Christian Günter ist Rekordspieler des SC Freiburg und Kapitän, muss sich aber in dieser Saison manchmal mit dem Bankplatz begnügen, vor allem in der Liga. Beim Remis gegen Dortmund war er aber von Beginn an gefragt.
SC-Kapitän ärgert sich über „verlorene Punkte“
Eine der wenigen Großchancen in der ersten Halbzeit gegen die Borussia – der im zweiten Durchgang in Überzahl mehrere folgten – hatte Christian Günter kurz vor der Pause. Nach einer kurz ausgeführten Ecke (Eckenverhältnis 6:0) von Yuito Suzuki kam er aus kurzer Distanz ziemlich frei zum Abschluss, vergab aber aus spitzem Winkel. „Wir hätten schon im Elf-gegen-elf den Ausgleich machen können, haben Chancen gehabt und wenig zugelassen“, sagte der SC-Kapitän, „und bei dem Spielverlauf hätten wir gerne mehr mitgenommen – der Lucky Punch wäre Wahnsinn gewesen, wenn wir den noch hätten setzen können.“
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In der Schlussphase war Günter allerdings nicht mehr auf dem Feld. Er wurde in der 76. Minute ausgewechselt. Immerhin stand er aber zweimal innerhalb weniger Tage in der Freiburger Startelf, nachdem SC-Trainer Julian Schuster auf der Linksverteidigerposition zuletzt meist Jobsharing angeordnet hatte.
„Ich kann auch alle drei Tage spielen, wenn mich der Trainer aufstellt.“ (Christian Günter)
Beim 1:0 gegen Salzburg in der Europa League war Günter die kompletten 90 Minuten auf dem Feld. In der Bundesliga war es erst sein fünfter Startelfeinsatz, während er im Europapokal in vier der sechs Spiele von Beginn an auflief und im DFB-Pokal in allen drei Partien. „Ich bin mit 32 noch nicht alt, und ich fühle mich körperlich super. Ich kann auch alle drei Tage spielen, wenn mich der Trainer aufstellt“, sendete er unmissverständliche Signale an Schuster.
Wie gegen Salzburg und auch schon beim 4:0-Sieg gegen Mainz hat der Sport-Club gegen Dortmund nach einer Roten Karte längere Zeit in Überzahl gespielt. „Das verändert das Spiel grundlegend, man muss sich auch von der Positionierung ein bisschen verändern“, erklärte Günter, „da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht, es noch dominanter gespielt als gegen Salzburg. Aber da haben wir gewonnen, jetzt leider nicht.“ Gegen die Österreicher „mit ihren schnellen Spielern haben wir ein, zwei Chancen zugelassen“. Der BVB hatte in Unterzahl gar keine mehr.
Günter lobt Torschütze Höler: „Hat ein sensationelles Spiel gemacht“
„Wenn jemand vorher gesagt hätte, wir holen einen Punkt gegen Dortmund, mit der Qualität, die sie dieses Jahr haben, wäre das okay gewesen“, sagte der 32-Jährige, „aber im Nachhinein wäre mehr drin gewesen.“ Dass er in seinem Kapitänsamt gefordert sein wird, Ausgleichstorschütze Lucas Höler nach seinem Traumtor wieder auf den Boden zu holen, glaubt er nicht. Das sei bei ihm nicht nötig.
Reichlich Lob gab es aber auch von Günter für den langjährigen Mitspieler. „Luci hat ein sensationelles Spiel gemacht, nicht nur wegen des Tors. Er hat Bälle gehalten und sehr gute 90 Minuten gespielt. Es ist schön, dass er sich belohnt für die Arbeit. Viele sehen das nicht, aber wir wissen, was wir an ihm haben – er ist ein unglaublich wichtiger Spieler.“
Die „gefühlt verlorenen Punkte gegen Dortmund“ wollen die Freiburger nun im letzten Spiel des Jahres beim VfL Wolfsburg holen. „Da wollen wir noch mal alles raushauen, alles rauskitzeln aus unserem Körper“, kündigte Günter an. Nach seiner Leistung gegen den BVB darf er sich in Niedersachsen berechtigte Hoffnungen auf seinen sechsten Startelfeinsatz in der Liga machen.
Schuster freut sich, nach drei englischen Wochen in Folge jetzt „eine verhältnismäßig richtig lange Trainingswoche“ zu haben und auch darauf, „noch mal gewisse Dinge umsetzen zu können“. Und Kapitän Günter ist überzeugt, dass „das Trainerteam wie immer Ideen hat, den Gegner vor Aufgaben zu stellen“.

