens 25 Minuten auf dem Platz gestanden haben. Jackson erzielte vier Tore in der Liga, zwei in der Königsklasse, bereitete insgesamt drei vor.
Gerne wird übersehen, dass der Senegalese ein völlig anderer Spielertyp als Kane ist. Kein Kombinationsfußballer, sondern eher jemand, der Raum für sein Spiel benötigt. Raum, den die Gegner dem FC Bayern selten gestatteten, höchstens bei Rückstand. Am Dienstag im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo (21 Uhr, LIVE! bei kicker) soll Kane wieder fit sein, Jackson würde auf die Bank rücken. Und im Sommer wird er den FC Bayern ziemlich sicher wieder verlassen, die vereinbarten 65 Millionen Euro Ablöse sind für einen Backup viel zu hoch. Bis dahin könnte Jackson weiter helfen, wenn er gebraucht wird. Das Können dazu hat er, wie gegen Gladbach bewiesen.

