Ermedin Demirovic, Haris Tabakovic, Marius Müller, Wouter Burger oder Mohamed Amoura haben eines gemeinsam: Sie spielten einst in der Super League und haben aktuell einen Vertrag in der Bundesliga.
Weiterentwicklung
In diesem Artikel nehmen wir einmal alle Spieler in den Fokus, die derzeit in der Bundesliga unter Vertrag stehen und ihr Geld einst in der Super League verdienten. Dabei wurden nur Akteure in Betracht gezogen, die nicht erst in diesem Sommer aus der Schweiz nach Deutschland wechselten und die keinen Schweizer Pass besitzen bzw. für eine andere Nationalmannschaft als die Schweizer Nati auflaufen.
Haris Tabakovic (früher YB und GC, heute Borussia Mönchengladbach)
Haris Tabakovic aus Grenchen wurde in der Jugend vom BSC Young Boys ausgebildet und spielte in der Schweiz für den FC Wil, YB und GC. In der Super League sammelte er 1’460 Spielminuten, absolvierte insgesamt 56 Spiele und erzielte drei Tore. Nach Stationen in Ungarn (Debrecen und Diósgyor) und Österreich (Lustenau und Austria Wien) wechselte der 1,96 m grosse Mittelfeldstürmer im Sommer 2023 in die 2. Bundesliga und spielte in der ersten Saison für Hertha BSC. Ein Jahr später folgte der Wechsel zur TSG Hoffenheim. Seit Juli 2025 ist der bosnische Nationalspieler und ehemalige Schweizer U21-Nati-Spieler für ein Jahr an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen. Sein Vertrag bei Hoffenheim gilt bis zum 30.06.2027.
In der aktuellen Saison stand der 31-Jährige sechsmal in der Startelf und wurde dreimal eingewechselt. Nur einmal fehlte er aufgrund einer Magen-Darm-Grippe im Kader. Er erzielte bereits sechs Tore und lieferte eine Vorlage – doppelt so viele wie in der Vorsaison (drei Tore und eine Vorlage). Im DFB-Pokal hat er je ein Tor und ein Assist auf seiner Habenseite.
Tabakovic blüht in seiner zweiten Bundesliga-Saison so richtig auf und man darf gespannt sein, ob die Fohlen ihn auch über die Leihe hinaus in Mönchengladbach halten werden.
Mohamed Amoura (früher FC Lugano, heute VfL Wolfsburg)
Vom algerischen Verein ES Sétif kam der 1,70 m grosse Mittelstürmer im Sommer 2021 für 1,20 Mio. € zum FC Lugano und spielte dort zwei Saisons. In 57 Spielen erzielte Mohamed Amoura 14 Tore und bereitete fünf weitere vor. Für 4 Mio. € wechselte er im Sommer 2023 zu Union SG. Ein Jahr später wurde er an den VfL Wolfsburg ausgeliehen, die ihn im selben Jahr für 14,75 Mio. € bis zum 30.06.2029 verpflichteten. In 41 Bundesliga-Spielen traf er 14-mal und lieferte 13 Vorlagen. In der aktuellen Saison war der 25-Jährige bereits viermal erfolgreich. Der algerische Nationalspieler bestritt zudem 37 Länderspiele und erzielte 18 Tore. Der 25-Jährige gehört zu den Leistungsträgern in Wolfsburg und dürfte eines Tages zu einem noch ambitionierteren europäischen Topclub wechseln.
Ermedin Demirovic (früher St. Gallen, heute VfB Stuttgart)
Für die Saison 2019/2020 wurde der 1,85 m grosse Mittelfeldstürmer vom spanischen Klub Alavés nach St. Gallen ausgeliehen. In 28 Super-League-Spielen erzielte er 14 Tore und bereitete sieben weitere vor. Nach der Leihe in der Schweiz wechselte der 27-Jährige für 3,7 Mio. € zum SC Freiburg, wo er zwei Jahre spielte. Es folgten zwei Jahre beim FC Augsburg, bevor er im Sommer für 23,00 Mio. € zum VfB Stuttgart wechselte. Dort besitzt der bosnische Nationalspieler einen Vertrag bis zum 30.06.2028.
Seine Gesamtbilanz in der Bundesliga beträgt 164 Spiele, 48 Tore und 32 Vorlagen. In seiner ersten Saison für die Schwaben erzielte er in 34 Spielen 15 Tore und lieferte zwei Vorlagen. In der Champions League traf er mit einem Rechtsschuss gegen Roter Stern Belgrad in der Gruppenphase. Im DFB-Pokal erzielte er insgesamt zwei Tore und lieferte vier Vorlagen.
In der aktuellen Saison wurde er bereits in sechs Spielen für 495 Minuten eingesetzt. In den ersten sechs Ligaspielen erzielte er drei Treffer und lieferte eine Vorlage. Gegen seinen Ex-Klub Freiburg sowie gegen St. Pauli traf er jeweils mit einem Rechtsschuss, gegen den 1. FC Köln verwandelte er einen Elfmeter. Nachdem er bereits in Augsburg die Kapitänsbinde getragen hatte, übernahm er dieses Amt nun auch erstmals für Stuttgart, in Abwesenheit von Kapitän Atakan Karazor (28), der beim Spiel gegen die Hamburger auf der Bank sass.
Auch im DFB-Pokal war er bereits mit zwei Toren für die Schwaben erfolgreich. Er ist Torjäger, Leistungsträger, Vorbereiter und Führungsspieler. Seit Anfang Oktober fehlt Demirovic aufgrund eines Mittelfussbruchs, der operiert werden musste. Sein Comeback ist für Dezember geplant.
Marius Müller (früher FC Luzern, heute VfL Wolfsburg)
Marius Müller aus Heppenheim wurde in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern ausgebildet und spielte ab 2012 in der 1. Mannschaft. Ab 2017 stand der 1,92 m grosse Torwart bei RB Leipzig unter Vertrag, wurde aber an seinen Heimatverein ausgeliehen. 2019 wechselte Müller von Leipzig nach Luzern. Für die Zentralschweizer absolvierte er 120 Spiele, kassierte 192 Gegentreffer und blieb in 24 Partien ohne Gegentor. Seine Einsatzzeit in der Super League betrug 10’800 Minuten.
2023 wechselte er in die 2. Bundesliga zum FC Schalke 04 für 350’000 €. Ein Jahr später unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bis 2027 bei Wolfsburg. Die Ablöse betrug 1,5 Mio. €. In der Saison 2024/2025 wurde er nur sechsmal eingesetzt; in der aktuellen Saison bestritt der 32-Jährige bis auf einen Einsatz im DFB-Pokal noch keine Pflichtspiele. Kamil Grabara bleibt weiterhin Stammtorhüter. Marius Müller nimmt als Lautsprecher aber trotzdem eine wichtige Rolle innerhalb des Teams ein. Er scheut sich auch nicht davor, unbequeme Themen direkt anzusprechen.
Wouter Burger (früher FC Basel, heute TSG Hoffenheim)
Der 1,91 m grosse defensive Mittelfeldspieler wurde bei Feyenoord ausgebildet und spielte in den Niederlanden für Excelsior, Sparta Rotterdam und Feyenoord. Im Sommer 2021 wechselte Wouter Burger aus Zuid-Beijerland für 700’000 € von Feyenoord zum FC Basel. Für die Basler absolvierte der Niederländer in zwei Saisons 59 Spiele und war an vier Toren sowie drei Vorlagen beteiligt.
2023 zahlte Stoke City eine Ablöse von 5,8 Mio. €. Nach seiner Zeit in der Championship wechselte der 24-Jährige in diesem Sommer für 4 Mio. € zur TSG Hoffenheim. In der laufenden Saison erzielte er bereits zwei Tore und lieferte zwei Vorlagen. Der Niederländer ist mit ein Grund dafür, dass es den Hoffenheimern bislang überraschend gut läuft. Sein Vertrag gilt bis zum 30.06.2030.
Junior Adamu (früher St.Gallen, heute SC Freiburg)
Der Stürmer durchlief die Talentschmiede von RB Salzburg, ehe er dann seine ersten Erfahrungen in einer obersten Liga in der Schweiz sammeln durfte. Die Rückrunde der Saison 2020/21 bestritt Junior Adamu im Dress des FC St.Gallen, wo er mit überzeugenden Leistungen zu gefallen wusste. In 18 Pflichtspielen steuerte der österreichische Nati-Spieler acht Tore und drei Assists bei.
Nein seiner halbjährigen Leihe holte ihn Salzburg zurück in die Heimat, wo er sich mit der Zeit zum Stammspieler mauserte. Im Sommer 2023 zog es Adamu dann in die Bundesliga zum SC Freiburg, die immerhin 6Mio. € für ihn auf den Tisch blätterten. Für die Breisgauer ist er mehrheitlich Stammspieler, wobei seine Ausbeute in dieser Saison beschaulich ist für einen Stürmer (nur zwei Tore aus 13 Pflichtspielen). Insgesamt steht der Österreicher bei sechs Scorerpunkten (drei Tore und drei Assists) aus 48 Bundesliga-Partien.
Moritz Jenz (früher Lausanne-Sport, heute VfL Wolfsburg)
Der gebürtige Berliner durchlief die Jugendabteilung von Fulham, ehe er dann im Sommer 2020 den Sprung in die höchste Schweizer Spielklasse wagte. Beim FC Lausanne-Sport sammelte Moritz Jenz seine ersten Erfahrungen auf Profistufe, wobei er kaum Anpassungsschwierigkeiten kannte. Der Verteidiger erkämpfte sich schnell einen Stammplatz und absolvierte insgesamt 32 Super-League-Spiele (ein Tor und ein Assist).
- Leihspieler im Ausland
- Formschwache Spieler
- Formstarke Spieler
Nach nur einer Saison in der Schweiz zog es den Deutschen nach Frankreich zu Lorient und via Celtic Glasgow, wo er auf Leihe spielte, kam es per Leihe zu seinem ersten Deutschlandabenteuer. Beim FC Schalke 04 durfte Jenz erstmals in der Bundesliga ran. Den Abstieg der Königsblauen konnte er während seiner halbjährigen Leihe aber nicht verhindern.
Eine Saison später zog es ihn dann fix in die Bundesliga, unterschrieb der Verteidiger beim VfL Wolfsburg, die immerhin 8Mio. € für ihn bezahlten. Da er bei den Wölfen nicht immer gesetzt war, spielte er zwischenzeitlich auf Leihbasis auch noch für Mainz 05. Insgesamt kommt Jenz auf 60 Bundesligaspiele und in dieser Saison hat er in Wolfsburg einen Stammplatz inne.
Weitere Bundesliga-Spieler mit Schweizer Vergangenheit
Es gibt auch noch weitere Spieler, die einst in der Super League agierten und heute einen Bundesliga-Vertrag besitzen. Da wäre beispielsweise Karol Mets, der bei St. Pauli spielt und einst sein Geld beim FC Zürich verdiente. Bei den Hamburgern erkämpfte sich der Este zuletzt einen Stammplatz in der Innenverteidigung.
Noah Katterbach trug einst das Shirt des FC Basel und heute spielt der Deutsche für den Hamburger SV. Der 24-Jährige durfte in dieser Saison aber noch keine Bundesligasekunde auf dem Platz stehen.
Beim FC Augsburg gibt es Ismael Gharbi, der vor nicht allzu langer Zeit noch für den FC Stade-Lausanne-Ouchy in der Super League für Furore sorgte. Der talentierte 21-Jährige kam in der Bundesliga bislang aber nur zu drei Kurzeinsätzen. Streng genommen müsste man auch noch Cameron Puertas von Werder Bremen auflisten, wartet er doch noch darauf, den Schweizer Pass zu bekommen. Stand heute besitzt der Mittelfeldspieler, der in Bremen zuletzt seinen Stammplatz verloren hat, nur die spanische Staatsbürgerschaft.

