Christoph Kramer stellte am Dienstagabend vor großem Publikum im Borussia-Park sein frisch veröffentlichtes Buch vor. Der Weltmeister von 2014 sprach dabei auch über seine Pläne für die Zukunft.
Buchvorstellung im Borussia-Park
Ausverkauftes Haus meldete der Borussia-Park am Dienstagabend. Für eine volle Hütte sorgte ausnahmsweise aber mal nicht die spielende Fohlenelf, sondern ein ehemaliges Mitglied der Mannschaft: Christoph Kramer. Vor 1000 Besuchern stellte der Rio-Weltmeister in der prall gefüllten Business-Lounge sein Erstlingswerk „Das Leben fing im Sommer an“ vor. Bei der höchst unterhaltsamen, rund 90-minütigen Lesung gab es Kramer „pur“: Offene Worte, Selbstironie und flotte Sprüche. Tiefgehende Einblicke in die Seelen- und Gedankenwelt des früheren Mittelfeldspielers. Neues zu seinen Plänen für die Zukunft.
Schon kurz nach der Veröffentlichung war sein Roman auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste geschossen. „Ich hätte niemals gedacht, dass mein Buch so durch die Decke gehen würde. Das freut mich unfassbar“, sagte Kramer. “ Er sei „sehr stolz auf diesen Roman“, erklärte der 34-Jährige, nicht nur wegen des Erfolgs oder der ungemein positiven Resonanz, die ihn erreicht habe. „Es ist ein geiles Gefühl für mich, mal etwas ganz anderes zu machen und ganz bewusst aus der Blase Fußball rauszugehen“, erzählte Kramer.
„Ich war ein Vollblutfußballer, und ich hatte Angst, was das neue Leben mit mir macht.“ (Christoph Kramer)
Der frühere Profi verriet, dass auch er sich vor der möglichen Leere gefürchtet hatte, die viele Profisportler nach dem Ende der aktiven Karriere befällt. „Es besteht schon eine gewisse Gefahr, in ein krasses Loch zu fallen. Und gerade ich, der immer so gerne nach Gladbach zum Training gekommen ist, habe mir unheimlich viele Gedanken über die Zeit danach gemacht. Ich war ein Vollblutfußballer, und ich hatte Angst, was das neue Leben mit mir macht“, gab Kramer offen zu. „Dieses Buch hat mir unglaublich geholfen, einen super Start in einen neuen Lebensabschnitt zu erwischen.“ Er habe mit seinem Werk erreichen wollen, in der Literaturbranche ernst genommen zu werden. „Viele Autoren und Leute aus der Branche haben mir geschrieben, dass der Text wirklich gut ist. Das ist für mich mit das Schönste. Ich wollte jetzt nicht so ein One-Hit-Wonder ’50 Tage in Rio‘ schreiben, das sich bestimmt auch super verkauft hätte. Ich wollte einen Roman schreiben und mir auch ein Stück weit selbst beweisen, dass ich noch etwas anderes kann“, sagte Kramer – und fügte mit einem Augenzwinkern selbstironisch an: „Etwas anderes kann, als auf dem Fußballplatz zurückzuspielen.“
Er habe in der Zeit nach der aktiven Karriere „eine gute und gesunde Draufsicht auf den Fußball“ entwickelt, glaubt Kramer, „und dieser gesunde Abstand ist auch wichtig.“ Dennoch bleibe der Fußball seine „größte Liebe“. Deshalb kündigte Kramer auch an: „Ich werde in irgendeiner Funktion in den Fußball zurückkehren, definitiv.“
Kramer schreibt Titelmusik zum Film
Vorerst aber hat die Promotion seines Buchs Priorität. Dass sein Werk verfilmt wird, steht bereits fest und bedeutet einen weiteren Meilenstein für den Jung-Autoren. Er wird bei der Verfilmung als eine Art Co-Produzent fungieren – und hat sogar schon die Titelmusik zum Film geschrieben! Für die Besucher im Borussia-Park gab es den Song live zu hören – und für Kramer lautstarken Applaus bei seinem besonderen Heimspiel. „Dieser Empfang hier“, strahlte der Ex-Borusse, „ist einfach herzerwärmend schön.“

