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Historisch schwacher Neunter: Die Brisanz der Bundesliga-Tabelle

Wenn die Bundesliga am Samstag ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, geht es in die heiße Phase der Saison. Ein Quartett kämpft um die Champions League, ab Platz 9 herrscht Abstiegskampf.

Neun Teams im Abstiegskampf

Nach der ersten Länderspielpause des Jahres biegt die Bundesliga ins Saisonfinale ein. Sieben Spieltage sind noch zu gehen, es stehen immens wichtige Duelle im Kampf um die Champions League sowie den Klassenerhalt an. Die Tabelle bildet – hart gesagt – eine Sechsklassengesellschaft ab.

Der FC Bayern München ist an der Spitze bereits enteilt, die Münchner (70) haben neun Punkte Vorsprung auf Verfolger Dortmund (61) und dazu noch eine um 42 Treffer bessere Tordifferenz. Brechen die Bayern, die auch noch im Pokal und in der Champions League vertreten sind, nicht völlig unerwartet ein, wird es im Titelkampf nicht mehr spannend.

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Dabei spielt Dortmund eine sehr gute Bundesliga-Saison, mehr Punkte hatte ein Zweitplatzierter nach 27 Spieltagen nur der BVB selbst in der Saison 2015/16 (mit 64 Punkten) sowie Rivale Schalke in der Spielzeit 1971/72 (62, alles nach Drei-Punkte-Wertung gerechnet). Nur zweimal hat die Borussia in dieser Saison verloren, was es der Konkurrenz dahinter schwer macht, mitzuhalten. Auch die Vizemeisterschaft dürfte entschieden sein.

Zwei Champions-League-Plätze hat die Bundesliga somit noch zu vergeben – und vier Teams sind im Rennen. Der VfB Stuttgart (53) und RB Leipzig (50) haben aktuell die besten Karten, die TSG Hoffenheim (50) und Bayer Leverkusen (46) lauern auf Ausrutscher. Es werden wohl die direkten Duelle, von denen es noch einige gibt, darüber entscheiden, welcher dieser vier Klubs in die drei europäischen Wettbewerbe einzieht.

Macht’s Frankfurt wie Köln 1992?

Die Teilnahme am internationalen Geschäft dürfte dem Quartett derweil nicht mehr zu nehmen sein, denn aktuell trennen Eintracht Frankfurt (38) als Siebter vom sechsten Europapokal-Platz, den Leverkusen innehält, acht Punkte. Rechnet man alle Saisons nach der Drei-Punkte-Wertung, war zwischen diesen beiden Plätzen nach 27 Spieltagen der Abstand nur 1991/92 zwischen Nürnberg (6. mit 45 Punkten) und Köln (7. mit 36) größer. Das Kuriose dabei: Am Ende der Saison wurde der FCN noch Siebter, der FC kletterte bis auf Rang 4. Ist also doch noch was drin für die SGE?

Hinter den Hessen spielt der SC Freiburg (37) als Achter eine ruhige Saison und hat wie die Eintracht nur noch Außenseiterchancen auf eine direkte europäische Teilnahme. Was angesichts der Mehrfachbelastung aber bemerkenswert ist: Der Sport-Club ist neben den Bayern der einzige deutsche Verein, der noch auf drei Hochzeiten tanzt. Wird es nichts mit dem Pokalsieg, könnten die Breisgauer theoretisch noch über den Gewinn der Europa League das internationale Ticket buchen.

Achtung, nun folgt ein harter Cut, denn: Rang 9 und 14 trennen nur drei Punkte. Bedeutet: Union Berlin (9., 31 Punkte), Augsburg (10., 31), Mainz (11., 30), der HSV (12., 30), Gladbach (13., 29) und Bremen (14., 28) befinden sich mitten im Abstiegskampf. Vermeintlich sichere Tabellenregionen sind somit höchst gefährlich. So wenig Punkte zwischen diesen sechs Plätzen gab es nach 27 Spieltagen zuletzt in der Saison 2006/07, mit Bochum als 14. und Alemannia Aachen als 9. Platz. Vorsicht ist für Union und Co. geboten, denn damals stieg Aachen noch als Vorletzter ab, Bochum wurde derweil sogar Achter. Völlig verkehrte Welt.

Unions trügerische Lage

Unions trügerische Lage wird durch den Fakt bestätigt, dass in der Drei-Punkte-Ära nach 27 Spieltagen noch nie ein Neunter so wenige Zähler auf dem Konto hatte. Sieben Punkte trennen die Eisernen zwar vom Relegationsplatz, auf dem derzeit der FC St. Pauli steht, doch eine Niederlage im direkten Duell am Sonntag (15.30 Uhr) könnte den Vorsprung gefährlich schmelzen lassen.

Deutlich größer sind die Sorgen aber natürlich ab Rang 15, den Köln (26) innehat und aus diesem Grund jüngst auch zum Trainerwechsel griff. Diesen Kniff hat der VfL Wolfsburg (21) schon zweimal vollzogen, die Wölfe stecken als Vorletzter noch viel tiefer im Abstiegssumpf. Aus diesem wird sich das Schlusslicht Heidenheim (15) wohl nicht mehr befreien, auch wenn der FCH noch fünf direkte Duelle vor sich hat. Mit 15 Punkten nach 27 Spieltagen gelang noch nie einem Letztplatzierten die Rettung, auf dem Schlossberg stellt man sich daher schon auf die 2. Liga ein.

Wenn die Bundesliga ab Karsamstag also wieder den Spielbetrieb aufnimmt, beginnt die heiße Phase. Bei einem so engen Tabellenbild dürften einige Entscheidungen erst am letzten Spieltag fallen.

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