Werder Bremen hat den ersten Heimsieg der laufenden Saison eingefahren. Beim 1:0-Erfolg gegen den FC St. Pauli stimmte die Beteiligten nach zuletzt schwierigen Wochen mit einer großen Menge an Gegentoren vor allem die Defensivleistung zufrieden.
Werder hält die Null
Der Spielfilm aus Sicht der Werderaner hätte an diesem 6. Spieltag kaum besser ausschauen können. Nach nicht einmal zwei Minuten brachte Samuel Mbangula die Hanseaten gegen St. Pauli in Führung. Ein Vorsprung, den die Gastgeber am Ende dank einer beherzten Defensivleistung auch über die Zeit retteten. Darüber, dass Werder gelegentlich auch noch einmal etwas schlampig vor dem gegnerischen Tor auftauchte, ließ sich dabei hinwegsehen.
„Wir haben eine halbe Stunde ordentlich Fußball gespielt und dann haben wir sehr, sehr gut verteidigt“, zeigte sich Trainer Horst Steffen gegenüber Sky insgesamt zufrieden über die Leistung seiner Elf, die in den Augen ihres Trainers vor allem eine wichtige Erkenntnis aus dem Spiel mitnehmen kann: „Wir können auch gegen einen Gegner, der uns einschnürt, der uns wenige Chancen lässt, eine Führung verwalten und unser Tor verteidigen.“
Auch Kapitän Marco Friedl, der am DAZN-Mikrofon zwar ein wenig bemängelte, dass Werder viele Sachen mit Ball „nicht gut gemacht“ und bei den vielen Räumen, die sich ergaben, „einfach einige Fehler zu viel gemacht“ habe, zeigte sich am Ende versöhnlich. „Solche Siege kommen in einer Saison immer wieder vor, die muss man halt ziehen. Und deshalb freut es mich, dass wir heute mal dreckig 1:0 gewonnen haben.“
Untersuchungen bei angeschlagenen Agu und Stage
In der Tat fand sich Werder letztlich über weite Strecken der zweiten Hälfte um den eigenen Sechzehner herum verteilt wieder. Das allerdings mit Erfolg. Dass Werder kompakt verteidigte, die Räume eng machte und so das Zentrum schloss, sei laut Steffen letztlich „ausschlaggebend“ für die stabile Defensive und den Erfolg gewesen. Denn wirklich viel ließ Werder über die 90 Minuten bis auf ein paar Hereingaben von außen lange nicht zu, ehe Connor Metcalfe mit zwei durchaus gefährlichen Distanzschüssen noch einmal für zumindest ein kleines Zittern sorgte. „Natürlich kann darüber immer ein Tor entstehen. Wenn da der Ausgleich fällt, kann ich auch nicht sagen, das ist unverdient“, so Steffen. Andererseits sei eben aber auch der Werder-Sieg nicht unverdient.
Ob beziehungsweise wie groß die Freude über den Sieg in Bremen noch getrübt wird, werden die kommenden Tage zeigen. Felix Agu musste nämlich noch in Durchgang eins mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden. Wie Werder mitteilte, soll ein MRT am Montag über die Schwere der Verletzung Aufschluss liefern. Auch Jens Stage, der nach einem Foul, bei dem er Gelb sah, über Rippenprobleme klagte, wird im Krankenhaus näher untersucht.

