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Im neuen Jahr noch ohne Sieg: Eine trügerische Situation für Union Berlin

Zwar zeigen die Eisernen über weite Strecken ordentliche Darbietungen, aber dennoch fehlt der Ertrag. Das liegt unter anderem an der mangelnden Chancenverwertung.

Tunesien klopft erneut bei Khedira an

Erneut standen die Verantwortlichen nach dem Spiel vor den Pressevertretern und mussten eine Niederlage erklären. Erneut sprachen sie von einer ordentlichen Leistung und standen dennoch mit leeren Händen da. Union Berlin ist eines der wenigen Teams in der Bundesliga, das im Kalenderjahr 2026 noch keinen Sieg eingefahren hat.

In den bisher absolvierten fünf Partien holten die Eisernen zwei Unentschieden gegen die Kellerkinder Mainz und Augsburg, zuletzt kassierten sie drei Niederlagen am Stück gegen Teams aus dem oberen Drittel der Tabelle. „Wir hatten eine komfortable Situation, als wir ins neue Jahr gestartet sind. Das ist jetzt aber noch nicht der Zeitpunkt, um in Panik zu geraten“, sagte Stürmer Ilyas Ansah.

Vermehrt leichte Fehler in der Defensive

Und dennoch ist der Trend aktuell nicht Union Berlins bester Freund. Auch wenn die Hauptstädter weiterhin noch ein Polster von sechs Zählern auf den Relegationsplatz genießen. Aber die sportliche Situation ist trügerisch, schnell kann es im Tableau noch weiter nach unten gehen, weil die Teams eng zusammenstehen.

Dass es für Union derzeit punktemäßig nicht rundläuft, liegt unter anderem daran, dass sie sich in der Defensive wieder vermehrt leichte Fehler leisten, wie beispielsweise das Foul von Innenverteidiger Leopold Querfeld, das zum Strafstoß geführt hatte. Zudem konnte man beobachten, dass die Defensive Probleme bekommt, wenn die Gegenspieler auf engstem Raum Tempo aufnehmen. So kam insbesondere die Dreierkette nicht damit klar, wenn der schnelle Flügelspieler Bazoumana Touré mal aus dem Nichts anzog und bis zur Grundlinie spurtete.

Union mit ordentlicher Anfangsphase

Binnen weniger Minuten führten die Hausherren mit 3:0 und das, obwohl Union zuvor die besseren Chancen verbucht hatte. „Ich denke, bis zum ersten Treffer von Hoffenheim waren wir heute die bessere Mannschaft. Dass sie dann direkt das zweite Tor nachlegen, ist natürlich sehr ärgerlich“, resümierte Rani Khedira. Sein Trainer Steffen Baumgart pflichtete ihm bei: „Meiner Meinung nach haben wir eine sehr gute erste Halbzeit gespielt.“

Trotzdem konnten die Gäste aus ihren Gelegenheiten kein Kapital schlagen. Ein roter Faden, der sich durch die zurückliegenden Wochen zieht. Während die Gegner sich oftmals eiskalt präsentieren, brauchen die Berliner zu viele Chancen, um erfolgreich zu werden. Was oftmals dann auch eine Frage der Qualität ist. Auf der anderen Seite war einmal mehr zu erkennen, dass sich die Köpenicker zu keinem Zeitpunkt aufgeben. „Dass die Jungs sich auch von dem 0:3 kurz nach der Pause nicht beeindrucken ließen, zeigt aber, dass sie Charakter haben“, erklärte Baumgart, der immerhin noch das 1:3 durch Khedira bejubeln durfte.

Tunesien bemüht sich weiter um Khedira

Der Vize-Kapitän erzielte seinen bereits vierten Saisontreffer, damit konnte er seine persönliche Bestmarke aus der Saison 2018/19 mit dem FC Augsburg einstellen. Weitere Treffer gesellen sich dann bald vielleicht nicht nur für den 1. FC Union Berlin hinzu, sondern auch für die tunesische Nationalmannschaft.

Denn wie der kicker erfahren hat, bemüht sich der tunesische Fußballverband um den zentralen Mittelfeldakteur, damit er bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr für das Nationalteam auflaufen kann. Bereits vor dem Turnier 2018 in Russland hatte es eine Anfrage gegeben, wegen der Sprachbarriere hatte Khedira jedoch damals abgelehnt. Nun erfolgte vor einiger Zeit eine weitere Kontaktaufnahme.

Weiterer Austausch geplant

Nach kicker-Informationen machen sich in der kommenden Woche der neue Trainer Sabri Lamouchi, der seit zwei Wochen im Amt ist, und der deutsche Co-Trainer Michael Hefele auf den Weg nach Berlin, um sich mit Khedira weiter auszutauschen und ihn von einem Verbandswechsel zu überzeugen. Das ist notwendig, weil er für die U 17 Deutschlands bereits Spiele bestritten hat. Zumindest die Sprachbarriere würde aber nicht mehr die große Krux sein, da unter dem neuen Trainerduo zukünftig die Trainingseinheiten und Ansprachen auf Englisch gehalten werden sollen.

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