Nach dem Coming-out von St. Paulis Nachwuchstrainer Christian Dobrick hat auch Uli Hoeneß Stellung bezogen. Dabei fand der 74-Jährige deutliche Worte und schilderte, wie der FC Bayern mit so einer Situation umgehen würde.
„Verstehe nicht, dass darüber diskutiert wird“
Als St. Paulis U-19-Trainer Christian Dobrick seine Homosexualität Anfang der Woche öffentlich machte, sorgte das in der Medienlandschaft für großes Aufsehen. Nun hat sich auch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß zum Coming-out des gebürtigen Flensburgers geäußert.
„Überhaupt kein Problem“
Bei RTL/ntv sagte Hoeneß: „Ich sehe da überhaupt kein Problem drin. Und ich verstehe überhaupt nicht, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Wenn das bei Bayern München vorkommen würde, würde derjenige überhaupt kein Problem kriegen, sondern viel eher Unterstützung. Falls er medial oder auch im Internet angegriffen würde, würden wir ihn wie immer alle unsere Leute verteidigen.“
Nach wie vor gilt Homosexualität im Profifußball der Männer als großes Tabuthema. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten und dritten Bundesliga gibt es bislang kein Coming-out eines aktiven Spielers. Aus diesem Grund hatte Dobricks Coming-out umso größere Wellen geschlagen.
Er sei zwar „mit Sicherheit kein Einzelfall“, sagte Dobrick im Interview des Stern von RTL vor ein paar Tagen, aber „was den Profibereich betrifft, vermute ich, dass es dort deutlich weniger Schwule gibt als im Bevölkerungsdurchschnitt. Weil der Druck in der Branche so groß ist, ein hetero-normatives Leben zu führen. Es kommen weniger schwule Fußballer ganz oben an, weil sie ihre Energie verschwenden müssen für Probleme, die nichts mit dem Sport zu tun haben.“

