Sechs lange Jahre hatte Daniel Heuer Fernandes darauf hingearbeitet, seinen zuvor sieben Bundesligaspielen für Darmstadt 98 mit dem Hamburger SV weitere hinzufügen zu können. Am Sonntag gelang dem Keeper und dem einstigen Dino das Comeback – und das ohne Gegentor.
HSV-Keeper mit starkem Start
Daniel Heuer Fernandes hatte einen gehörigen Anteil am 0:0 in Mönchengladbach. Der 32-Jährige rettete nach 28 Minuten aus spitzem Winkel gegen Franck Honorat, drehte im zweiten Durchgang einen Schuss von Rocco Reitz um den Pfosten, bestach zudem im Mitspielen – und rechtfertigte die erst am Freitag verkündete Torwart-Entscheidung seines Trainers. Für den kicker war er mit der Note 2,5 der Spieler des Spiels.
Merlin Polzin hatte lange offen gelassen, ob er mit seinem Aufstiegs-Torwart oder Bayern-Leihgabe Daniel Peretz als Nummer 1 in die Bundesliga-Saison geht und zwei Tage vor der Partie in Mönchengladbach entschieden: Heuer Fernandes bleibt im Tor. Eine Entscheidung, die in München Erstaunen ausgelöst hat. Die Bayern-Bosse hatten sich von dem Leih-Deal erhofft, dass ihr 25-jähriger Torhüter beim Aufsteiger Spielpraxis erlangt – zumindest vorerst aber muss er sich hinten anstellen.
Stabilität als ein Kernmerkmal
Heuer Fernandes‘ Start geriet vielversprechend. Und er macht keinen Hehl aus seiner Erleichterung über die Trainer-Entscheidung. „Ich freue mich natürlich, dass ich weiter meine Leistung zeigen und der Mannschaft helfen kann. Es ist eine Konkurrenzsituation, ich habe versucht, nur auf mich zu schauen.“ Eine Strategie, die aufging: Der Deutsch-Portugiese überzeugte im Test in Graz (1:2), im Pokal beim FK Pirmasens (2:1 nach Verlängerung) und lieferte damit keinen Anlass zum Wechsel. Zum Start bestätigte er seine Form. Polzin urteilt: „Ferro gibt der Mannschaft einfach Stabilität.“
Stabilität war ein Kernmerkmal der Hamburger in Mönchengladbach. Abgesehen von der Anfangs- und der Endphase des Spiels beschränkte sich der HSV am Sonntag auf die Defensivarbeit und setzte jene Vorgaben um, auf die während der Vorbereitung das Hauptaugenmerk gelegen hatte. „Die Art und Weise unseres Auftritts spricht für uns“, findet Heuer Fernandes, „wir haben das Zentrum eng gehalten. Dass Mönchengladbach mehr Spielanteile haben würde, war klar, das war auch der Plan.“ Für den Keeper ist diese Erkenntnis entscheidend: „Jeder hat gesehen, dass wir die Bundesliga angehen können. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“
Vorfreude aufs Derby: „Freitag wird die Hölle los sein“
Nach der mutmachenden Premiere steht am kommenden Freitag bereits das nächste Highlight an: das Stadt-Derby gegen den FC St. Pauli. Die in den Borussia-Park mitgereisten HSV-Fans haben die Profis bereits nach Abpfiff auf das Duell eingestimmt, Heuer Fernandes hat es bereits in fünf gemeinsamen Zweitliga-Jahren erlebt und weiß: „Die Spannung wird sich jetzt von Tag zu Tag aufbauen. Jeder weiß, dass Freitag die Hölle los sein wird.“

