Deniz Undav geht „auf den Zeiger“, wie er als Stürmer wahrgenommen wird. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß gab Julian Nagelsmann daraufhin am Donnerstag einen klaren Wink.
Nach Aussagen des VfB-Stürmers
Am Samstag tritt Deniz Undav mit dem VfB Stuttgart bei der Mannschaft an, gegen den für ihn in dieser Saison alles begann. Am 26. Oktober erzielte er beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Schlussphase – auf Vorlage von Keeper Alexander Nübel – sein erstes Saisontor, 13 weitere folgten seitdem. Und trotzdem sieht er sich regelmäßig unter Rechtfertigungsdruck, wenn es ums Thema Nationalmannschaft geht.
Auf die Frage, wie der Austausch mit Julian Nagelsmann aussehe, antwortete er bei Sky lapidar: „Gibt keinen.“ Am Mittwoch hatte er bei Bild erklärt, dass er „seit der Winterpause“ nicht mit dem Bundestrainer gesprochen habe, gefolgt vom leicht genervten Zusatz: „Er braucht auch nicht mit mir zu reden.“ Auslöser war das große kicker-Interview, in dem Nagelsmann die Mittelstürmer-Position als „Baustelle“ bezeichnet hatte, „die wir schließen müssen“.
- Die Torjägerliste der Bundesliga
Undav, seit vergangenem Juni nicht mehr für die Nationalelf nominiert, fühlt sich offenbar ein wenig übersehen. „Mein Name fällt nie auf der Mittelstürmer-Position. Dafür, dass ich für viele kein Stürmer bin, habe ich die beste Quote.“ Er verstehe nicht, warum über ihn immer nur als falsche Neun gesprochen werde. „Das habe ich schon gesagt, dass mir das auf den Zeiger geht. Das höre ich mein Leben lang. Ich dachte, dass das jetzt, nachdem ich so gut treffe, aufhört.“
Hoeneß glaubt, dass die Nationalelf Undav „wirklich“ braucht
Am Donnerstag sprang ihm sein Vereinstrainer beschwichtigend zur Seite. „Dennis ist ein absolut kompletter Stürmer“, unterstrich Sebastian Hoeneß. Ob Undav in der Spitze oder dahinter spiele, hänge von dessen Teamkollegen ab, die mit Bilal El Khannouss mal hinter, mit Ermedin Demirovic mal vor ihm spielen. Und ja, auch die Mittelstürmer-Rolle fülle Undav „überragend gut aus“, so Hoeneß.
„Dieses Profil sehe ich nicht oft. Das beides richtig gut zu können, das ist für mich eine Riesenqualität. Und er macht in beiden Positionen Tore. Ich finde, dass er neben den Toren und seiner Form unglaublich gute Argumente hat“, lautete der klare Wink Richtung Nagelsmann, auch wenn Hoeneß diesen mit seinem Plädoyer nicht unbedingt beabsichtigt hatte. „Seine Variabilität ist fast einzigartig, das sieht man nicht so oft. Deswegen sehe ich das als was durchweg Positives.“
Hoeneß würde Undav entsprechend „sehr gerne in der Nationalmannschaft sehen, weil ich glaube, dass er dort wirklich gebraucht werden würde“. Aber das müsse der Bundestrainer entscheiden.

