Alejandro Grimaldo ist derzeit Leverkusens herausragender Akteur. Eine Vertragsverlängerung mit dem Kunstschützen, der von La Liga träumt, liegt nahe. Eigentlich. Doch die Lage stellt sich anders dar.
Verlängerung akut kein Thema
Er ist in aller Munde. Alejandro Grimaldo ist bislang die positive Erscheinung bei Bayer 04 in dieser Saison. Und das nicht nur, weil er seine Freistoßkünste aktuell in Perfektion demonstriert. Schon dreimal hat der Linksfüßer auf diese Art und Weise getroffen.
Der 30-Jährige geht auch als Leader voran, ist noch stärker in die Rolle eines Führungsspielers geschlüpft, nachdem mit Jonathan Tah, Granit Xhaka und Florian Wirtz gleich drei solche den Klub im Sommer verlassen haben.
Eine zeitnahe Vertragsverlängerung ist kein Thema
Da würde es bei Grimaldos im Sommer 2027 auslaufenden Kontrakt in Leverkusen naheliegen, dass der Werksklub mit dem spanischen Nationalspieler verlängern möchte. Strebt Bayer 04 dies bei seinen Topakteuren doch immer deutlich vor deren letztem Vertragsjahr an.
Mit Grimaldos Berater, der beim Heimspiel gegen Gladbach (1:1) am Sonntag in der BayArena war, steht Bayer regelmäßig in Kontakt. Druck verspürt man bei dieser Personalie beim Werksklub allerdings nicht. Logisch. Eine zeitnahe Vertragsverlängerung ist kein Thema. Vielmehr gilt sie als unwahrscheinlich, weil der Spanier ganz andere Pläne hegt.
„Ich habe im Sommer auch über einen Wechsel nachgedacht, aber mindestens noch ein Jahr hier wird mir guttun.“ (Alejandro Grimaldo)
Liebäugelt Grimaldo doch fast schon seit seinem ablösefreien Wechsel von Benfica Lissabon zu Bayer 04 im Sommer 2023 damit, in seiner Heimat bei einem Topklub in La Liga zu spielen. Möchte sich der linke Schienenspieler diesen Traum erfüllen, muss er dies 2026, spätestens 2027 versuchen, wenn er dann ablösefrei wechseln könnte. Verlängert er in Leverkusen, wäre diese Tür für ihn wohl geschlossen.
Bei Sky erklärte sich Grimaldo zu seinen durchweg latenten Wechselabsichten. „Ich habe (im Sommer, Anm. d. Red.) auch über einen Wechsel nachgedacht, aber am Ende habe ich mir gesagt, ich bleibe. Und das ist gut so. In Leverkusen fühle ich mich von den Fans sehr geliebt, genauso wie vom Verein. Hier fühle ich mich wertgeschätzt“, sagte der Musterprofi, „ich dachte, mindestens noch ein Jahr hier wird mir guttun, also werde ich die Saison genießen und alles geben.“
Von den für Grimaldo interessanten Topklubs aus Spanien kam kein Angebot
Eine Aussage, die aus Klub-Sicht bestenfalls alles offen lässt. Grundsätzlich ist es ohnehin nicht zu erwarten, dass sich der Nationalspieler, für den es von den für ihn interessanten spanischen Topklubs kein konkretes Angebot gab, frühzeitig für einen längeren Verbleib entscheiden wird. Falls er angesichts seiner Rückkehr-Pläne nach Spanien überhaupt mit diesem Gedanken spielen sollte.
Umgekehrt kann auch Bayer das Thema entspannt angehen. Könnte Leverkusen doch tatsächlich Grimaldo bis zu dessen Vertragsende im Sommer 2027 halten. Im Wissen, keinen besseren und wohl auch keinen ähnlich guten Akteur für diese Position zu bekommen, die Grimaldo extrem weit und kreativ interpretiert, der oft als verkappter Spielmacher fungiert.
Das bewährte Bayer-Schema greift bei Grimaldo nicht
Bayers Kampf um Grimaldo dürfte kein einfacher werden, falls dieser dem Werksklub überhaupt die Möglichkeit eröffnet, in ernsthafte Gespräche über eine Vertragsverlängerung zu gehen.
So wie Grimaldo mit seinen Topspin-Freistößen die Gesetze der Physik auszuhebeln scheint, wenn sich der scharf geschossene Ball hinter der Mauer, wie von Geisterhand bewegt, plötzlich senkt, so lassen seine Zukunftspläne Bayer 04 kaum Raum, den Profi nach bewährtem Schema frühzeitig langfristig an sich zu binden.
Dass Grimaldo länger als bis 2027 für Bayer spielt, wäre eine große Überraschung
Vertragsgespräche wird der Klub natürlich trotzdem – eher in fernerer als in naher Zukunft – versuchen aufzunehmen. Sollte Bayer diese erfolgreich führen können, wäre dies allerdings aufgrund Grimaldos Traum von Spanien und La Liga eine große Überraschung.

